Haushaltskrise nach der Kommunalwahl
Bergisch Gladbach steht kurz nach der Kommunalwahl vor einer Haushaltskrise, die deutlich macht, wie dringend sich die Kommunalfinanzierung in NRW reformieren muss. Mit einem Defizit von rund 50
Millionen Euro kämpft die Stadt nicht nur mit steigenden Ausgaben, sondern auch mit maroder Infrastruktur und fehlendem Personal. Selbst wirtschaftlich starke Städte geraten dadurch in die
Haushaltssicherung – ein klares Zeichen dafür, dass die Unterfinanzierung politisch gewollt ist.
Land und Bund lassen die Städte im Stich
Die Landesregierung in Düsseldorf und die Bundesregierung in Berlin lassen die Städte weiter im Stich. Zukunftsprojekte, die eigentlich Chancen für nachhaltige Stadtentwicklung bieten, drohen zum
Stillstand zu kommen.
Zanders-Areal: Zukunftsprojekt in Gefahr
Ein Beispiel ist das Zanders-Areal, das einst als Modellprojekt für bezahlbares Wohnen, Kultur, Bildung und Wirtschaft geplant war. Ohne verlässliche Finanzierung durch Land und Bund ist eine
zeitnahe Umsetzung kaum möglich. Der Stadt fehlen nun die Mittel, um Fortschritte voranzutreiben – ein typischer Fall politischer Ignoranz. Das gesamte Projekt droht zu stocken und verschleppt zu
werden.
Marode Schulen und fehlende Investitionen
Die Situation in den Schulen Bergisch Gladbachs zeigt das Versagen noch deutlicher. Viele Gebäude sind seit Jahren marode, Turnhallen geschlossen, Toiletten veraltet, Dächer und Fenster undicht.
Das Investitionsprogramm des Bundes reicht nicht aus, um die dringendsten Sanierungen zu finanzieren. Der Rückstau bei den nötigsten Reparaturen bleibt enorm, moderne Lernräume und
Klimaschutzmaßnahmen sind weiterhin unerreichbar. Während Bund und Land von Bildungsgerechtigkeit sprechen, bröckelt die Infrastruktur vor Ort.
Gebrochene Wahlversprechen und Sparzwang
Die Wahlversprechen der großen Parteien im Wahlkampf 2025 sind Makulatur. CDU und Grüne in NRW hatten Entlastungen und Investitionen für die Kommunen angekündigt, umgesetzt wurde stattdessen
Sparzwang. Statt Zukunftsinvestitionen gibt es Kürzungen, statt Entlastung neue Aufgaben ohne Finanzierung. Die Kommunen werden systematisch ausgehungert.
Linke Politik für handlungsfähige Kommunen
Die Linke fordert seit Jahren grundlegende Reformen: Die kommunale Daseinsvorsorge muss gesichert werden, Aufgaben, die von Land und Bund übertragen werden, müssen vollständig finanziert werden
(Konnexitätsprinzip). Ein Altschuldenfonds könnte historisch gewachsene kommunale Schulden übernehmen, und die Schuldenbremse muss abgeschafft werden, damit Investitionen in Bildung, Wohnen,
Infrastruktur und Klimaschutz überhaupt möglich werden. Gerechte Steuerpolitik, die Großvermögen, Spitzenverdiener und profitable Konzerne stärker beteiligt, ist ebenfalls unverzichtbar.
Kommunale Entscheidungen müssen wieder eigenständig getroffen werden können, ohne dauerhafte Eingriffe und Sparvorgaben aus Düsseldorf.
Demokratie braucht starke Städte
Ohne diese Maßnahmen drohen nicht nur Projekte wie das Zanders-Areal oder die Schulsanierungen zu scheitern. Die Demokratie selbst wird ausgehöhlt, wenn Städte und Gemeinden nicht mehr
handlungsfähig sind. Kommunale Selbstverwaltung darf keine Schönwetterveranstaltung sein. Bergisch Gladbach zeigt exemplarisch, dass ohne Solidarität und verlässliche Finanzierung das Leben vor
Ort, die Infrastruktur und die Möglichkeiten für kommende Generationen massiv gefährdet sind.
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