Di
02
Jun
2026
Wenn ich über den kurdischen Satz „Widerstand ist Leben“ nachdenke, dann ist das für mich keine politische Parole und kein theoretischer Gedanke. Es ist die Geschichte meines Lebens. Es ist die Antwort auf Erfahrungen von Rassismus, Ausgrenzung und Demütigung. Es ist die Überzeugung, die mich seit meiner Kindheit begleitet und die bis heute mein Denken und Handeln prägt. Bis heute und immer wieder ganz konkret!
Schon als sehr junger Mensch musste ich lernen, was Ungerechtigkeit bedeutet. Ich wurde nicht nur mit Vorurteilen konfrontiert, sondern erlebte Gewalt und Erniedrigung. Leider ist das bis heute so geblieben. Als kleines Grundschulkind wurde ich von einer rassistischen Musiklehrerin vor allen anderen Kindern im Unterricht in Gesicht geschlagen. Solche Erfahrungen hinterlassen Spuren. Sie erzeugen Angst, Selbstzweifel und das Gefühl, nicht dazuzugehören und etwas Niedriges zu sein. Sie versuchen bis heute, Menschen kleinzumachen und ihnen ihre Würde zu nehmen.
Doch selbst in diesen Momenten trug ich etwas in mir, das stärker war als die Gewalt und Demütigung. Meine Eltern und meine Familie haben mir etwas mitgegeben, das mich bis heute trägt: Liebe. Sie haben mir gezeigt, dass das stärkste Gegenmittel des Widerstands nicht Hass, sondern Liebe ist. Die Liebe zur eigenen Würde. Die Liebe zu den Menschen, die uns nahe stehen. Die Liebe zur Gerechtigkeit. Die Liebe zum Leben selbst.
Diese Liebe hat mich bis heute davor bewahrt, an der Ungerechtigkeit zu zerbrechen. Sie hat mir die Kraft gegeben, öffentliche Demütigungen zu ertragen, ohne meine Menschlichkeit zu verlieren. Sie hat mir geholfen, gegen das Unrecht zu stehen, ohne selbst von Hass erfüllt zu werden. Denn Hass zerstört nicht nur die Menschen, gegen die er sich richtet. Er zerstört auch diejenigen, die ihn in sich tragen und austeilen.
Deshalb habe ich gelernt, dass Widerstand nicht aus blanker Wut allein entstehen kann. Echter Widerstand entsteht aus der Weigerung, die eigene Menschlichkeit aufzugeben. Er entsteht aus dem Glauben daran, dass jeder Mensch Würde besitzt und ein Recht auf Freiheit, Frieden und Glück hat.
Dieser Gedanke findet sich auch in der Philosophie des Widerstands wieder. Besonders in der kurdischen Freiheitsbewegung wird Widerstand nicht nur als Kampf gegen Unterdrückung verstanden, sondern als Ausdruck des Lebens selbst. Dort bedeutet Leben mehr als bloßes Überleben. Leben bedeutet, frei zu sein, in Würde zu leben, Gemeinschaft zu erfahren und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Der Widerstand richtet sich nicht nur gegen Unterdrückung, sondern zugleich für ein anderes Leben: ein Leben in Solidarität, Gleichberechtigung und gegenseitigem Respekt. Es gibt Zeiten in denen ich dieses erfahre und es gibt Zeiten, in denen ich auf kalten Hass stoße; auch dort, wo ich es nicht erwartet hätte. Meine Antwort ist immer: „Liebe ist Widerstand – Widerstand ist Leben!“
Der kurdische Leitsatz „Berxwedan Jiyan e“ – „Widerstand ist Leben“ – beschreibt eine menschliche Haltung. Wo Menschen ihre Würde verteidigen, wo sie sich gegen Unterdrückung auflehnen, wo sie ihre Hoffnung bewahren und sich füreinander einsetzen, dort zeigt sich das Leben in seiner stärksten Form. Widerstand wird nicht als Zerstörung verstanden, sondern als schöpferische Kraft. Als Kraft, die Gemeinschaft schafft, Freiheit verteidigt und neue Möglichkeiten eröffnet.
In diesem Gedanken erkenne ich mich wieder. Aus meinem inneren Widerstand wurde im Laufe der Jahre ein politischer Widerstand. Aus dem Wunsch, mich selbst zu schützen, wurde der Wunsch, für eine gerechtere Gesellschaft einzutreten. Die Erfahrungen, die ich gemacht habe, haben mir gezeigt, dass Diskriminierung und Ausgrenzung nicht nur einzelne Menschen verletzen. Sie bedrohen den Zusammenhalt einer ganzen Gesellschaft.
Deshalb wurde der Kampf gegen Rassismus, Diskriminierung und Unterdrückung und für Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit zu einem wichtigen Teil meines Lebens. Nicht, weil ich in der Vergangenheit leben möchte, sondern weil ich an die Zukunft glaube. An eine Zukunft, in der Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrem Geschlecht oder ihrer sozialen Stellung mit Respekt behandelt werden. An eine Zukunft, in der Freiheit nicht das Privileg weniger ist, sondern das Recht aller.
Dabei habe ich immer wieder erfahren, dass kein Mensch allein stark genug ist, um die Welt zu verändern. Veränderung entsteht durch Solidarität. Durch Menschen, die sich gegenseitig unterstützen, füreinander einstehen und sich nicht voneinander trennen lassen. Solidarität bedeutet, den Schmerz anderer ernst zu nehmen. Sie bedeutet, die eigene Freiheit mit der Freiheit anderer zu verbinden. Sie bedeutet, zu erkennen, dass unser Schicksal miteinander verflochten ist.
Für mich gehören Liebe, Solidarität und Widerstand deshalb untrennbar zusammen. Die Liebe gibt mir die Kraft, nicht aufzugeben. Die Solidarität zeigt mir, dass ich nicht allein bin, auch wenn manchmal alle scheinbar gegen mich stehen und mich beschimpfen; alle anderen schweigen. Dann erinnert mich der Widerstand daran, dass Würde und Freiheit niemals selbstverständlich sind, sondern immer wieder verteidigt und umkämpft werden müssen. Das ist nicht immer leicht, aber wer dabei aufgibt hat sowohl seine Würde als auch seine Freiheit verloren. Solange der Widerstand steht, gibt es noch Leben und Hoffnung.
Mein Widerstand richtet sich nicht gegen Menschen. Er richtet sich gegen Hass, gegen Ungerechtigkeit, gegen Ausgrenzung und gegen jede Form der Entmenschlichung. Er kämpft für Frieden statt Krieg, für Freiheit statt Unterdrückung, für Mitgefühl statt Gleichgültigkeit und für Hoffnung statt Resignation.
Wenn ich heute zurückblicke, und der ist noch nicht zu Ende, dann erkenne ich einen roten Faden: die Entscheidung, trotz aller Erfahrungen an der Menschlichkeit festzuhalten. Die Entscheidung, Liebe nicht durch Hass ersetzen zu lassen. Die Entscheidung, Ungerechtigkeit nicht als Normalität zu akzeptieren. Die Entscheidung, gemeinsam mit anderen für eine bessere Welt einzutreten.
Deshalb ist dieser Satz für mich weit mehr als ein politisches Motto. Er ist eine Lebensphilosophie. Er erinnert mich daran, woher ich komme, was mich geprägt hat und wofür ich lebe.
Liebe ist Widerstand - Widerstand ist Leben.
Ich liebe dich, Hale!
Mi
27
Mai
2026
![Foto: Jean-Claude Echardour [CC BY-SA], via Tela Botanica](https://image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/dimension=186x1024:format=jpg/path/s82ffb71b4a0318be/image/i42ca6f7b1941db7a/version/1779824776/image.jpg)
Im Bergischen Land wusste wir schon immer: Wir müssen aus dem etwas machen, was der Boden hergibt. Die Landschaft ist wunderschön, aber landwirtschaftlich leider nicht die Toskana. Viel Regen, hügelige Flächen und oft eher magere Böden – da brauchte es Pflanzen, die robust sind und keinen aristokratischen Sonderwünsche nach mediterraner Sonne haben. Eine davon ist die Lupine.
Heute klingt „Süßlupine“ ein bisschen nach "Bio-Supermarkt", veganem Hipster-Cappuccino und nachhaltigem Food-Startup mit Holzlogo. Tatsächlich hat die Pflanze aber eine ziemlich bodenständige Geschichte. Schon die Römer kannten Lupinen, später wurden sie in Europa als Tierfutter, Gründüngung und Lebensmittel genutzt. Nur hatten die alten Sorten einen Haken: Sie waren bitter. Sehr bitter. So bitter, dass sie erst tagelang gewässert werden mussten, bevor sie essbar waren. Wahrscheinlich entstanden dabei die ersten ernsthaften Diskussionen darüber, ob Hunger nicht doch die bessere Alternative sei.
Erst der deutsche Pflanzenzüchter Reinhold von Sengbusch machte die Lupine in den 1920er Jahren wirklich alltagstauglich. Er züchtete die alkaloidarmen „Süßlupinen“, die ohne langes Entbittern essbar wurden. Damit bekam Deutschland plötzlich eine heimische Eiweißpflanze – lange bevor irgendwo jemand das Wort „Proteintrend“ erfand.
Und das passte hervorragend ins Rheinland und Bergische Land. Denn Lupinen wachsen auch dort, wo andere Pflanzen eher beleidigt eingehen. Gleichzeitig verbessern sie den Boden, weil sie Stickstoff aus der Luft binden. Bauern wussten das zu schätzen. Die Lupine war also nicht nur Nahrung, sondern auch eine Art natürliche Bodenpflege mit Wurzeln.
Besonders in schwierigen Zeiten spielte sie eine Rolle. Während der Weltkriege und in den Nachkriegsjahren wurde aus Lupinen sogar Kaffeeersatz hergestellt. Echter Kaffee war knapp oder teuer –
also kamen geröstete Lupinenkerne in die Tasse. Nicht jeder war begeistert, aber wie wir im Rheinland wissen: „Et kütt wie et kütt.“ Und wenn kein Kaffee da ist, dann eben Lupinenkaffee.
Heute erlebt die Süßlupine ein Comeback. Nicht aus Not, sondern weil viele Menschen wieder regionaler, nachhaltiger und bewusster essen wollen. Die Pflanze enthält viel Eiweiß, Ballaststoffe sowie Magnesium und Eisen. Außerdem braucht sie keine langen Transportwege aus Übersee. Während Sojabohnen oft um die halbe Welt reisen, kann die Lupine praktisch von nebenan kommen – vielleicht sogar vom Feld hinter dem Dorf.
Und genau deshalb passt sie so gut in die bergische Küche: bodenständig, sättigend, regional und ein bisschen unterschätzt.
Zum Beispiel in einer kräftigen Bergischen Bohnensuppe mit Süßlupinen. Deftig, ehrlich und perfekt für Tage, an denen das Wetter draußen wieder zeigt, warum das Bergische Land so schön grün ist.
Rezept: Bergische Bohnensuppe mit Süßlupinen
Zutaten für 4 Personen
Zubereitung
Dazu passt kräftiges Bauernbrot – und wer möchte, natürlich eine Tasse Lupinenkaffee. Ganz traditionell.
Mo
20
Apr
2026
Es war einmal; und leider ist das keine Erfindung; ein grüner, wasserreicher Landstrich im Rheinland mit vielen Tälern: das Bergisches Land. Sanfte Hügel, Fachwerkhäuser, Wälder, Bäche, Talsperren. Viel Natur, viel Ruhe. Ein Ort, an dem ich meinen könnte, die Welt sei noch in Ordnung. Und irgendwo zwischen all dem Grünem sitzt eine Partei und führt einen Konflikt. Nicht politisch. Nicht demokratisch. Sondern… per Strafanzeige.
Wo früher Bäche rauschten, rauscht jetzt Papier
Während draußen die Dhünn und die Strunde leise durch die Landschaft fließen und die Wälder rund um Bergisch Gladbach im Wind rauschen, rauscht drinnen vor allem eines: Papier und Formulare. Strafanzeige hier, Vorwurf da, Drohung dort, Kommandoton hier, eben autoritär. Wir könnten fast glauben, die eigentliche Ressource dieser Region sei nicht Wasser, sondern Formulare und Autokratismus. Und während die Natur völlig unbeeindruckt weiter existiert, entfaltet sich im Inneren ein bizzares Schauspiel, das eher an ein schiefgelaufenes Grimm-Märchen erinnert als an ernsthafte Politik im Interesse der Menschen und Wähler:innen.
Die Zauberlehrlinge von der Dhünn und die Waldfee von der Strunde
Da stehen sie, die eifrigen Akteur:innen, irgendwo zwischen Parteigeschäftsstelle, Wildschweinjagd und Selbstüberschätzung, wie ein regionaler Ableger aus Der Zauberlehrling und die Waldfee aus Schneewittchen. Nur dass sie keine Besen zum Leben erwecken, oder keine Zauberstaub verstreuen, sondern Verfahrensabläufe und Prozesse. Und wie beim Original stellt sich schnell heraus: Die Dinge geraten schneller außer Kontrolle als erwartet. Nur fehlt hier die Meisterin und der Meister, die das Ganze wieder einfangen könnten. Vielleicht hätte Karl Marx dazu gesagt, dass sich Geschichte wiederholt; erst als Tragödie, dann als Farce. Im Bergischen LAnd wirkt es eher wie Farce von Anfang an bis zum bitteren Ende.
Rumpelstilzchen im Sitzungsraum
Ein anderer Teil der Geschichte erinnert an Rumpelstilzchen. Da wird im Verborgenen gewerkelt, gefordert, gedroht, geschrien; und am Ende soll etwas Wertvolles herauskommen: politische Kontrolle. Nur dass hier kein Stroh zu Gold gesponnen wird, sondern Konflikte zu leeren und wilden Strafanzeigen ohne Hand und Fuß. Und wie im Märchen steht irgendwann die entscheidende Frage im Raum: Wie heißt das eigentlich, was hier passiert? Sobald der Name klar ausgesprochen wird, verliert das Ganze seinen Zaubereffekt mit Überraschungseffekt und Abschreckung fehlt auch. Und während das kleine Männchen wütend um das Feuer tanzt und springt, hören wir aus der Ferne einen Satz von Rosa Luxemburg nachhallen und leider verhallen: Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden. Ein Satz, der in diesem Raum ungefähr so willkommen ist wie Licht in einer sehr dunklen Foto-Kammer.
Die Stadtmusikant:innen ohne Musik
Und dann sind da noch die, die sich zusammentun. Wir könnte sie fast für die Bremer Stadtmusikanten halten. Nur dass sie keine Musik machen, sondern Disziplinierung betreiben. Im bergischen Nebel klingt das dann ungefähr so: „Das wird jetzt so gemacht. ... oder lass es“; „Diskussion beendet.“; „Das wird angezeigt bei der Polizei.“ … Ein Chor aus Anweisungen und Formulare statt Argumenten. Da höre ihn alle bis in die Täler mit Wasserrauschen; aber niemand bleibt stehen, um zuzuhören, wie das klinkt.
Die Kaiser:in und der König im Fachwerkhaus
Und über allem schwebt die vielleicht treffendste Szene: Des Kaisers neue Kleide; nur verlegt in ein bergisches Fachwerkhaus. Alle sehen, dass da nichts ist: * keine wirklich verständliche Begründungen; * keine überzeugenden Argumente; * keine politische Linie; * keine Strategie … Aber einige tun so, als wäre alles in bester Ordnung und umarmen sich vor Glück. Bis jemand den offensichtlichen Satz ausspricht. Und genau in diesem Moment kommt sie wieder eine Trillerpfeife ins Spiel: die Strafanzeige.
Die Zauber:innen im alten im Wald
Wer durch die Wälder des Bergischen Lands spazieren geht, könnte sich vorstellen, wie die großen Figuren der Demokratiebewegung dort zwischen den Bäumen stehen, diskutieren und das Ganze beobachten. Der heimische Friedrich Engels würde vermutlich trocken feststellen, dass hier kein Klassenkampf stattfindet, sondern ein bemerkenswert kleinteiliger Ersatzkonflikt von Spießern. Die große Clara Zetkin würde sich fragen, wann genau die politische Organisierung durch autoritäres Gehabe ersetzt, zersetzt und zerstört wurde. Und der begabte Antonio Gramsci hätte vermutlich eine klare Antwort darauf, warum Hegemonie so sicher nicht entsteht, sondern leicht durchschaubar bleibt.
Und die Moral liegt im Tal
Das alles ist tatsächlich kein Märchen. Auch wenn es sich genauso liest. Es ist eine wahre Geschichte aus einem schönen Landstrich, der eigentlich für ganz andere Dinge bekannt ist: Natur, Wasser, Ruhe, Schnaps, .... Und genau hier zeigt sich etwas sehr Grundsätzliches und Tiefgreifendes: Wenn eigentlich politische Konflikte tatsächlich nicht mehr politisch geführt werden, sondern kriminalisiert, dann geht es nicht mehr um Inhalte; nicht mal mehr vorgeschoben. Dann geht es um eingebildete Macht, um Sucht nach Kontrolle – und oft genug um nichts weiter als verletzten Ehrgeiz oder Stolz. Das Ergebnis ist so vorhersehbar wie unerquicklich peinlich: * weniger Debatte; * mehr Einschüchterung; * weniger Engagement; * mehr Schaden; * wenig Freunde … Und während draußen die blauen Bäche weiter fließen und die Wälder noch ruhig bleiben, passiert drinnen doch etwas ganz anderes: Das fahren manche mit erstaunlicher Konsequenz genau das gegen die sprichwörtliche Wand, wofür sie angeblich stehen und eingetreten sind. brahm ....
Kein Märchen, sondern Dummheit
Am Ende bleibt – bei aller erfrischender Satire – eine nüchterne und bittere Erkenntnis: Das, was hier passiert, ist keine fortschrittliche Politik. Es ist keine neue soziale Strategie. Es ist keine menschliche Stärke. Es ist schlicht das, was sichtbar wird, wenn politische Substanz fehlt und durch Lautstärke, Drohungen und Anzeigen ersetzt wird. Oder, um es im Stil des Bergischen Landes zu sagen:
Zwischen all dem Grün und vielen Wasser zeigt sich manchmal nicht die erhoffte Weisheit der Natur – sondern einfach nur sehr menschliche, sehr handfeste politische Dummheit.
Hier auch dazu lesen:
So
12
Apr
2026
Es gehört zum linken Selbstverständnis und vieler fortschrittlicher Zusammenhänge, gegen Unterdrückung zu kämpfen – gegen Rassismus, gegen Antisemitismus, gegen Sexismus, gegen jede Form von Ausgrenzung.
Gerade deshalb fällt es so schwer, darüber zu sprechen, wenn wir Ausgrenzung ausgerechnet in diesen Räumen erleben.
Und doch ist genau das meine Erfahrung. Nicht als Einzelfall, nicht als unglückliche Ausnahme, sondern als wiederkehrendes Muster bei denen, bei denen wir es eigentlich nicht vermuten und die Antifaschismus und Antirassismus mit Fahnen vor sich hertragen und deshalb solche Kritik laut von sich weisen, denn: „Was nicht sein kann, gibt es auch nicht.“
Euer Selbstbild – unsere Realität
Was dabei besonders belastet, ist nicht nur die Ausgrenzung selbst – die erlebe ich seit meiner Kindheit, auch wenn ich mich nie daran gewöhnen werde –, sondern der Umgang damit. Immer wieder wird dann erklärt, es habe sich um ein „Versehen“ gehandelt, um „Unachtsamkeit“, um ein Missverständnis. Für sich genommen mag das immer wieder plausibel klingen. Aber wenn sich diese angeblichen Versehen ständig wiederholen – obwohl die Sensibilität darum längst bekannt ist, obwohl es Hinweise, Gespräche und Kritik darüber gab –, dann verliert diese Erklärung ihre Glaubwürdigkeit.
Was als Entschuldigung gemeint ist, wirkt dann nicht entlastend, sondern wie ein weiterer Schlag ins Gesicht.
Denn eine Entschuldigung, die nichts verändert und den Status quo bestehen lässt, setzt das Problem fort. Sie verschiebt die Verantwortung – weg von den handelnden Strukturen hin zu den
Betroffenen. Plötzlich stehen nicht mehr die wiederholten Erfahrungen von Ausgrenzung und Diskriminierung im Mittelpunkt, sondern unsere Gegenwehr und Reaktion darauf. Sie drehen den Spieß um!
Wenn wir uns wehren, gilt das als „zu sensibel“, als „überzogen“. Uns wird unterstellt, wir würden Rassismus politisch instrumentalisieren. Das trifft – und es verletzt erneut – und das soll uns auch gezielt verletzen, bewusst ausgrenzen, absichtlich nicht einladen, einschüchtern und ruhigstellen.
Denn damit wird nicht nur die ursprüngliche Erfahrung nicht anerkannt, sondern zusätzlich infrage gestellt. Unsere migrantische Perspektive wird delegitimiert, unsere Wahrnehmung relativiert. Aus Menschen, die Diskriminierung benennen, werden diejenigen, die sich rechtfertigen müssen.
Politik ist keine Privatsache, sondern immer öffentlich!
Hinzu kommt ein weiteres Muster, das ich als besonders problematisch erlebe: Ablehnung und bewusste Abgrenzung von einzelnen Personen wird als „Privatsache“ dargestellt, die von anderen zu
respektieren sei. Im privaten Umfeld oder im Verein mag das gelten. Aber in einer politischen Organisation, die sich gemeinsamen Zielen verpflichtet hat und gesellschaftliche Verantwortung real
übernimmt, greift dieses Ausweichen und Wegducken zu kurz. Unbequeme Kritik wird willkürlich zu "Interna" erklärt, was nicht öffentlich besprochen werden dürfte. Andere relativieren die
berechtigte Kritik oder verspotten die Betroffenen ganz direkt und offensiv. Mit "Mimimimi" werden Menschen polemisch abgewertet, erniedrigt und ihre Reaktion wird als "übertriebenes
Gejammer", "weinerliches Verhalten" oder "unnötiges Klagen" verspottet und an den Randgeschoben.
Doch solche für alle sichtbar unsolidarische Ausgrenzung ist keine Privatsache und kann politisch nicht respektiert oder einfach umgedeutet werden. Es gehört auch nicht in private Räume kleine
Gesprächskreis oder abgelegenen Hinterzimmern, sondern muss offen und mit allen besprochen und dort gelöst werden.
Persönliche Antipathien dürfen dort nicht zur Grundlage politischer Praxis werden – auch das ist ein linker Grundsatz – und erst recht nicht dann, wenn sie mit Ausgrenzung und Diskriminierung einhergehen. Wenn persönliche Ablehnung oder auch rassistische Muster zur „Privatsache“ erklärt werden, die nicht benannt oder öffentlich diskutiert werden dürfen oder in geschlossen Zirkeln besprochen werden sollen, wird dies nicht nur geleugnet. Die Beteiligten wollen sich entziehen, nicht dazu stehen und keine Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Dennoch bestehen sie auf ihr Tun und fordern von anderen Gehorsam ein, nennen dies dann "Respekt vor der persönlichen Entscheidung und Befindlichkeit". Tatsächlich betrifft sich aber die ganze Gruppe und erzeugt politischen Schaden den alle tragen müssen. Es ist eben keine Privatsache, wenn jemand anderen ausgrenzt und nicht reden will.
Organisation entzieht sich ihrer eigenen Verantwortung.
Natürlich müssen politische Räume Rücksicht auf Menschen und ihre Lebenssituation nehmen. Aber sie dürfen sich nicht ihrem eigenen Anspruch, Programm und ihren Zielen entziehen, indem sie zulassen, dass Einzelne Ausgrenzung und Diskriminierung in den Bereich des Privaten verschieben, um es damit eine solidarischen Debatte zu entziehen. Was politisch wirkt, ist nicht privat – und muss auch politisch und innerhalb der Organisation öffentlich verhandelbar sein.
Das „Versehen“, das immer uns trifft
Gerade dort, wo Rassismus und Sexismus zusammenwirken, erleben wir dieses Muster besonders deutlich: Kritik wird emotionalisiert, individualisiert und damit entpolitisiert. Es geht dann nicht mehr um Strukturen, sondern um angebliche persönliche Befindlichkeiten. Nicht mehr um reale strukturelle Ausschlüsse und Diskriminierung, sondern um die Frage, ob wir „nicht übertreiben“, „zu sensibel sind“ und .
So entsteht eine Dynamik, in der sich Ausgrenzung immer weiter und wiederholt reproduziert – nicht nur durch das ursprüngliche Handeln, sondern auch durch die Art und Weise, wie darauf reagiert wird. Es setzt sich weiter und weiter fort, wird sogar von anderen übernommen, die sich bestärkt darin fühlen, anderen zu verurteilen und auszugrenzen, auch wenn sie keine persönlichen Gründe dafür haben und schon jetzt wird klar, dass der nächste Schlag kommen wird.
Nicht eingeladen. Nicht gemeint. Nicht erwünscht!
Da geht es deshalb nicht um einzelne Fehler, sondern um eine Frage der angeblichen „Gemeinschaft“. Es geht darum, warum sich diese „Fehler“ so verlässlich immer wieder wiederholen. Und warum die Reaktion darauf immer nur darin besteht, ihre Bedeutung zu relativieren, statt ihre Ursachen zu hinterfragen und endlich wirksam und nachhaltig abzustellen.
Solange „Versehen“ oder „Unachtsamkeit“ als Erklärung ausreicht, ohne dass sich etwas ändert, wird sich auch nichts ändern.
Wir brauchen eine ehrliche Auseinandersetzung. Eine, die unsere Erfahrungen ernst nimmt, die bereit ist, die eigenen Strukturen zu hinterfragen und die Verantwortung nicht nur in Worten übernimmt, sondern im tatsächlichen Handeln. Ausgrenzung muss beendet werden.
Denn wenn wir als links Denkende, die glaubwürdig gegen Rassismus, gegen Antisemitismus und gegen Sexismus eintreten wollen, müssen wir bereit sein, genau dort hinzuschauen, wo es am unbequemsten
ist: in den eigenen Reihen und in den Spiegel.
Siehe dazu auch:
KOMMENTRAGFUNKTION: INFORMATION AN DIEJENIGEN DIE KOMMENTARE ABGEGEBEN HABEN:
Die Kommentarfunktion wurde abgeschaltet, da es
zu anonymen und persönlichen Angriffen gegen Beteiligte gekommen ist und tatsächlich kaum wertvolle Informationen zum Text enthielt. Offenbar haben sich einige Personen ganz direkt angesprochen
gefühlt, warum auch immer? Wer gerne etwas dazu schreiben will, kann mich direkt anschreiben: [email protected] Ich werde es dann gegebenenfalls an dieser Stelle veröffentlichen.
Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich an dieser Stelle noch etwas dazu kommentieren, denn es ist ziemlich eindeutig, wer hier beteiligt war.
Fr
27
Mär
2026
Mit dieser Aufforderung wurde klar: Kritik soll nicht besprochen oder widerlegt, sondern unterbunden werden. Dabei gehört Konflikt zu solidarischer Politik – offen, streitbar,
lösungsorientiert. Wer Debatten verhindert, autoritären Druck ausübt oder mit Mobbing arbeitet, handelt undemokratisch. Ich widerspreche solchen Methoden entschieden. Kritik ist kein Störfall,
sondern der Anfang von Fortschritt.
Kolumne:
Seit der Jugendalter bin ich in Bergisch Gladbach ehrenamtlich, in Interessenvertretungen und politisch engagiert. Dabei war es nie nur „Frieden, Freude, Eierkuchen“. Konflikte gehörten immer
dazu, auch harte. Diese wurde jedoch nicht ausgewichen, sondern sie wurden offen und streitbar ausgetragen – mit dem Anspruch, gemeinsam Lösungen zu finden. Wer sich nicht vertreiben lässt, muss
einstecken können, zuhören, Kritik annehmen, auch zurückstecken, Fehler eingestehen und sich verändern. Das gehört zu einem ernst gemeinten solidarischen Anspruch, der wirklich alle mitnehmen
will.
Und genau so hat eine inhaltliche Zusammenarbeit immer funktioniert funktioniert, auch ohne sich zu mögen. Nicht, weil Einigkeit bestand, sondern weil miteinander gesprochen wurde und alle sich auf gemeinsame Ziele konzentriert haben, statt auf das eigene Ego, Befindlichkeiten oder individuellen Wünsche. Es ging eben nicht nur um die eigenen Anforderungen, sondern um die Sich auf das Ganze. Weil klar war, dass Zusammenarbeit wichtig und notwendig ist: Unterschiedlichkeit ist Realität, Erfahrungen und Ansichten – und gemeinsam kommen wir weiter als gegeneinander. In basisdemokratischen, offenen und fortschrittlichen Zusammenhängen zeigt die Erfahrung, dass Konflikte produktiv werden können, wenn die Bereitschaft da ist, Kompromisse zu suchen und aus verschiedenen Positionen etwas Neues und Tragfähiges zu entwickeln.
Was dabei jedoch lange nicht vorgekommen ist: dass innerhalb solcher Zusammenhänge versucht wurde, Personen das Wort zu verbieten, sie ständig zu unterbrechen oder sie über Anzeigen ganz mundtot zu machen, weil ihre inhaltlichen Positionen unbequem sind und nicht in das eigene politische Weltbild passen.
Solche Methoden sind bislang eher von gestandenen Rechten und Nazis bekannt – und selbst dort sind sie letztlich gescheitert. So gab es schon mehrere erfolglose Versuche von Rechten über Anzeige, Abmahnung oder Klage Aussagen und Darstellungen von mir zu unterbinden. In demokratischen Initiativen und Gruppen war und ist das dagegen bis heute nicht der Umgang miteinander. Denn das Grundrecht auf Meinungsfreiheit wird immer und überall wahrgenommen, wann immer es notwendig ist. Und in demokratischen und fortschrittlichen Gruppen darf es keinen Platz dafür geben, dass Menschen durch autoritäre Muster, Einschüchterung, aggressives Auftreten oder sogar Mobbing verdrängt werden. Dem muss sich entschlossen entgegengestellt werden.
Umso alarmierender ist, was mir zuletzt passiert ist. Sinngemäß wurde gegenüber mir ganz direkt und unverhohlen geäußert:
Tatsächlich war der Ton der Ansage noch deutlich schärfer und als Drohung zu verstehen rauszufliegen, so wie es bei anderen schon umgesetzt wurde. Dabei ging es nicht um eine Privatsache, sondern
öffentliche Prozesse und Verantwortung, die auf öffentliche Entscheidungen beruhen. Es ging um zentrale politische Fragen der Organisation.
Das offenbart ein grundlegendes Problem: Eine solche Haltung ist nicht nur unangemessen, sondern politisch und menschlich inakzeptabel. Hier wird nicht argumentiert, sondern Druck ausgeübt. Es
geht nicht um Klärung, sondern um das Abwürgen von Kritik, um bestimmte Menschen zu isolieren, an den Pranger zu stellen und ohne inhaltliche Aussprache zu diffamieren.
Das ist nicht nur undemokratisch, sondern trägt klare Züge von Mobbing. Denn es richtet sich nicht gegen Inhalte, sondern gegen Personen. Kritik soll nicht widerlegt, sondern unterbunden werden. Wer sich inhaltlich und mit Argumenten äußert, wird unter Druck gesetzt, isoliert und zum Schweigen gebracht. Das ist kein solidarischer Umgang – das ist ein Machtinstrument.
Besonders kritisch ist dabei der Versuch, Themen aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Es geht hier nicht um private Befindlichkeiten, sondern um einen politischen Auftrag im öffentlichen Interesse. Politisches Handeln bedeutet Verantwortung – und diese ist immer auch öffentlich. Transparenz, Kritik und Debatte sind keine Störung, sondern grundlegende Voraussetzungen demokratischer und fortschrittlicher Praxis.
Die Forderung, alles „persönlich“ zu klären oder zu schweigen, ist daher nichts anderes als ein Versuch, Kontrolle über den Diskurs zu erlangen. „Stalinistische Einheit“ und Geschlossenheit wird über Wahrheit gestellt, stille Ruhe über Gerechtigkeit und unbedingte gehorsame Disziplin über demokratische Beteiligung und politischen Diskurs. Das widerspricht jedem Anspruch an eine pluralistische und fortschrittliche Organisation.
Hinzu kommt: In der politischen Analyse zeigen sich hier deutliche Warnsignale, wie sie auch aus sektenartigen oder stark abgeschlossenen extremistischen politischen Gruppen bekannt sind. Dazu gehören die Kontrolle von Kommunikation nach außen, die Abwertung oder Unterdrückung abweichender Meinungen, Konformitätsdruck sowie die Erwartung von Loyalität statt offener Debatte um Inhalte und Argumente. Wenn Kritik und streitbarer Diskurs nicht mehr als notwendiger Bestandteil gemeinsamer Entwicklung gilt, sondern als Störung, die beseitigt werden soll, entfernt sich eine Organisation von demokratischen Grundprinzipien.
Besonders verheerend wird dieser Zustand, wenn solches Verhalten nicht klar zurückgewiesen wird. Wenn eine Minderheit autoritär agiert, aber eine schweigende Mehrheit dies unwidersprochen duldet, entsteht ein Klima, in dem Mobbing und Machtmissbrauch wachsen können. Schweigen ist hier keine Neutralität – es stabilisiert und legitimiert genau diese autoritären und autokratischen Strukturen.
Wo Kritik unterdrückt, Diskussionen kontrolliert und abweichende Meinungen sanktioniert werden, entstehen menschenverachtende Dynamiken, die eher an sektenartige Strukturen erinnern als an eine offene demokratische und humanistische Organisation. Nach außen wird unbedingte Einheit inszeniert, während intern Druck, Anpassung und Disziplinierung herrschen, die Abweichler isolieren soll. Das steht im direkten Widerspruch zu dem, wofür fortschrittliche, nachhaltige und basisdemokratische Politik eigentlich stehen sollte.
Eine solche Organisation lebt davon, dass unterschiedliche Meinungen nicht nur geduldet werden, sondern ausgelebt werden und auch sichtbar sind, dass Konflikte offen ausgetragen werden und dass Kritik nicht bestraft, sondern ernst genommen wird. Basisdemokratie bedeutet, Widersprüche auszuhalten, zuzuhören und politisch zu bearbeiten und zu antizipieren – nicht, sie zu unterdrücken.
Wer Debatten verhindert, stellt sich gegen diese Prinzipien. Und wer glaubt, politische Konflikte ließen sich durch Schweigen, autoritären Druck, Ausgrenzung, Isolation und Mobbing lösen, hat nicht verstanden, wie Diskurs und demokratische Willensbildung in einer offenen und vielfältigen Welt funktioniert.
An solche Praktiken dürfen und nicht beteiligen, sondern müssen diesen offen widersprechen. Kritik muss ausgesprochen werden – gerade dann, wenn sie unbequem ist. Kritik der der Anfang von jeden
Fortschritts.
Die Antwort auf Rede- und Sprechverbote, Drohungen, Zensur und Diskriminierung muss immer sein: "Jetzt erst recht und öffentlich, damit es alle lesen und hören
können!
Fr
20
Mär
2026
Kommentar: Es ist ein Muster, das zunehmend auffällt – und das jede demokratische Organisation alarmieren sollte: Kritik an Amtsträger:innen wird immer seltener politisch beantwortet, sondern immer häufiger mit Strafanzeigen gekontert.
Was eigentlich selbstverständlich sein sollte – nämlich offene, auch harte inhaltliche Auseinandersetzung – wird so schleichend verschoben. Weg von der Debatte, hin zur Drohkulisse außerhalb von Satzungen und demokratischen Statuten.
Aktuelle politische oder sogar innerparteilicher Konflikt zeigen, wie sich diese Dynamik zuspitzen kann. Ausgangspunkt war eine ganz normale politische Auseinandersetzung: Kritik an Entscheidungen und am Verhalten von Funktionsträger:innen. Genau dafür gibt es in Parteien demokratische und gesetzliche vorgeschrieben Instrumente – etwa interne Schiedsverfahren, die für alle Mitglieder zugänglich sind. Sie sind kein Störfaktor, sondern ein bewusst geschaffenes Mittel, um Konflikte transparent, rechtsstaatlich und innerorganisatorisch zu klären. Sie sollen den Weg über staatliche Gerichte ersetzen und sind denen vorgeschaltet.
Doch genau hier beginnt das Problem: Wenn Kritik, die in einem solchen Schiedsverfahren geäußert wird, plötzlich zum Anlass für eine Strafanzeige genommen wird, wird ein demokratisches Instrument faktisch umgedreht. Was der offenen und fairen Klärung dienen soll, wird zum Risiko für diejenigen, die es nutzen.
Das wirft eine grundlegende Frage bei Strafanzeigen auf: Geht es hier noch um Aufklärung – oder längst um Abschreckung?
Denn die Wirkung einer Strafanzeige ist offensichtlich. Wer Missstände anspricht, wer Machtmissbrauch hinterfragt, wer interne Probleme benennt, muss plötzlich nicht nur mit politischem Widerspruch rechnen, sondern mit strafrechtlichem Druck. Genau darin liegt die Brisanz: Die Grenze zwischen legitimer Rechtswahrnehmung und dem gezielten Einsatz von Strafanzeigen als Disziplinierungsinstrument beginnt zu verschwimmen.
Aus fortschrittlicher humanistische Perspektive ist klar: Das ist kein neutraler Vorgang. Es ist ein Angriff auf politische Kultur, pluraler Meinungsfreiheit und Basisdemokratie in einer Partei.
Denn Kritik – auch zugespitzte, unbequeme, nervige Kritik – ist kein Störgeräusch. Sie ist der Kern demokratischer Praxis. Ohne sie gibt es keine Kontrolle von Macht, keine Korrektur von Fehlentwicklungen, keine lebendige offene basisdemokratische Organisation. Die Funktion eines Schiedsverfahrens ist es die Mitglieder und die Organisation zu schützen. Es ist ein quasi als solidarischer Schutzraum für beide Seiten gedacht. um Probleme neutral und fair aufzulösen.
Wer hingegen Machtkritik und politische Kritik innerhalb eines rechtsstaatlichen Verfahrens mit Strafanzeigen beantwortet, stellt sich faktisch gegen genau diese Prinzipien. Gegen Pluralität. Gegen Meinungsfreiheit. Gegen basisdemokratische Strukturen. Und letztlich gegen die Idee, dass politische Organisationen von unten nach oben funktionieren sollen – und nicht umgekehrt.
Amtsträger:innen tragen hier eine besondere Verantwortung. Sie sind nicht nur Repräsentant, sondern auch Zielscheibe von Kritik – und das ist kein Betriebsunfall, sondern Teil ihres Mandats und Auftrag der Mitglieder innerparteilichen Kooperation und Gemeinsamkeit zu organisieren. Wer ein Amt übernimmt, übernimmt auch die Pflicht, sich dieser Kritik zu stellen. Politisch. Argumentativ. Transparent. Öffentlich.
Wer stattdessen versucht, legitime Kritik über Strafanzeigen zu delegitimieren oder mundtot zu machen, weicht der politischen Auseinandersetzung aus. Mehr noch: Sie oder er verschiebt das Kräfteverhältnis zulasten derjenigen, die ohnehin weniger Einfluss haben. Das beschädigt Vertrauen – und es vergiftet die gesamte solidarische Debattenkultur.
Für die Betroffenen sind solche Strafverfahren kein abstraktes Problem. Sie kosten Zeit, Geld und Nerven. Und selbst wenn am Ende nichts daran hängen bleibt, entfalten sie eine klare autoritäre Wirkung: Sie soll auch alle abschrecken, die es wagen zu widersprechen oder Kritik zu formulieren. Sie senden eine Botschaft an alle anderen: „Schweigt! Überlegt euch gut, ob ihr den Mund aufmacht.“
Das ist das Gegenteil von gelebter Basisdemokratie.
Hinzu kommt eine zweite Konfliktebene: der Umgang mit Vertraulichkeit und sensiblen Informationen. Wenn interne Daten weitergegeben werden oder der Eindruck entsteht, dass Vertrauen gebrochen wird, verschärft das bestehende Konflikte massiv. Besonders problematisch wird es dann, wenn solche Dynamiken genutzt werden, um einzelne Personen technokratisch aus Kommunikations- oder Entscheidungsstrukturen herauszudrängen und rauszuhalten, weil sie pluralistische Positionen einbringen könnten.
Auch das ist eine Frage von "Machtmissbrauch".
Und auch das gehört politisch, sachlich und solidarisch geklärt – nicht strafrechtlich eskaliert.
Wichtig ist dabei: Natürlich sind Strafanzeigen nicht per se illegitim. Es gibt Situationen, in denen sie notwendig und richtig sind. Aber es gibt eben auch das Gegenteil: Fälle, in denen sie missbraucht werden – als Druckmittel, als Drohkulisse, als Versuch, Kritik zu unterbinden.
Besonders deutlich wird das, wenn sich Strafanzeigen gegen Äußerungen richten, die im Rahmen eines geregelten, rechtsstaatlichen Schiedsverfahrens gemacht werden. Diese Schiedsverfahren sind nicht nur klare gesetzliche geregelt, sondern auch in die Statuten und sie gehören zu den grundlegenden Rechten jedes Mitglieds. Darin formulierte kritische Aussagen sind nach eindeutiger Rechtsprechung keine Straftat. Es liegt in der Natur der Sache, dass dort klare Worte formuliert werden. Dann geht es nicht mehr nur um einen Konflikt zwischen Einzelpersonen, sondern auch um strukturelle Fragen. Wer diese basisdemokratischen Rechte der Mitglieder durch eine Strafanzeige angreift, greift nicht nur die Personen an, sondern die ganze Organisation und demokratischen Prinzipien und Gremien insgesamt. Denn so wird versucht, genau die Instrumente auszuhebeln, die demokratische Organisationen zur Konfliktlösung geschaffen haben.
Wer so autoritär und autokratisch überheblich handelt, stellt nicht nur einzelne Kritiker:innen unter Druck – sondern greift die inneren Grundlagen demokratischer Selbstorganisation an.
Am Ende bleibt ein Spannungsfeld: Natürlich hat jede Person das Recht, sich juristisch zu wehren. Aber ebenso gilt: Eine demokratische Kultur lebt davon, dass Kritik möglich ist – ohne Angst vor Repression.
Wo diese Balance kippt, kippt mehr als nur ein einzelner Konflikt.
Dann steht die Frage im Raum, wie ernst es Organisationen tatsächlich meinen mit Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und innerer Offenheit. Und genau diese Frage muss an die Amtsträger:innen gestellt werden, dies dieses mittragen und dazu schweigen.
Auch interessant dazu:
Do
12
Mär
2026
Blut trocknet noch auf den Straßen der Städte,
Rauch zieht über Dächer aus Staub und Stein.
Hinter Mauern aus Eisen und Schweigen
sitzen Menschen mit gefesseltem Herz –
doch ihr Mut lässt sich nicht einsperren.
Viele sind gegangen in dunkler Stunde,
über Berge, über Meere, durch Nacht und Gefahr.
Sie ließen Familien und Freunde zurück,
doch sie tragen die Hoffnung weiter
wie ein Licht, das kein Sturm ersticken kann.
Frauen tragen Narben der Gewalt,
doch ihre Stimmen werden stärker.
Töchter und Söhne sitzen in Zellen der Folter,
doch ihre Würde bleibt ungebrochen.
Und über Städten heulen Sirenen,
Bomben fallen auf Häuser und Straßen.
Krieg wirft seine Schatten auf das Leben –
doch selbst im Donner der Explosionen
ruft ein Volk nach Freiheit.
Ein Ruf, geboren aus Mut und aus ungebrochenem Willen:
Jin, Jiyan, Azadî – Frau, Leben, Freiheit.
Es sind mehr als drei Worte.
Sie sind Atem, Bewegung, Aufstand.
Sie tragen die Hoffnung der Frauen,
die Würde eines Volkes,
und den Traum einer freien Zukunft.
Widerstand ist Leben.
Denn wer sich erhebt gegen Tyrannei,
wer sich gegen Krieg und Unterdrückung stellt,
der trägt bereits den Anfang der Freiheit in sich.
Wenn Dunkelheit euch umgibt
und die Last der Tage schwer auf den Schultern liegt,
wenn Angst und Trauer den Weg verdunkeln,
dann denkt daran:
Kein Volk kämpft allein.
Über Grenzen hinweg hören Menschen euren Ruf.
In vielen Sprachen wird euer Mut erzählt.
Eure Stimmen tragen weiter
als Mauern, Gefängnisse und Gewehre.
Wenn einer fällt, stehen viele auf.
Wenn eine Stimme verstummt,
werden tausend neue laut.
So wächst Hoffnung aus Schmerz und Tränen,
so wächst Stärke aus Solidarität.
Darum haltet die Träume lebendig.
Haltet die Freiheit fest gegen die Nacht.
Denn jeder Schritt im Widerstand
ist ein Schritt in eine neue Welt.
Und der Morgen wird kommen.
Mauern werden fallen.
Tyrannen werden verschwinden
wie Schatten im Licht.
Dann wird ein Volk voller Stimmen
seine Zukunft selbst bestimmen.
Bis dahin tragen wir eure Worte weiter:
Frau, Leben, Freiheit! Widerstand ist Leben.
Ihr seid nicht allein.
Und gemeinsam –
über Grenzen, Sprachen und Länder hinweg –
werden wir stärker als Angst und Gewalt.
Denn vereint wird ein Volk niemals klein.
Und wenn Menschen für Gerechtigkeit kämpfen,
wird Hoffnung größer als jede Macht.
Am Ende dieses langen Weges
stehen wir zusammen.
Wir werden siegen!
Tomás M. Santillán, März 2026
So
01
Feb
2026
Auf den ersten Blick scheinen das zwei völlig verschiedene Dinge zu sein: Das eine ist böse Absicht, das andere einfach nur dumm.
Und doch begegnen wir im Alltag ständig Menschen, bei denen beides zusammenkommt – oft eng verschränkt, deutlich sichtbar und ganz unverhohlen.
Das liegt nicht daran, dass Dummheit automatisch böse macht. Es liegt daran, dass Nicht-Nachdenken, kein Bock auf andere Perspektiven, Dogmatismus, Narzissmus und sich total sicher fühlen ohne Grund ein verdammt gutes Nährboden für Gemeinheit ist. Oft kommt noch die pure Lust an der Macht oder ein pathologischer Kontrollzwang über andere Menschen dazu.
Wer nicht nachdenkt, fragt nicht. Wer nicht fragt, findet das, was er gerade tut, irgendwie immer okay: „Die haben’s ja selbst provoziert.“ „Ohne harte Hand geht’s nicht.“ „Man kann nicht jeden retten.“ Solche Sätze klingen für den, der sie sagt, völlig logisch.
Hannah Arendt hat das mit der „Banalität des Bösen“ auf den Punkt gebracht: Die schlimmsten Dinge passieren oft nicht, weil da ein Monster am Werk ist, sondern weil jemand einfach nicht richtig hingeschaut hat, nicht nachgedacht hat, was seine Unterschrift, sein Stempel, sein „Weiterleiten“ eigentlich anrichtet.
Dummheit ist hier keine fehlende Schulnote – es ist die Weigerung, sich vorzustellen, wie es sich für die anderen anfühlt, fehlende Empathie, pure Rücksichtslosigkeit, um den eigenen Willen von oben herab durchzusetzen. Wer die Welt nur noch in „wir gegen die“ sieht,
kann die übelsten Dinge als „leider notwendige Maßnahme“ verkaufen.
Aber Achtung: Wir dürfen das Böse nicht einfach mit „der war halt dumm“ entschuldigen. Es gibt genug schlaue, gebildete, bestens informierte Leute, die ganz genau wissen, was sie tun – und es trotzdem oder sogar genau deshalb tun. Die die Lage kennen, die Regeln kennen, die Geschichten kennen. Und dann ganz bewusst entscheiden: „Mir egal, Hauptsache mein Vorteil, meine Macht, meine Ideologie bleibt stehen.“
Da fängt die echte Bosheit an: nicht beim Nicht-Wissen, sondern beim Wissen und trotzdem Weitermachen. Und auch diejenigen, die dabei zuschauen und nicht widersprechen, begeben sich damit in die Sphäre des Bösen – sie werden zu Mittätern. Am Ende schaden sie sich oft auch selbst.
Das alles liegt also nicht immer zusammen – aber erschreckend oft. Und genau da, wo das Nachdenken abgeschaltet wird, macht das Schlechte sich breit: mal mit Parteibuch, mal mit Konzernkrawatte, mal mit Stammtisch-Bier, mal mit PowerPoint-Präsentation.
Deshalb müssen wir als Menschen beides bekämpfen: den Typen, der aus Bequemlichkeit mitläuft und nie fragt, genauso wie den, der mit offenen Augen zuschaut und trotzdem draufhaut.
Denn nur wer wirklich hinschaut – auch wenn’s wehtut, auch wenn’s kompliziert wird, auch wenn’s die eigene Blase sprengt – kann verhindern, dass aus Gedankenlosigkeit Gewohnheit wird und aus Gewohnheit dann ganz normaler Alltagsfaschismus.
Mi
07
Jan
2026
In den Tiefen des Lebens brennen drei Flammen:
Überzeugung, Liebe und Hoffnung.
Sie wachsen aus dem harten Boden von Erfahrungen aus Arbeit, Ungleichheit und Abhängigkeit – und aus dem Wissen, dass alles von Menschen gemacht ist und darum verändert werden kann.
Überzeugung ist der glühende Funke, der sagt: Das Gegebene ist nicht Schicksal. Es ist Macht, es ist Interesse. Überzeugung denkt nicht nur für sich, sondern an und für anderen, die unter denselben Lasten leiden.
Liebe ist keine zarte weiche Regung, sondern eine bewusste Tat. Sie teilt unsere Zeit und unser Brot, erkennt im Fremden die Schwester, den Bruder. Liebe wehrt sich gegen die Kälte des Wettbewerbs, Gegeneinander und nimmt Verantwortung an.
Hoffnung ist der leise Widerstand gegen die Starre und Ignoranz der Welt. Sie weiß: Geschichte und Veränderung werden erkämpft. Hoffnung leuchtet aus kleinen Siegen und sagt uns: Heute handeln hat Sinn.
Allein sind sie schwach. Ohne Überzeugung wird Liebe sentimental. Ohne Liebe wird Überzeugung hart. Ohne Hoffnung erlöschen beide. Alle zusammen aber sind sie eine unaufhaltsame Kraft aus Kritik und Zärtlichkeit, Widerstand und Blick nach vorn in die Zukunft.
In einer Welt, die auf dem Mangel vieler ruht und sich mit deren Lage abfindet, ist Neutralität Verrat auch an uns selbst. Überzeugung fordert aufrechte Haltung, brennend Liebe, entschlossene Parteinahme, lebendige Hoffnung, geduldige Ausdauer.
Sie sind uns Werkzeuge und bringen Licht ins Dunkle: um zu sehen, zu erdulden, zu ertragen, zu verändern, zu kämpfen. In ihrem einfühlsamen Tanz liegt die Verheißung einer Welt, in der Menschen nicht Mittel, sondern Sinn sind – und das Morgen denen gehört, die gemeinsam vorwärts schreiten.
Fr
12
Dez
2025
Tatsächlich echte, nur eingefärbte Fotos meiner deutschen Vorfahren mütterlicherseits – Nicolai und Pohl aus Wiesbaden. Mein Ur-Urgoßvater hatte sich zum ersten Weltkrieg freiwillig gemeldet und
ist direkt zwei Wochen zu Kriegsbeginn gefallen.
Meine Ur-Großmutter rechts im Bild im Alter von 12 Jahren. Ich hatte das Glück, dass ich sie noch hautnah erleben konnten und mich auch gut an sie und ihre Geschichten erinnern kann. … sie bleibt
in meinem Herzen und ich denke oft an sie …
In den nächsten Tagen folgen Fotos meiner argentinischen Vorfahren, die einst aus Navarra im Baskenland ausgewandert sind.
Familiengeschichte über Grenzen hinweg. Vergangenheit, die weiterlebt. Santillán..de
Do
13
Nov
2025
Wir leben in einer Zeit, in der die Diskussion selbst unter Verdacht geraten ist. In Talkshows und sozialen Netzwerken wird Meinung mit Haltung verwechselt, Lautstärke oder Polemik mit Argument, Symbolik mit Substanz. Die Fähigkeit zum Denken – genauer: zum kritischen Denken – scheint unter dem Druck permanenter Erregung und moralischer Schnellurteile zu erodieren. Und doch: Tatsächlich braucht es gerade jetzt mehr denn je ein linkes Denken, das sich nicht im Reflex verliert, sondern das Fragen stellt, wo andere längst Gewissheiten behaupten.
Die Krise des kritischen Denkens in der Gegenwart
Unser aller Gegenwart ist geprägt von rasanter Beschleunigung und schlichten Vereinfachung oder kurzen Antworten. Die Logik der vielen Plattformen verlangt klare Feindbilder, eindeutige Positionen, kurze Sätze und wenig Aussage. Widerspruch wird als hinterhältiger Angriff empfunden, Differenz als infamer Verrat. In diesem entmenschlichten Klima verkümmert die politische Kultur. Das Nachdenken über Strukturen, Machtverhältnisse und gesellschaftliche Widersprüche wird ersetzt durch moralische Gesten und symbolische Empörung.
Dabei ist es kein Zufall, dass gerade die politische Linke in diesem Strudel an vielen Stellen zerrieben wird. Denn ihre Stärke lag nie in Parolen, sondern eigentlich in der genauen Betrachtung,
dem Zuhören und der Analyse um Detail. Linkes Denken war immer kritisch, nie bequem und nie unterwürfig. Es war der entschiedene Versuch, die gesellschaftlichen Bedingungen zu verstehen, um sie
verändern zu können. Doch wer die Analyse verliert, verdrängt, ablehnt oder einfach nicht verstehen will, verliert auch den Kompass für das Handeln.
Die Wirkung der sozialen Medien – kurzfristige Aufmerksamkeit statt Argument
Die sozialen Medien haben das Denken nicht nur beschleunigt, sondern auch verändert und oft sichtbar reduziert. Sie belohnen nicht inhaltliche Tiefe, sondern Sichtbarkeit, Klicks und Likes. Was zählt, ist nicht die Überzeugungskraft eines Arguments, sondern seine Reichweite. Der Algorithmus liebt das Einfache, das Empörende, das Polarisierende, das kaute und nicht die nachdenkliche Zurueckhaltung.
So verwandeln sich politische Diskussionen oder offene Diskurse in symbolische Kämpfe um moralische Überlegenheit und Verdrängung. Inhalte werden zu Hashtags, Differenz zu Shitstorms und erkennbaren Mobbing. In dieser Aufmerksamkeitsökonomie wird Denken zur Ware und Haltung zur egozentrischen Inszenierung.
Wer sich Zeit nimmt, Argumente zu entfalten, wird übergangen und an den Rand geschoben. Wer Komplexität betont, verliert Reichweite und Klicks. Und wer kritische nachdenkliche Fragen stellt, riskiert den digitalen Pranger. So entsteht ein menschverachtendes Klima, in dem das Bedürfnis nach opportunistische Zustimmung größer wird als der Mut zur Kritik – ein idealer Nährboden für Konformismus und intellektuelle Trägheit.
Das Ergebnis ist oft fatal: Die sozialen Medien, die einst als Räume der Befreiung und des Austauschs galten, haben sich vielerorts zu Echokammern und Empörungsmaschinen entwickelt. Sie verstärken das, was linkes Denken zu überwinden sucht – Oberflächlichkeit, Dogmatismus und das unkritische Wiederholen von Phrasen. Was nicht sein darf gibt es auch nicht.
Die Reduktion der Debatte – und die Verarmung der bürger:innennahen Praxis
Wenn Diskussionen verkürzt und Inhalte verflacht werden, entsteht ein gefährlicher Automatismus: Handeln wird zum Selbstzweck. Wilder Aktivismus ohne Reflexion wird zur Pose und Selbstdarstellung
mit Selfie, Symbolpolitik ersetzt die Auseinandersetzung mit tatsächlicher Macht und Ökonomie. Es genügt, „auf der richtigen Seite“ zu stehen – aber was das bedeutet oder was damit erreicht
werden kann und ob es schadet, wird kaum noch hinterfragt. - stattdenn hingenommen.
Diese Entleerung zeigt sich überall: in Parteien, die lieber an Schlagzeilen feilen als an Konzepten; in Bewegungen, die ihre eigene Rhetorik nicht mehr kritisch prüfen wollen; in Medien, die
Komplexität und inhaltliche Texte als Zumutung und zu lang empfinden. (.... wie auch diesen Text hier ... ) Das Ergebnis ist eine politische Linke, die zu oft nur reagiert, statt zu nach vorne zu
denken, die "performt", statt klar zu analysieren.
Doch eine Bewegung, die das Denken dem kurzlebigen Affekt opfert, verliert ihre transformative Kraft nachhaltige Ziele zu erreichen. Sie kann Empörung erzeugen, aber keine Veränderung gestalten und vorantreiben, denn ihr fehlen die Anknüpfungspunkte.
Wenn das Denken schweigt, die Analyse fehlt – die Rückkehr des Autoritären
Wo kritisches Denken zurückgedrängt wird, breiten sich autoritäre und intolerante Strukturen aus und gewinnen die Oberhand. Denn dort, wo die Fähigkeit zur kollektiven und eigenen Reflexion und Kreativität schwindet, wächst der Raum für Dogma, Konformismus und Gehorsam und Dummheit.
In einer Gesellschaft, die Komplexität meidet, werden einfache Antworten attraktiv – und wer sie liefert, gewinnt Macht. So entsteht eine Kultur, in der nicht das bessere Argument zählt, sondern die loyalere Zugehörigkeit. Kritik wird dann nicht als Beitrag zur Aufklärung verstanden, sondern als Störung, unangenehme und unharmonische Feindseligkeit .
Kritische Stimmen, die Widersprüche benennen oder unbequeme Fragen stellen, dedizierte Haltungen vertreten, werden schnell als illoyal, radikal, destruktiv und gegnerisch gebrandmarkt. Sie werden marginalisiert, diskreditiert, ausgegrenzt, gesperrt. Die Folge: Ein Klima der Angst, in dem eigenes Denken und eigene Meinung zur Mutprobe werden und Anpassung zur Überlebensstrategie, um nicht selbst an den Rand gedrängt zu werden.
So wächst – oft unbemerkt – die Dummheit. Nicht als Mangel an Intelligenz, sondern als Verzicht auf Urteilskraft und.somit wächst auch Dummheit Das ist das Resultat einer Gesellschaft, die lieber schnell nachredet z und teilt als lange nachdenkt.
Die Zerstörung der demokratischen Streitkultur und linker Politikfähigkeit
Mit dem Schwinden des kritischen Denkens zerbricht auch eine der größten Errungenschaften basisdemokratischer Kultur: die Fähigkeit zum Streit und Diskurs. Wo einst offene Diskussion, Meinungsvielfalt, vielfältiger Pluralismus und kontroverse Debatte als Zeichen politischer Reife galten, herrscht heute zunehmend der Befehlston, Kommando und zentralistische Anordnung.
In Parteien, Bewegungen, Initiativen und Institutionen werden Entscheidungen immer häufiger „von oben“ verordnet. Zentrale Apparate, Parteispitzen und Kommunikationsstäbe geben die Linie vor, während die Basis zur Abnickinstanz degradiert wird. Diese Wiedergeburt des "demokratischen Zentralismus" zerstört die politische Lebendigkeit und vitale Vielfalt – sie verwandelt Diskurs und Demokratie in Disziplin, Beteiligung in "quasi-militärische" Verwaltung.
Das freie Denken, das im Streit mit anderen wächst, wird ersetzt durch Kommandos, die keine Rückfragen oder andere Vorschläge dulden. Wer hinterfragt, wird als Störfaktor markiert und diffamiert; wer brav zustimmt, steigt auf und gelobt. So entsteht ein Klima der Gleichschaltung – nicht durch Zwang, sondern durch Gewöhnung an einen einfachen "harmonischen" Weg.
Die demokratische und offen Streitkultur, einst Fundament und Motor der linken Bewegung, wird so systematisch ausgehöhlt und verliert ihre Kraft. Dabei ist sie der Ort, an dem die Linke ihre Stärke entfalten könnte: im offenen, solidarischen, argumentativen Ringen um Wahrheit, Richtung und Gerechtigkeit und eine emanzipatorische Zukunft.
Eine Linke, die nicht mehr streitet und Minderheitsmeinung in den eigenen Reihen ausblendet, verliert ihre Seele und Menschlichkeit.
Kritisches linkes Denken als Widerstand und Pflicht
Kritisches offene linkes Denken bedeutet, sich dem Zwang zur Verkürzung, Reduktion und der Logik des Gehorsams zu widersetzen. Es ist der bewusste Akt, die Dinge in ihrer Tiefe, Widersprüchlichkeit und Geschichtlichkeit zu begreifen. Es wird zur Pflicht! Es bedeutet, Fragen zu stellen, die unbequem sind – auch oder gerade in den eigenen Reihen. Es heißt, den Mut zu haben, nicht sofort zu wissen, sondern verstehen zu wollen, um tatsächlich gemeinsame Wege zu finden.
Dieses Denken ist kein Luxus akademischer Zirkel, sondern eine demokratische Notwendigkeit. Denn ohne Analyse keine Strategie, ohne Selbstkritik keine Glaubwürdigkeit bei den Menschen, um dies eigentlich geht. Die Linke darf sich nicht in den Ritualen des moralischen Zeigefingers verlieren; sie muss den Raum der Vernunft verteidigen – gegen Zynismus, Vereinfachung und die Versuchung, Komplexität als elitär und zu komplex abzutun.
Kritisches Denken und eine offene Debatte ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug der Befreiung. Sie stellen die Frage: Warum eigentlich sind die Dinge, wie sie sind – und wie könnten sie anders sein, wenn wir nur wollen? Diese Frage ist der Anfang jeder fortschritlichen Politik, jeden Handelns, jeder Aktion ... und von Gemeinsamkeit!
Die Vision: Denken als Handeln - Gemeinsamkeit statt Alleinsein
Lebendiges und kritische Denken ist selbst eine Form des Handelns – vielleicht die radikalste in einer Zeit, in der Reflexion verdächtig wirkt und weggemobbt wird. Es ist Widerstand gegen den Zwang zur Anpassung und Konformität, gegen das „Man tut eben, was man tut“. Es fordert, die Bedingungen des eigenen und des kollektives Handelns selbst zu befragen und zu hinterfragen.
Denn unreflektiertes "Tun" mag kurzfristig Bewegung und ein gutes Gefühl erzeugen, aber es reproduziert oft unbemerkt die bestehenden Verhältnisse und Macht, ohne sie wirksam zu ändern und zu
stürzen. Nur wer versteht, wie Macht funktioniert, kann sie herausfordern und bekämpfen. Nur wer das System und Funktionen begreift, kann Alternativen und andere Perspektiven dazu
formulieren.
Deshalb: Linke Politik braucht eine scharfe Analyse und Theorie, nicht als Dogma oder moralische Predigt, sondern als lebendigen streitbaren Prozess mit Widersprüchen und auch mal anders – als
gemeinsames Denken über eine gerechtere und zukunftsgewandte Gesellschaft.
Für eine neue Kultur des Zweifelns und des bewussten "Nein"
In einer Welt, die auf Schlagzeilen, Bilder und oberflächlichen Affekte reduziert ist, wird das bewusste Nachdenken selbst zu einem Akt des Widerstands. Linkes Denken darf sich nicht damit begnügen, „recht zu haben“ und die Moral auf der richtigen Seite zu haben – es muss andere Dinge verstehen, um verändern zu können.
Wir brauchen wieder Räume, Strukturen und Diskurs, in denen Streit, Kritik und Widerspruch nicht als feindselige Bedrohung, sondern als Motor des Fortschritts und vitaler Entwicklung gelten. Räume, in denen Denken und andere Ideen kein Zeichen der Schwäche sind, sondern der solidarischen Verantwortung und Freiheit.
Denn ohne Denken wird Handeln blind und wirkungslos. Ohne konstruktiven Streit wird Demokratie leer. Und ohne faire Kritik verliert die Linke ihren Sinn und sogar ihre Berechtigung.
Wo das kritische Denken schweigt, triumphieren Autorität, Intoleranz, Gewalt und Dummheit. ... und am Ende auch Ausgrenzung, Mobbing, Diskriminierung und sogar Hass.
Wo der streitbarer Diskurs und solidarische Kritik gepflegt werden, wächst Freiheit, Kreativität, Kraft – und damit die Hoffnung auf eine wahrhaft demokratische und gerechte Gesellschaft.
So
09
Nov
2025
Es gibt Gerichte, die sind mehr als bloß Essen. Sie sind Idee, Erinnerung und Klassenbewusstsein in einem Topf. Die Soljanka gehört dazu. Ursprünglich stammt sie aus Russland – also quasi aus dem Herzen der Weltrevolution. Doch bevor die Revolution den Zar vom Thron jagte, hatte ein namenloser Moskauer Gastwirt schon etwas geschafft, was vielen Sozialisten erst später gelang: Er vereinte die Reste aller Klassen in einem einzigen, köstlichen Sud.
Die Geschichte geht so: Nach einem Festmahl lagen auf dem Tisch Reste von Fisch, Fleisch, Kohl, Gurken, ein bisschen Tomate, etwas Brühe. Der Wirt, wahrscheinlich der erste kulinarische Kommunist, dachte sich: „Von allem etwas, nichts darf verschwendet werden!“ Er warf alles in den Topf, rührte um – und siehe da: die Soljanka war geboren.
Eine Suppe für alle – von der Zarentafel bis zur Arbeiterküche.
Auch in den jüdischen Shtetls Osteuropas war die Soljanka beliebt – allerdings ohne Schwein und mit viel Herz. Eine Anekdote erzählt: Am Sabbatabend stand die Rebbetzin in Minsk vor leeren Töpfen. Nur ein paar Gurken, Kohl und Tomaten waren übrig. Sie kochte daraus eine Suppe, der Rabbiner kam heim, kostete und sprach: „Wenn das Armut ist, dann schmeckt sie nach Segen.“
Ein Satz, den Karl Marx vermutlich unterschrieben hätte – wenn auch mit mehr Pfeffer.
Denn die Soljanka lehrt, was jede gute Gesellschaft wissen sollte: Mit Solidarität, Kreativität und ein paar Gurken kann man selbst aus Mangel eine Mahlzeit für alle machen.
🏞️ Die bergische Aneignung – von der Werkskantine zur Planpfanne
Und irgendwann landete die Soljanka im Bergischen Land. Vielleicht kam sie mit einem Eisenbahner aus Leipzig, vielleicht mit einer Krankenschwester aus Rostock, die im Krankenhaus Bensberg Dienst tat. Jedenfalls stand sie plötzlich da – zwischen Panhas und Rievkooche, leicht irritiert, aber von allen willkommen.
Eine ältere Dame aus Wermelskirchen erzählte einmal auf dem Wochenmarkt: „Ich hab’ Soljanka gekocht wie früher, aber ohne Fleisch. Statt Speck kam Räuchertofu rein, und statt Zucker ein Löffel Apfelkraut. Mein Mann hat’s gegessen und gesagt: ‚Schmeckt wie Sozialismus – bisschen sauer, aber macht satt.‘“
Seitdem ist die „Soljanka op bergisch“ so etwas wie der volkstümliche Beweis dafür, dass der dialektische Materialismus auch in der Küche funktioniert: Altes trifft Neues, Ost trifft West, und am Ende ist alles gut durchgerührt.
🥕 Das Rezept für eine solidarische Suppe vegan
Zutaten für 4 hungrige Kolleg:innen:
Zubereitung:
Serviert wird die Suppe mit frischer Krautern, Koriander oder Petersille, gutem Vollkorn-Landbrot und einem freundlichen: „Na, Kolleg:innen, noch ’ne Kelle?“
🌍 Moral der Geschichte
Die Soljanka ist mehr als ein Rezept – sie ist ein Manifest in Suppenform:
Ob in Moskau, Minsk oder Much und Bergisch Gladbach – wer Soljanka kocht, verbindet Geschichte, Genuss und Gleichheit. Sie ist die Suppe des Volkes – rot, kräftig und solidarisch gewürzt.
Sa
08
Nov
2025
Heute trifft der 1. FC Köln auf Borussia Mönchengladbach – das rheinische Derby, das Herzklopfen, Emotion und Haltung vereint. 💥 Der Rhein bebt, die Kurven singen – und unser Herz schlägt
natürlich 💓 für den FC! 🐐❤️🤍
Doch dieses Spiel ist mehr als Fußball. Es ist Geschichte, Kultur, Zusammenhalt – und ein Statement gegen Hass.
Denn Fußball war nie unpolitisch. Er zeigt, wer wir sind und wofür wir stehen: Für Vielfalt, Solidarität und Respekt. 🏟️🌈
💬 Im Stadion heißt das:
➡️ Kein Platz für Rassismus, Sexismus oder Homophobie
➡️ Solidarität statt Ausgrenzung
➡️ Gleiche Würde – auf und neben dem Platz
➡️ Liebe kennt keine Hautfarbe, nur Vereinsfarben ❤️🤍💚
Ob Sieg oder Niederlage – heute geht’s auch um Haltung. Wenn wir laut singen, laut feiern und laut widersprechen, dann verteidigen wir den Fußball, den wir lieben: offen, solidarisch, bunt. 💪⚽ Der Kapitalismus mag VIP-Logen verkaufen – aber die Stehplätze bleiben politisch, laut und echt. Hier schlägt das Herz der Menschen. Hier ruft man nicht nur „Come on Effzeh!“, sondern auch: Kein Platz für Nazis – weder auf dem Platz noch auf der Tribüne! 🚫✊
Also, Köln: zeigt Flagge, zeigt Haltung, zeigt Herz. Denn am Ende gilt: Fußball bleibt antifaschistisch – und Rassismus hat im Stadion verloren. ❤️🤍✊
So
02
Nov
2025
✋💬
Ich bitte heute um Entschuldigung bei all jenen,
die glauben, ich stünde auf der falschen Seite des Lebens –
dass meine Ansichten falsch seien
und ich deshalb nicht dazugehöre.
💔
Ich bitte auch diejenigen um Entschuldigung,
die mich einen Narzissten nennen,
nur weil ich in dieser Frage
eine klare, vielleicht unangenehme Haltung vertrete –
weil ich dazu stehe,
und weil ich – wenn es passt – laut werde und aufspringe.
❤️🔥
Ganz besonders bitte ich auch die um Entschuldigung,
die mir am nächsten stehen –
meine Freundinnen und Freunde,
meine Genossinnen und Genossen,
meine Familie.
Ich weiß, dass manche von euch enttäuscht
und manche sogar verletzt sind.
Aber ich kann heute eben nicht anders.
⚖️
Heute ist ein Tag der Entscheidung.
Bitte versteht mich. Besonders Du, W. Olli Schulz!
#Entschuldigung #Haltung #Verstehen #Leidenschaft #Freunde #Familie #tmsaantillan
Sa
01
Nov
2025
Pizza Internacional – Ich liebe Pizza und ganz besonders argentinische Pizza – dick, käsig und voller Geschmack.
Es gibt zwei Konstanten in meinem Leben: den Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit – und die ewige Sehnsucht nach Pizza. Und ehrlich gesagt: Beide gehören irgendwie immer auch zusammen. Denn wenn die Welt gerechter wäre, hätte jede:r jederzeit Zugang zu einer guten, heißen, knusprigen und saftigen Pizza – so oft und so viel, wie da ist.
Ich kann Pizza zu jeder Tageszeit essen. Frühstück? Pizza. Mittag? Pizza. Mitternacht? Selbstverständlich. Ich bin da kompromisslos – ob am Schreibtisch, auf der Demo, im Zug oder auf einer Parteiversammlung. Eine Pizza ist wie eine internationale Solidaritätsaktion: Sie funktioniert überall pluralistisch, sie verbindet Menschen – und sie macht glücklich. Und sie kann je nach Belag auch die Farbe und Weltanschauung wechseln.
Aber jetzt kommt der Punkt, an dem Italien kurz die Augenbrauen hebt: Die beste Pizza der Welt gibt’s nämlich nicht in Neapel – sondern in Buenos Aires! Aber das ist natürlich rein subjektiv und
wir alle finden dazu unsere eigene "Wahrheit2.
Richtig gelesen? Argentinien hat die höchste Dichte an Pizzerien weltweit. Das liegt daran, dass Millionen Migrant:innen im 19. und 20. Jahrhundert ihr Rezeptbuch mit über den Atlantik genommen haben – und dort eine eigene, stolze Pizzakultur geschaffen haben, dabei ihre Rezepte mit den vielen Menschen, die aus der ganzen Welt nach Argentinien gekommen waren, vermischt und verbessert haben.
Und diese Pizza ist … anders und vielfältig. Dick, saftig, fast wie ein weiches Brot, oft mit einer unverschämten Menge Käse. Sie heißt Fugazzetta rellena oder Pizza a la piedra, manchmal auch
einfach „eine Scheibe Glück mit Oregano“.
Argentinische Pizza-Genossenschaften
In Buenos Aires haben während der 1920er-Jahre die Arbeiter:innen in ihren Genossenschaften nicht nur Brot, sondern auch Pizza gemeinsam backten und an die Kolleg:innen verteil? Jede:r brachte eine Zutat mit, und nach getaner Arbeit wurde alles geteilt. Manche sagen, genau hier entstand die Idee der Pizza del Pueblo Unido: nicht für den Profit, sondern für die Gemeinschaft.
Argentinische „Pizza del Pueblo unido“ – Veganes Rezept
Zutaten (für 2 hungrige vegane Revolutionär:innen):
Teig:
• 500 g Weizenmehl
• 150 g Kartoffel, roh
• 1 TL Salz
• 1 TL Zucker
• 1 Päckchen Trockenhefe
• 300 ml lauwarmes Wasser
• 2 EL Olivenöl
Belag (argentinisch inspiriert & veganisiert):
• 2 große Zwiebeln, fein gehackt (Fugazza-Style!)
• 1 gelbe Paprika, gewürfelt
• 1 kleine Süßkartoffel, dünn geschnitten (südamerikanischer Touch)
• 150 g veganer Mozzarella oder Cashewkäse
• 2 EL Olivenöl
• 1 TL Oregano
• ½ TL Paprikapulver oder Ají molido (argentinische Gewürzmischung geräuchert) – (für den Pampas-Wind), je nach Geschmack
• Optional: ein paar schwarze Oliven, frische bunte Paprikastreifen, Zucchini und Chimichurri als Dip .. und natürlich alles, was gemacht wird.
Beim Belag gilt wie immer bei Pizza - nach Geschmack und Vorliebe ...
Zubereitung:
Mehl, Salz, Zucker und Hefe mischen. Wasser und Öl hinzufügen. Die Kartoffel ganz fein, fast flüssig, reiben. Alles zusammen zu einem glatten Teig kneten. 1 Stunde gehen lassen – oder so lange, wie es dauert, um mit den Genoss:innen den nächsten Pizzaabend zu planen.

In Italien Anfang des 20. Jahrhunderts waren Pizzerien oft Treffpunkte für Arbeiter:innen, Gewerkschafter:innen und politische Aktivist:innen. So wurden auch nach langen Schichten kleine Treffen organisiert, bei denen Pizza geteilt wurde – nicht nur zum Essen, sondern auch, um über Streiks, Genossenschaftsgründungen und soziale Reformen zu diskutieren. Die Pizza wurde so zu einem Symbol der Solidarität: Sie nährte Körper und Gemeinschaft. Viele Arbeiter:innen sagten damals: „Eine Pizza für jeden – und jeder Teig wird gemeinsam gemacht.“
In Teheran (Iran) wurden in den 1970er-Jahren Pizzarläden nicht nur als Orte für westliches Essen bekannt, sondern auch zu Treffpunkten für linke Studierende, Künstler:innen und politische
Aktivist:innen. Nach langen Diskussionen über soziale Gerechtigkeit, Arbeiterrechte und Frauenrechte teilten die Gruppen ihre Pizzen – oft selbstgebacken oder aus kleinen Familienbetrieben –
untereinander, um Solidarität zu zeigen. Die einfache, teilbare Natur der Pizza passte perfekt zum Geist der Bewegung der Revolution: Nahrung als Mittel der Gemeinschaft, Diskussion und des
kollektiven Handelns.
Kommt die Pizza also aus Neapel? Buenos Aires? New York? Teheran (Makhsoos oder Makhloot)? Tel Avi (Matzah Pizza)? Istanbul (Pide oder Lahmacun)? Damaskus (Manakish!)? Phnom Penh mit
Cannabis versetzte Zutaten? ...
Vielleicht ist das der wahre Ursprung der Pizza: nicht eine nationale Geschichte, sondern eine internationale Bewegung aus Notwendigkeit, Kreativität, Solidarität und Gemeinschaft.
Pizza ist gelebter Internationalismus:
Also ja – es ist eigentlich völlig egal, woher Pizza kommt. Wichtiger ist, dass sie bleibt, was sie immer war: ein Symbol dafür, dass die Welt schöner ist, wenn man teilt. 🍕✊🌍
Sa
18
Okt
2025
🛸 BREAKING: BEWEIS FÜR INTELLIGENTES LEBEN GEFUNDEN! 🛸
Endlich wurde ein Beweis für intelligentes Leben gefunden! Und nein – es war nicht im Bundestag, sondern direkt im Hof hinter dem Haus meiner Wohnung in Bergisch Gladbach. 🌌
Die schlechte Nachricht: Es hat sofort einen Lobbyvertrag in Berlin unterschrieben. 💼👽
Wie aus streng geheimen Chats hervorgeht, wussten es Merz, Klingbeil und Baerbock längst. Gemeinsam mit Putin, Khamenei und Trump arbeiten sie an einem kosmischen Masterplan:
„Operation Goldstaub – Wir teilen die Galaxie gerecht auf.“
💰 90 % der Reichtümer für sie,
💫 10 % für die Aliens,
🌍 und der Rest darf sich über steigende Energie-, Lebenshaltungs- und Mietpreise freuen.
Während Merz überlegt, wie man UFOs steuerlich absetzen kann, Klingbeil von „sozial verträglichen Meteoriten-Einschlägen“ spricht und Baerbock weltdiplomatisch den Merkur besucht, formiert sich am Rand des Universums die dunkle Seite:
💀 Die AfD – im Bund mit Putin und Trump. Offiziell nennen sie sich „Armee der
Dunkelheit“, inoffiziell einfach „Team Finsternis“. Sie wollen die Milchstraße „zurückholen“, fordern Obergrenzen für Aliens und ein Einflugverbot für alles mit mehr als zwei Augen.
Make the Universe Great Again! (MUGA!)
Doch irgendwo zwischen Pluto und dem Bundestag leuchtet ein roter Stern der Hoffnung:
🚩 Die Linke – Widerstand auch im All! Für Frieden, Gerechtigkeit und kostenlose Mars-Tickets für
alle.
Denn eins ist klar: Wenn es intelligentes Leben gibt – dann sollte es lieber nicht zu nahe an die deutsche Politik fliegen. Egal wo!
🚀
Do
09
Okt
2025
🟥 Klarstellung zu den Spekulationen in den lokalen Medien 🟥
In den lokalen Medien #BergischGladbach wurde zuletzt spekuliert, die drei neu gewählten Ratsmitglieder Die Linke wollten keine gemeinsame Fraktion bilden. Diesem wirken ich mit folgenden Kommentar entgegen:
Liebe @Redaktion,
der Vorschlag, einen neuen Ortsvorstand zu wählen, stammt von mir, da sich die Mitgliederzahl in den letzten Monaten mehr als verdoppelt hat. Es geht um Verantwortung und Transparenz – auch wenn der aktuelle Vorstand satzungsgemäß bis Ende 2026 im Amt wäre.
Ende 2024 wurde der Ortsvorstand übergangsweise übernommen, weil sich damals niemand fand, der die anstehenden Aufgaben übernehmen wollte. Ziel war es, Die Linke in Bergisch Gladbach handlungsfähig zu halten – insbesondere mit Blick auf die Bundestags- und Kommunalwahl. Dass die Partei nun wieder in Fraktionsstärke im Rat und Kreis vertreten ist, kann als gemeinsamer Erfolg gewertet werden – und als Abschluss dieser Übergangsaufgabe.
Besonders erfreulich ist, dass es den neuen Mitgliedern gelungen ist, den Ortsverband zu beleben und 2025 erstmals seit Langem wieder einen aktiven Wahlkampf zu führen. Dass sich nun weitere Aktive bereit erklären, Verantwortung zu übernehmen, zeigt die Stärke einer lebendigen Parteikultur. Sie erhalten dafür volle solidarische Unterstützung.
Künftig liegt mein Fokus auf der inhaltlichen Arbeit im Stadtrat – in Ruhe, sachlich und solidarisch, ohne leitende Funktion.
Im Kreisverband haben wir stets für Offenheit und klare Strukturen geworben. Die laufenden Diskussionen über Finanztransparenz sind notwendig, um Vertrauen zurückzugewinnen. Politische Mitverantwortung wird übernommen, und die Überprüfung der Vorgänge auf Kreis- und Landesebene sowie durch das Bundestagspräsidium ausdrücklich unterstützt. Eine erste Stellungnahme dazu liegt vor. Alles Weitere wird parteiintern und demokratisch geklärt – statt durch Spekulationen und Skandalisierungen von außen.
Ziel bleibt ein fairer, transparenter und respektvoller Umgang miteinander. Entscheidungen stehen und werden solidarisch getragen – im Sinne der Mitglieder und einer glaubwürdigen, handlungsfähigen Linken.
Die anstehenden Neuwahlen im Ortsverband werden bald und satzungsgemäß erfolgen, damit die gemeinsame Arbeit mit neuer Kraft fortgesetzt werden kann. Damit fällt auch eine Last von mir ab, die aus privaten Gründen nicht länger von mir getragen werden kann. Meine politische Arbeit in Die Linke werde ich selbstverständlich engagiert in der Fraktion fortsetzen.
Tomás M. Santillán
Mitglied des Stadtrats Bergisch Gladbach für Die Linke
#rheinischbergischerkreis #bergischesland #bensberg #schildgen #kippekausen #herkenrath #moitzfeld #heidkamp #lückerath #refrath #lustheide #paffrath #katterbach #bockenberg #dielinkegl #dielinkerbk
Mi
17
Sep
2025
Warum reden Menschen nicht miteinander?
Sprache ist das zentrale Werkzeug des Menschen, um Beziehungen aufzubauen, Konflikte zu lösen und Gesellschaft zu gestalten. Dennoch erleben wir immer wieder, dass Menschen schweigen, einander
aus dem Weg gehen oder sich gar bewusst verweigern, miteinander zu reden. Die Gründe dafür sind vielfältig und tief in sozialen, kulturellen und psychologischen Strukturen verwurzelt.
Ein wichtiger Grund ist die fehlende Einsicht in eigene Fehler. Viele Menschen tun sich schwer damit, Irrtümer oder Fehlverhalten zuzugeben. Stolz, verletzte Eitelkeit oder die Befürchtung, an
Ansehen zu verlieren, lassen sie in der Sprachlosigkeit verharren. Andere könnten sie in eine Ecke stellen. Wer nicht bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, weicht dem Gespräch aus – und
verhindert so eine ehrliche Klärung von Konflikten. Schweigen wird dann zur bequemen, aber verhängnisvollen Vermeidungsstrategie.
Eng verwandt damit ist die Scham. Sie entsteht, wenn Menschen glauben, den Erwartungen anderer nicht zu genügen oder in einem schlechten Licht zu stehen. Scham macht klein und unsicher; sie kann so stark sein, dass Menschen lieber gar nichts sagen, als ihre vermeintlichen Schwächen offenzulegen oder Kritik zu üben. In Beziehungen, in denen Vertrauen fehlt, wirkt Scham wie eine unsichtbare Mauer, die Offenheit blockiert.
Darüber hinaus spielen Befürchtungen eine zentrale Rolle. Sie zeigen sich in der Angst, ausgelacht oder zurückgewiesen zu werden, in der Sorge, durch Worte eine Beziehung zu beschädigen, oder
darin, erreichte Positionen und Posten zu verlieren. Dies wirkt wie ein innerer Zensor, der das Gespräch im Keim erstickt. Was als Selbstschutz gedacht ist, führt aber oft zu Distanz und
Missverständnissen.
Auch gesellschaftliche Strukturen tragen zur Sprachlosigkeit bei. In hierarchischen Verhältnissen – etwa in Schule, Beruf oder Politik – fühlen sich viele nicht ermutigt, ihre Stimme zu erheben.
Wer glaubt, ohnehin nicht gehört zu werden, schweigt lieber und schaut zu. Auf diese Weise werden Ungleichheiten und Machtgefälle sprachlich stabilisiert.
Schließlich ist auch der Zeitgeist ein Faktor. In einer hektischen, digitalisierten Welt bleibt wenig Raum für tiefe Gespräche. Kurze Nachrichten ersetzen das Nachdenken, permanente Ablenkung
verhindert echte Begegnungen. Paradoxerweise reden Menschen so ständig – aber nicht wirklich miteinander.
Das Schweigen ist also selten nur das Fehlen von Worten. Es ist Ausdruck von fehlender Einsicht, Scham, Befürchtungen, Ohnmacht, Überforderung oder gesellschaftlichen Mustern. Wer diese
Mechanismen versteht, erkennt: Reden ist nicht selbstverständlich, sondern eine soziale Praxis, die Mut, Vertrauen und Offenheit erfordert.
Gerade in Zeiten wachsender Polarisierung braucht es den bewussten Entschluss, miteinander ins Gespräch zu kommen – auch wenn es schwerfällt. Denn nur im Dialog können Brücken entstehen, die Schweigen niemals bauen wird.
So
07
Sep
2025
Mein Name ist Tomás Marcelo Santillán und ich stamme aus Argentinien. Ich kandidiere zur Wahl des Integrationsrats der Stadt Bergisch Gladbach 2025, weil ich überzeugt bin: Eine gerechte Stadt ist nur möglich, wenn alle Menschen – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Pass – gleichberechtigt mitbestimmen können.
Ich weiß aus eigener Erfahrung meiner Familie und mir selbst, wie schwer es ist, in Deutschland Fuß zu fassen – nicht, weil Migrant:innen nicht wollen, sondern weil sie durch Gesetze, Bürokratie, Diskriminierung und Vorurteile daran gehindert werden. Genau deshalb will ich mich im Integrationsrat einsetzen: Damit die Perspektiven von Migrant:innen endlich ernst genommen werden.
Gegen Rassismus, Antisemitismus und Querfeindlichkeit
Ich trete klar und unmissverständlich ein: Weder Rassismus noch Antisemitismus, noch jede andere Form von Hass und Ausgrenzung dürfen in unserer Stadt Platz haben.
Kritik an Stadtverwaltung und Integrationsrat
In Bergisch Gladbach erleben wir ein systemisches Problem: Die Stadtverwaltung und der Integrationsrat sind zu oft Hindernis statt Hilfe für Migrant:innen.
Keinen Fußbreit dem Rechtsextremismus
Ich trete klar als antifaschistischer Kandidat an:
SPD, GRÜNE und CDU sprechen von Integration – handeln aber oft gegenteilig:
Darum bitte ich bei der Integrationsratswahl 2025 um Ihre Stimme für Die Linke Internationale Liste – LiL (Liste 4). Gemeinsam können wir eine starke, unabhängige und solidarische Stimme gegen strukturellen Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung und rechte Hetze in Bergisch Gladbach aufbauen.
Di
02
Sep
2025
Kritik an mangelnder Lesefähigkeit in digitalen Räumen und politischer Kultur
In vielen Chats und Online-Diskussionen und Videokonferenzen zeigt sich ein wachsendes Problem in der Politik: Komplexe Zusammenhänge werden von zahlreichen Nutzer:innen der sozialen Medien
entweder nicht verstanden oder erst gar nicht gelesen. Anstatt sich mit inhaltlichen Texten oder Ausführungen auseinanderzusetzen, bevorzugen viele kurze, vereinfachte Botschaften, Schlagworte
oder einfache Polemik, für die sie nur eine kurz Aufmerksamkeit und geringes Einfühlungsvermögen brauchen.
Diese Tendenz zur "Effizienz" führt dazu, dass tiefere Argumentationen, differenzierte Analysen oder ausführlichere Erklärungen kaum noch wahrgenommen und bei Entscheidungen berücksicht werden.
Wer mehr als zwei Sätze schreibt, läuft Gefahr, dass seine Beiträge als „Wall of Text“ abgetan, übergangen oder sogar unfreundlich abgewertet werden. Dadurch sinkt die
Qualität der Diskussionen erheblich, während Missverständnisse, Oberflächlichkeit und Populismus zunehmen. Sachargumente verschwinden zunehmend aus dem Diskurs, so wie sogar der gesamten Diskurs
verschwindet und nur noch flache Slogans reproduziert werden.
„Es geht nicht darum, wer am
lautesten schreit,
sondern wer die besseren Argumente hat.“
– Gregor Gysi
Lesekompetenz im digitalen Raum bedeutet mehr, als nur Text zu überfliegen: Sie erfordert Konzentration, die Fähigkeit zur Einordnung und den Willen, sich mit komplexeren Inhalten
auseinanderzusetzen. Fehlt diese Bereitschaft, verkommt Kommunikation zu einem ständigen Austausch von Schlagworten, Emojis und Missverständnissen. Es ist auch ein Signal dafür, dass Menschen
sich immer nur selbst und ihre eigene Position sehen und sich mit ihren Mitmenschen, anderen Ansichten und Meinungen nicht wirklich auseinandersetzen wollen und dann auch nicht mehr können, da
ihnen die Kompetenz dazu fehlt. Sie scheitern schon bei kleinen Kontroversen und verweigern sich eine weiteren Debatte.
Diese Entwicklung zur Oberflächlichkeit zeigt sich nicht nur in Chats, sondern spiegelt eine größere Krise der gesamten politischen Kultur und Diskurfähigkeit wider. Gerade in der etablierten
Politik wird inhaltliche Auseinandersetzung zunehmend durch mediale Inszenierungen, PR-Sprech, persönlichen Attacken und parteipolitische Schlagworte ersetzt. Wichtige Fragen – soziale
Ungleichheit, Klimagerechtigkeit, Migration, internationale Solidarität – werden selten gründlich diskutiert, sondern in soundbites verpackt, die möglichst gut ins Abendfernsehen oder in
Überschriften passen.
Hinzu kommt eine weitere Gefahr: Wo Inhalte fehlen, tritt oft Polemik an ihre Stelle. Politische Debatten verkommen dann zu feindselligen Schlagabtauschen, bei denen es nicht um das bessere
Argument geht, sondern um maximale Aufmerksamkeit, Spaltung und Skandalisierung. Diese Form der Auseinandersetzung mag kurzfristig Emotionen mobilisieren, unterschlägt, verhindert oder vertagt
aber langfristig jede ernsthafte Lösung von bestehenden Problemen und Kontroversen. Sie fördert eine politische Kultur, in der Lautstärke, Ellenbogen und Aggressivität mehr zählen als Argumente
und in der demokratische Verständigung systematisch untergraben wird.
Aus einer humanistisch progressiven Sicht ist dies besonders problematisch: Politik darf sich nicht auf leere Phrasen, persönliche Angriffe und symbolische Gesten reduzieren. Eine demokratische
Gesellschaft braucht Räume, in denen Argumente ernsthaft ausgetauscht werden, auch wenn sie komplex sind oder Zeit und Aufmerksamkeit erfordern. Nur durch eine inhaltlich fundierte und aufmerksam
solidarische Diskussion lassen sich soziale Missstände benennen und gemeinsam konkrete Alternativen entwickeln.
Wo diese Bereitschaft fehlt, gewinnen populistische Vereinfachungen, autoritäre Lösungen, Verschweigen und vertuschen und die Logik des kapitalistischen Marktes an Boden. Wer ernsthaft soziale Gerechtigkeit, Integration, Teilhabe und Demokratie stärken will, muss deshalb nicht nur für politische Inhalte kämpfen, sondern auch für eine Kultur des Zuhörens, Lesens und Verstehens. Dabei gilt es Haltung zu zeigen und nicht sofort umzufallen.
Mo
01
Sep
2025
Hale Bagherzadeh und ich werden heute als Teil einer Delegation der iranischen Opposition und ihrer Unterstützer:innen in Europa an der Verleihung des Aachener Friedenspreises in der Aula Carolina in Aachen teilnehmen. Diese Delegation soll denn Preis heute stellvertretenden entgegennehmen.
In diesem Jahr geht der Preis an den iranischen Amirkabir Newsletter. Das Komitee des Aachener Friedenspreises würdigt damit dessen Einsatz für Demokratie und Freiheit sowie den „Mut zum Schreiben“. Der Newsletter gilt als wichtiges Sprachrohr der iranischen Protestbewegung, die gezwungen ist, im Untergrund gegen die Islamische Republik zu agieren. Über Internet und soziale Netzwerke erreicht diese Plattform Hunderttausende Menschen und ist so zu einer kraftvollen Stimme der iranischen Studierendenbewegung geworden.
Es ist ein politischer Skandal und bezeichnend für die Abschottungs- und Abschiebepolitik der Bundesregierung und der NRW-Landesregierung, dass dem Studierenden, der stellvertretend für den "Amirkabir Newsletter" den Preis entgegennehmen sollte, die Einreise nach Deutschland verweigert wurde. Begründung dafür, war die Befürchtung, er könnte in Deutschland Asyl beantragen und genau sollte verhindert werden.
Während demokratische Oppositionelle aus dem Iran an den Grenzen abgewiesen und entrechtet werden, können islamistische Funktionäre und Vertreter des Regimes ungehindert nach Europa einreisen – oft sogar mit Polizeischutz.
Diese doppelten Standards sind unerträglich. Statt Schutzsuchende und Kämpfer:innen für Menschenrechte, Frieden & Demokratie abzuweisen, muss Deutschland sichere Zugangswege, Bleiberecht und echte Solidarität organisieren.
Eine grechte Asylpolitik bedeutet: Menschenrechte vor Grenzregime, Schutz für Oppositionelle statt Hofieren von autoritären Regimen.
Fr
29
Aug
2025
Eine wirkliche Krise entsteht, wenn Menschen glauben, sie könnten mit anderen umgehen, wie es ihnen gerade passt – sie beleidigen, kleinmachen, beschimpfen, verletzen, hinter ihrem Rücken reden und schlecht über sie oder deren Partner:innen herziehen und widerliche Lügen verbreiten.
Und dann nehmen sie auch noch an, sie könnten all das klären, indem sie andere zu einem Rapport zitieren, um ein Tribunal abzuhalten, nachdem sie laut gebrüllt haben und alle mit ihrem Geschrei zusammengerufen haben, um mit dem Finger auf andere zu zeigen.
Dabei wäre es so einfach, den direkten Weg zu gehen: mal anrufen, fragen „Wann und wo können wir uns in Ruhe zusammensetzen? Wann hast du Zeit? Und wer sollte vielleicht noch dabei sein?“ So wie wir es von unseren Eltern gelernt haben, um Meinungsverschiedenheiten zu lösen und so wie es Präsidenten mit einem roten Telefon tun.
Das hat nichts mit falschen Stolz zu tun. Es geht schlicht um Respekt und darum, sich auf Augenhöhe zu begegnen.
Doch wir leben in einer rauen Zeit, in der kaum jemand eigene Fehler zugeben will, Selbstreflexion selten geworden ist und immer nur die anderen schuld sein sollen. Zuhören, Verständnis, echtes Miteinander – all das geht immer mehr verloren.
Stattdessen zählen heute Ellenbogenmentalität, besondere Härte wird als Stärke verstanden und das leere Gerede von „Gemeinschaft“ ist längst zur Worthülse verkommen. Denn diejenigen, die das zerbrechen, haben unter diesem Vorwand das Kommando übernommen.
Und so geht es weiter: Gerede, Getuschel, Lästern, Mobbing – während viele einfach zusehen und schweigen. Genau dieses Schweigen macht es schlimmer. Denn wer schweigt, ermutigt damit die, die laut klatschen und irgendwann selbst zutreten.
Gemeinsam ist nicht nur eine Worthülse
Aber Schweigen ist nicht unausweichlich. Wir alle könne die Spirale durchbrechen – indem wir widersprecht, Partei ergreift, zuhört, aufsteht und "Nein" sagen. „Gemeinsam“ darf nicht nur ein Wort bleiben. Es ist eine Haltung. Gemeinsamen können wir aus stiller Ohnmacht wieder echtes Miteinander und "Gemeinsam" zeigen.
#tmsantillan
Fr
08
Aug
2025
Der Begriff „blah blah“ ist eine Form der diskursiven Gewalt und damit ein perfides Werkzeug, das in seiner scheinbaren Harmlosigkeit eine zerstörerische Kraft entfaltet.
Er wird gezielt eingesetzt, um Menschen zu diskreditieren, indem ihre Worte als hohl oder bedeutungslos abgestempelt werden – eine feige Taktik, die jede ernsthafte Auseinandersetzung
sabotiert.
„Blah blah“ ist nicht nur eine Abwertung von Inhalten, sondern ein Angriff auf die Würde der angesprochenden Person, der ihre Integrität und Glaubwürdigkeit in den Schmutz zieht, ohne auch nur
den Anstand zu haben, Argumente zu widerlegen.
Es ist ein Machtspiel, das besonders perfide ist, wenn es gegen marginalisierte Stimmen gerichtet wird, da es deren Sichtbarkeit und Einfluss gezielt auslöscht.
Wer „blah blah“ sagt, entzieht sich feige der Verantwortung, konstruktiv zu antworten, und versteckt sich hinter einer Fassade von Überlegenheit.
"Blah blah" sät Zweifel an der Legitimität der eigenen Ausdruckskraft und zwingt die betroffene Person in eine defensive Position, ohne dass der Angreifer sich erklären muss. Es ist ein
rhetorisches Tiefschlag, der den Fokus von der Sache auf die Person lenkt und dabei jede konstruktive Debatte erstickt.
Fr
18
Jul
2025
🎶 Alte Zeiten & Videoschätze aus mehr als 50 Jahren El Gaucho! 🎶
Hier seht ihr Don Carlos J. Santillán, wie er gemeinsam mit der Gruppe Ortiga bewegende lateinamerikanische Lieder singt. Hier: "Zamba de los Mineros"
Dieses Video hat Jorge Sibilia, im Jahr 2002/2003 mit seiner Panasonic S-VHS-Kamera bei einer Peña aufgenommen, die mit seiner Beteiligung zusammen mit Don Carlos im Festsaal der Lutherkirche am
Martin-Luther-Platz 2-4 in Köln organisiert wurde.⠀
📩 Schreibt uns gern eine Nachricht oder kommentiert unten. Vielen Dank im Voraus!⠀
🇦🇷 El Gaucho Köln – Original argentinisches Restaurant
👉 Tradition. Qualität. Leidenschaft.
So
06
Jul
2025
"Wir sind keine Feinde, sondern Freunde. Wir dürfen keine Feinde sein. Auch wenn die Leidenschaft sie strapaziert hat, darf sie unsere Bande der Zuneigung nicht zerreißen. Die geheimnisvollen Saiten der Erinnerung werden anschwellen, wenn sie erneut berührt werden, wie es sicherlich der Fall sein wird, von den besseren Engeln unserer Natur." (A. Lincoln)
Di
24
Jun
2025
Mit tiefem Schmerz und Tränen in den Augen habe ich erst heute erfahren, dass mein lieber Freund Michael Peter Schmidt gestorben ist. Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden.
Ich erinnere mich noch gut an den Tag, an dem ich Michael kennengelernt habe – und auch daran, wie und wo er Gaby begegnet ist. Ich weiß noch genau, wie sehr es bei ihm sofort „gefunkt“ hat. Von
diesem Moment an verband die beiden etwas ganz Besonderes.
Michael war ein außergewöhnlicher Mensch. Nicht nur die Fernsehwelt hat einen großen Verlust erlitten – wir alle verlieren einen Menschen, der mit seinem Engagement, seiner Wärme und seiner
Lebensfreude inspiriert hat. Ich habe mir oft ein Beispiel an seiner Art genommen, wie er mit Menschen umging, wie er das Leben angenommen hat – voller Energie, Klarheit und Liebe. Ich habe es
nie so geschafft wie er!
Michael war über viele Jahrzehnte ein Wegbegleiter – mal nah, mal weniger nah, aber immer da! Ich habe oft bedauert, dass uns der Atlantik getrennt hat und es nur selten Gelegenheiten gab, euch
zu sehen. Umso schmerzlicher fühlt sich dieser Abschied an. Es bleiben so viele Gedanken, Pläne und Gespräche, die wir nicht mehr führen können.
Michaels Tod führt mir noch einmal deutlich vor Augen, wie wichtig es ist, das Leben mit Kraft und Liebe anzunehmen – so, wie er es getan hat. Ich werde ihn sehr vermissen, aber ganz sicher nie
vergessen. Er bleibt in meinem Herzen, als hätte ich ihn erst gestern gesehen.
Michael hat mich geprägt, mir Impulse gegeben, war solidarisch an meiner Seite – auch in schwierigen Zeiten. Seine Treue, seine Herzlichkeit, seine klare Haltung waren selten und machen ihn für
mich unvergesslich und tatsächlich herausragend!
Mit feuchten Augen denke ich an all die kleinen und großen Momente zurück, die wir geteilt haben. Es sind Geschichten, die zu meinem Leben gehören – weil Michael ein Teil meines Lebens war.
Wir alle verlieren mit ihm einen guten Freund, einen liebevollen Ehemann und Vater – und einen kreativen Menschen, der uns mit seinen Ideen immer wieder zum Lächeln gebracht, zum Nachdenken
angeregt und überrascht hat.
Meine Frau Hale hat Michael nur einmal getroffen – aber sie hat sofort gespürt, was für ein besonderer Mensch er war.
Lieber Michael, ich liebe dich. Du hast einen festen Platz in meinem Herzen – für immer.
In tiefer Verbundenheit mit dir, Gaby, und deiner Familie
Dein Tomás M. Santillán
Di
18
Feb
2025
#tmsantillan
Facebook:
https://www.facebook.com/tomas.m.santillan
Twitter/X:
https://x.com/tmsantillan
Instagram:
https://www.instagram.com/tmsantillan/
Bluesky:
https://bsky.app/profile/tmsantillan.bsky.social
YouTube:
https://www.youtube.com/@demokratiegl
Whatsapp:
Tomás
M. Santillán
Mail:
[email protected]
Fr
14
Feb
2025
An dieser Laterne an der Ecke Dolmanstraße/Siebenmorgen in #Refrath wurde ich im Mai 2014 während des Wahlkampfs von einem Rechtsextremen mit einem Messer angegriffen, geschlagen und bespuckt. Ein mutiger Passant verhinderte Schlimmeres, und die Polizei nahm den Täter fest. Aus Trotz bringe ich weiterhin dort Plakate für Die Linke an. So auch heute.
Der Angreifer wurde verurteilt, doch vor dem Prozess suchte ich das Gespräch mit ihm, um zu verstehen. Er war geständig und wurde vom Gericht zu einer Haftstrafe verurteilt. Jahre später traf ich ihn zufällig auf der Straße nicht weit davon weg. Der Täter beteuerte seinen gewaltfreien Wandel. Während dieser sich für seine Tat bei mir entschuldigte, haben sich hochrangige CDU-Stadtratsmitglieder, die mir damals eine politische Fakemeldung im Wahlkampf unterstellten, bis heute nicht entschuldigt.
Die Laterne ist für mich ein Mahnmal gegen politische Gewalt und für eine solidarische Gesellschaft, in der niemand Angst haben muss. Ich setze auch weiter auf Respekt, Verständnis, Solidarität und Mut zum Leben und zur Liebe zu den Menschen.
Siehe auch:
Fr
24
Jan
2025
Die Lebensmittelpreise sind in den letzten Monaten stark angestiegen und belasten gerade Haushalte mit normalen oder geringen Einkommen. Neben den harten Effekten aus der Inflation, gibt es bei einigen Lebensmittelprodukten weitere Ursachen für eine drastische Preisentwicklung.
So sind auch die Butterpreise sehr deutlich gestiegen und es gibt keine Aussucht für eine Besserung. Im Vergleich zu 2023 ist der Preis um fast vierzig Prozent angestiegen, mit Preisen zwischen 2,19 Euro für Discountmarken und bis zu 4,00 Euro für Markenprodukte. Laut dem Milchindustrie-Verband hat Butter den Rekordpreis aus dem Jahr 2022 übertroffen. Der Bauernverband erwartet keine Preissenkung, da die Milchpreise weiterhin leicht steigen werden.
Um die Preisentwicklung zu verstehen, muss man die Produktionskette verstehen. Landwirte liefern Milch, die dann in Molkereien verarbeitet wird. Dazu wird das Fett aus der Rohmilch separiert, welches für die Herstellung von Butter und Käse benötigt wird. Derzeit gibt es mehrere Probleme in dieser Kette: Weniger Milch, ein geringerer Fettgehalt der Rohmilch und eine hohe Nachfrage nach bestimmten Produkten führen dazu, dass der Butterpreis steigt. Hauptgrund dafür ist das sinkende Angebot an Rohmilch, da die Zahl der Milchkühe in Deutschland abnimmt.
Trotz hoher Erzeugerpreise im tierischen Sektor geben immer mehr Landwirtschaftsbetriebe auf, was zu einer geringeren Milchproduktion führt. Zudem hat die Blauzungenkrankheit in einigen Regionen die Produktion beeinträchtigt, indem sie Milchkühe infizierte. Auch die Qualität der Rohmilch hat gelitten, was auf hohe Niederschläge im Sommer zurückzuführen ist, die zu einem geringeren Fettgehalt führten.
Hinzu treten höhere Energie- und Transportkosten, sowie allgemeine Preissteigerungen, und wachsende Bürokratie, Dokumentationspflichten, neue Regeln und Auflagen bei der Produktion, als auch in der Handelsketten den Butterpreis in die Höhe treiben.
Di
24
Dez
2024
Als Kind hat mich mein Vater regelmäßig zu Fußballspielen mitgenommen. Jahrelang habe ich aktiv gespielt, nicht wirklich gut, aber mit Begeisterung. Seither bin ich eng mit dem 1. FC Köln verbunden und habe mein Team immer verfolgt. Viele Spiele habe ich live verfolgt oder mich mindestens danach über das Ergebnis und den Tabellenplatz informiert. Erst 2019 bin ich dem Verein als Mitglied beigetreten und hatte dafür gute Gründe, die sich dann doch in Luft aufgelöst haben; Mitglied bin ich geblieben. Der 1. FC Köln ist meine erste große Kindheits-Liebe und er gehört einfach zu meinem Leben dazu. … mit allen Höhen und allen Tiefen …
Gestern Abend habe ich mich natürlich über den Sieg gegen Kaiserslautern und über den 1. Platz in der zweiten Liga gefreut. Eigentlich hatte ich nicht erwartet, dass eine schneller Wiederaufstieg schon 2025 gelingen könnte. Jetzt keimt die Hoffnung auf.
Seit meiner Jugend bin ich ein politischer Aktivist. Meinem Vater waren die Unabhängigkeit von Argentinien, Demokratie, Menschenrechte und Internationalismus immer wichtig, auch wenn er ganz bewusst Distanz zu linken Organisationen hielt. Die Familie der mütterlichen Seite war da ganz anders, denn sie standen als Antifaschist*innen in der Tradition linker Sozialdemokrat*innen und für die waren Frieden, soziale Sicherheit und freie Wahlen wichtig.
Meine politische Haltung ist durchaus eine Kombination meiner Herkunft aus Südamerika und der deutschen Kriegserfahrung.
Genau dieses hatte mich auch 2019 dazu bewegt dem 1 FC Köln beizutreten, aber das ist eine andere Geschichte, so wie die Geschichte über meinen Beitritt zu Die Linke 2007.
Politik und mein Engagement für Die Linke ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens und ich schaue besonders vor den Wahlen auf Umfrage, Perspektiven und die Lage. Die Chancen mindestens
drei Direktmandate im Bundestag zu gewinnen sind für Die Linke sehr gut und damit scheint auch der Verbleib im Bundestag einer LINKSFRAKTION sicher zu sein. Bei dem Umfragen ist das Bild noch
nicht so gut
Zauberei?
Heute morgen kam mir der verrückte Gedanke, ob ich den 1. Tabellenplatz 1. FC Köln mit dem Abstiegsplatz Die Linke tauschen würde, wenn mir ein*e märchenhafte Zauber*innen einen freien Wunsch gewähren würde?
Nun sitze ich hier und denke nach ….
… und bin entschieden.
Ich bin sicher, dass Die Linke im Bundestag eine starke Stimme für eine gerechte und bessere Welt bleiben wird. Wir schaffen das!
So bin ich auch sicher, dass der 1. FC Köln in der nächsten Session wieder gegen Bayern, Dortmund und Leverkusen spielen und gewinnen kann und Ende 2025 wieder oben mitspielen wird. Wir schaffen das!
Ich sage den Zauber*innen ab, denn ich will nicht die Hälfte, sondern das das ganze schöne Leben. Mir steht ein glückliches Jahr 2025 bevor, denn der FC steigt aus und Die Linke bleibt stark! Ganz sicher und spare mir den Wunsch für schlechte Zeiten auf!
Mi
10
Jul
2024
„Es sandte mir das Schicksal sel’gen Schlaf.
Ich bin nicht tot, ich tauschte nur die Räume.
Ich leb’ in Euch und geh’ durch Eure Träume"
von Michelangelo
Sibylle Santillán, Freundin, Beschützerin, Ratgeberin, Mutter, Schwester, Ehefrau, Chefin, Kollegin, ... ist nach einem letzten Kuss und inniger Umarmung von uns gegangen.
Sibylle wurde 1941 in Wiesbaden geboren und hatte in den mehr als 82 Jahren ein erfülltes und buntes Leben, mit ihrem liebenden Ehemann die ganze Welt bereist, viele schöne Dinge erlebt, gute Freunde gewonnen, drei Söhne zur Welt gebracht und großgezogen, die mit liebenden Schwiegertöchtern und Enkelkindern die Familie vervollständigt haben. Sibylle wird in diesen weiterleben.
Ihr Leiden ist nun vorbei. Wir weinen, aber wir wissen, dass sie es so gewollt hatte. Denn sie ist jetzt ohne Schmerzen an einem besseren Ort, bei ihren Ehmann Don Carlos, ihrem Sohn Carlos Michael und ihren Eltern Carola & Willi Bott und ihrem Bruder, der schon als kleine Kind gestorben war.
Sibylle war nicht allein und wir haben ihr die Hand gehalten, sie geküsst und umarmt, als sie sanft hinübergegangen ist.
Wir sind dir Sibylle dankbar, das du uns als Familie in den letzten Tagen die Gelegenheit zum Abschied gegeben hast.
Danke auch an die Freunde, die sich nach ihrem Befinden erkundigt haben. Das hat Sibylle sehr glücklich gemacht, denn sie konnte uns und wir sie loslassen.
Danke Sibylle für alles, was du für uns getan hat. Danke, dass du unser Leben bereichert und erleuchtet hast. Danke für das, was du uns auf den Weg mitgegeben hast, Dein Vorbild, deine Liebe und dein Rat hat uns stark gemacht.
Wir werden es weitergeben und lebendig halten. ❤
Mo
07
Sep
2020
Ein politischer Freund und ich haben in den letzten 14 Tagen von einem uns unbekannten Person Zeitungsabos zugewiesen bekommen. Mein Parteifreund vom KStA und ich die „Junge Welt“. Offensichtlich
hat da jemand „versehentliche“ oder möglicherweise betrügerisch unsere Anschriften benutzt, um diese Abos online in unserem Namen zu bestellen. Das ist sicher kein Zufall, dass dieses zeitgleich
geschehen ist, denn eines der Abos (Junge Welt) geht an meine Büroanschrift im Rathaus.
Dieser betrügerische und strafbare "Spaß" trägt eine durchaus bekannte Handschrift. Für uns beide entsteht dabei kein Schaden, da wir das einfach abbestellen werden und den Verlag auf die
Straftat aufmerksam machen werden.
Mein Freund und ich haben einen klaren Verdacht und ich werde dem linken 8. Mai Verlagen mit diesem Verdacht und den zugehörigen Informationen zu einer Strafanzeige raten, um dem
nachzugehen.
Da ein Abo an mich als Ratsmitglied ging, ist anzunehmen, dass es sich um Bürger aus Parteien in GL handelt, die sich möglicherweise zu einer politisch motivierte Straftat haben hinreißen lassen,
um mir und meinem Parteifreund als bekannte Vertreter der LINKEN. zu schaden. Eigentlich eine Angelegenheit für den Staatsschutz, der sich mit politisch motivierten Straftaten
befasst.
Eine der Bestellung wurde wohl in Refrath aufgegeben, denn dahin geht auch eine Provisionsabrechnung. Soviel wissen wir schon. Da sitzt jetzt sicher jemand und lacht sich kaputt und kassiert
sogar Provisionen von 150 € ab. Passt ins Bild und die Art dieser Methode kommt uns auch bekannt vor. ... Es reiht sich in eine lange Kette von solchen "anonymen" Aktionen ein.
Allerdings ist das tatsächlich kein politischer Spaß und auch kein guter Wahlkampf, denn den Schaden müssen andere zahlen und tragen. Ich kann nur hoffen, dass man dahinter steigt und
diejenigen die diese Abos mit falschem Namen bestellt haben dingfest gemacht werden können. Vielleicht war es aber doch nur ein „Versehen“, eine Verwechslung oder man will den „Verdacht“
umlenken?
Am Ende wir irgendjemand sagen: „Alles Papperlapapp, gelogen und persönlicher Rachefeldzug, …“ … Das kenne ich schon!
Di
01
Sep
2020
Bergisch Gladbach: In Wahlkämpfen gibt es auch immer etwas Zeit für merkwürdige Scharmützel zwischen den Parteien, bei denen die einen nur den Kopf schütteln und andere laut lachen müssen. Ich
bevorzuge das Lachen.
So etwas ist am Wochenende zwischen mir als wahlkämpfenden Kreissprecher DIE LINKE. und dem FDP-Spitzenkandidaten zum Stadtrat Bergisch Gladbach vorgefallen.
Natürlich hat auch alles seine Vorgeschichte und es gilt als bekannt, dass DIE LINKE. und die FDP inhaltlich weit voneinander entfernt sind. Die FDP propagiert als Partei der Großkonzerne und
Reichen ein unsoziales und klimafeindliches Wahlprogramm, in dem sie Freiheit darüber definieren, wieviel verschiedene Duschgels im Regal eines Drogeriemarkts verkauft werden. In den
letzten Monaten gab es im Stadtrat Bergisch Gladbach oder auch auf Kreisebene immer wieder einen inhaltlichen Schlagabtausch zwischen den Anhängern der One-man-show-Lindner-Partei und der LINKEN.
Wegen Kritik von DIE LINKE. trat der FDP-Kreisvorsitzende unbegründet und unerwartet aus der
Bürgerstiftungen Leichlingen zurück.
FDP & AfD
Bundesweit bekannt wurde Wahl eines FDP-Mann als Ministerpräsident von Thüringen mit der Unterstützung der rassistischen AfD und ihrem Faschistenführer Björn Höcke. Spätestens seit diesem
Tabubruch in Thüringen, sollten jedem klar sein, was eigentlich in oder hinter der FDP steckt.
Die Parteienlandschaft in Bergisch Gladbach scheint dieser Kurs der FDP aber nicht wahrzunehmen. Gestern war die FDP noch mit der AfD in einem Boot in Thüringen und heute zusammen mit der SPD und
den GRÜNEN in einem Ampelbündnis für den gemeinsamen Bürgermeisterkandidat Frank Stein in Bergisch Gladbach. Und morgen liegt die FDP vielleicht wieder mit der CDU ins Bett oder doch lieber mit
der AfD? Wahrscheinlich hängt es davon ab, wer mehr bezahlt und mit wem man bessere Geschäfte machen kann. Dieser Konflikt mit der LINKEN um das FDP-Konzept einer „neuen Querfront“ setzt sich in
Bergisch Gladbach und im Wahlkampf vor Ort fort.
Das entwickelt außergewöhnliche und zuweilen lustige Blüten an den gegenüberliegenden Wahlkampfständen von FDP und LINKEN. Sicher hat meine Reaktion nicht allen gefallen und vielleicht war ich
auch etwas zu theatralisch und ein kleinwenig zu laut. Herr Jörg Krell von der FDP hätte wissen sollen wie Menschen reagieren, wenn man sie von oben herab wie einen dummen Schulkinder
behandelt.
Die Ipad Verlosung
Auch wenn es die allgemeine Auffassung ist, dass man einfach so öffentliche Verlosung ohne Regeln veranstalten darf, ist dem nicht so.
Tatsächlich müssen für solche Gewinnspiele Regeln eingehalten.
Am letzten Samstag verloste die FDP ein hochwertiges IPAD von Apple (Wert: mehrere hundert Euro). Dabei missachteten sie gleich mehrere gesetzliche Vorschriften für Gewinnspiele/Verlosungen,
denen auch die Parteien unterworfen sind. Tatsächlich muss man bestimmte Bedingungen erfüllen, bevor man sich öffentlich auf eine Straße stellt und für eine Verlosung eine „hochwertigen
Tablets“ wirbt, um damit Wahlwerbung zu betreiben, die zu mehr Stimmen an der Wahlurne führen soll. So benötigt man Teilnahmebedingungen, die für alle transparent und fair sind, doch genau darum
ging es der FDP an diesem Samstag nicht.
LINKE. von der Teilnahme ausgeschlossen
Herr Jörg Krell nannte mir als eine Teilnahmebedingung, dass DIE LINKE von der Teilnahme ausgeschlossen sei. Abgesehen von diesem auch so bemerkenswerten „Demokratieverständnis“, was Herr Jörg
Krell hier für seine Partei zu Schau stellte, welche sich eigentlich „liberal“ und „freiheitlich“ nennt, stellt sich die juristische Frage, ob ein solches Ausschlusskriterium überhaupt rechtlich
zulässig ist. Natürlich will die FDP mit einem Foto der Gewinner Wahlkampf machen. So ist es ja auch geschehen, wie man auf der Facebookseite der FDP nachsehen kann. Auf dieser Wahlkampfseite
macht sich der Sprecher der LINKEN beim Wahlvolk natürlich nicht so gut. Und auch dieses Foto wäre eine Bedingung des Gewinnspiels, die den Gewinn an ein Gruppenfoto unter des FDP-Infostand
koppelt. Auch diese mögliche Bedingung wäre bei der Zulässigkeit bei Gewinnspielen juristisch zu prüfen.

Fake?
Übrigens kam der Gewinner pünktlich und kurz bevor die FDP ihren Infostand abbauen wollte. Rechtzeitig zum Foto-Termin und es drängt sich der Verdacht auf, dass dieser Gewinner bestellt wurde und
die gesamte Verlosung möglicherweise nur ein Fake und Wählertäuschung sein könnte. Auch das könnte man juristisch überprüfen, denn solche Fake-Verlosungen wären illegal, aber wohl schwer zu
beweisen. Ein Geschmäckle bleibt. Eins war allerdings schon den ganzen Vormittag zu beobachten. Herr Jörg Krell hat die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Verlosung ganz genau taxiert und sich
ausgesucht, was die Vermutung einer gefakten Verlosung stützt.
Sicher könnte man diese Fragen (Teilnahmebedingung, ausgesuchte Teilnehmer, …) juristisch klären, aber am Ende stellt sich die Fragen, wem eine solche gerichtlicher Streit eigentlich nutzt und
lustig ist das auch nicht mehr.
Die Abmahnungsdrohung
Doch es kam ganz anders und viel überraschender, denn nicht ich dachte über eine Abmahnung der FDP nach, sondern Herr Jörg Krell drohte mir während der Aktion mit einer Abmahnung, wenn ich dazu
„etwas veröffentlichen“ würde. Tatsächlich habe ich Herrn Jörg Krell und auch die Preisverleihung der FDP fotografiert und angekündigt das auf meiner privaten Facebook-Seite zu setzen. Da hat es
bei Herrn Jörg Krell wohl „klick“ gemacht, denn sicherlich kann er sich noch gut daran erinnern, welch kommunalpolitischer Debatte um die FDP in Leichlingen durch meinem privaten Blogeintrag entstanden
war. Das wollte Herr Jörg Krell wohl durch eine präventive Bedrohung vermeiden.
Wahrscheinlich meint Herr Jörg Krell die Fotos, die während der öffentlichen Wahlkampfshow gemacht wurden. Wer an solchen öffentlichen Veranstaltungen teilnimmt, muss damit rechnen, fotografiert
zu werden und muss dies in gewissen Grenzen akzeptieren. Hier ist die Rechtsprechung ziemlich eindeutig. Die FDP-WahlkämpferInnen stellen sich ganz bewusst auf die Straße und wollen gesehen und
beachtet werden. Und auch der Sieger des Gewinnspiels hat sich offenbar damit einverstanden erklärt, dass ihre Fotos am FDP-Infostand mit Namen veröffentlich werden, wie man am Facebookeintrag
der FDP sieht. Natürlich ist es erlaubt Wahlhelfer und FDP-KandidatInnen im öffentlichen Raum bei öffentlichen FDP-Veranstaltungen und Infoständen zu fotografieren. Vielleicht erklärt jemanden
das der FDP in einer ruhigen Stunde.
Auch Herr Jörg Krell sollte sich vorher lieber mal juristisch und besser politisch fortbilden, statt mich mitten auf der Straße wild mit einer anwaltlichen Abmahnung zu bedrohen. Diese Methode
kenne ich sonst nur von Nazis und Rechten wie der Bürgerpartei Bergische Gladbach. Da hat man schon vergeblich versucht mich gerichtlich zu zwingen Texte aus dem Netz zu löschen. Hier versucht
man einen demokratische und politischen Meinungsäußerung und Kritik zu unterdrücken.
Herr Jörg Krell und die FDP müssen damit rechnen, dass ihre Aktionen öffentlichen kritisiert werdenb und die müssen sich das auch gefallen lassen. Das Grundgesetz und die zugehörige
Rechtsprechung spricht hier eine klare Sprache und diese Grunrechte gelten ganz besondern für Parteien, denn diese setzen sich der Kritik und dem politischen Streit ja ganz bewusst aus.
Methode von Nazis und der Bürgerpartei GL jetzt bei der FDP
Auch Bürgermeister Lutz Urbach (CDU) wird aktuell von einem Anwalt belästigt, der Herr Frank Samiraes (Bürgerpartei GL) finanziellen und wirtschaftlichen Interessen vertritt. Der Bürgermeister
wird aufgefordert seine politische Meinung aus dem Internet löschen. Anscheinend will sich Herr Jörg Krell (FDP) jetzt in diese Reihe von politisch motivierten Abmahnern und geldgeilen
Abmahnanwälten einreihen, statt sich politische mit mir als Vertreter DIE LINKE. auseinanderzusetzen.
Das ist nicht nur peinlich, sondern zeigt welch Geistes Kind Jörg Krell tatsächlich ist. Offenbar versteht er weder Spaß noch demokratische Auseinandersetzungen oder politische Wahlkämpfe. Da
gibt es eben gelegentlich Scharmützel, es wird auch mal lauter und es gibt peinliche Kniefälle. Da muss man auch mal Witze machen und sich selbst nicht so wichtig nehmen. Eine Drohung mit
Abmahnung passt da nicht ins Bild.
Der Kniefall
Ich war tatsächlich so überrascht über Jörg Krells Drohung, da ich nie wirklich die Absicht hatte Fotos von ihm uns seiner gelb-blauen Truppe zu veröffentlichen, dass ich spontan vor ihm auf das
Knie gefallen bin, um ihn dafür zu danken, dass er mich einen schönen und lustigen Tage bereitet hat. Ich hatte zwar gesagt, dass ich die etwas dazu schreibe, aber eigentlich nur um die FDP zu
foppen. Das hat ja auch funktioniert, auch wenn es dann richtig peinlich wurde.
Ich entschuldige mich hiermit ausdrücklich bei Herrn Jörg Krell und der FDP, dass ich ihren Spaßfaktor, ihre politische Belastbarkeit und juritischen Sachverstand deutlich überschätzt habe. Das
tut mir sehr leid und es lag am Samstag nicht in meiner Absicht ihre Dünnhäutigkeit zu verletzen.
Ich warte jetzt gelassen auf den Abmahnanwalt von Jörg Krell (FDP). Vielleicht nimmt er sich ja den gleichen Anwalt, den Frank Samirae von der rechten Bürgerpartei GL und die rassistische AfD für
solche Fälle einsetzt, um demokratische Politiker einzuschüchtern? Vielleicht sollte die FDP auch ihre Kandidaten fragen, welchen Anwalt diese in solchen Fällen größtmöglicher Peinlichkeit
empfehlen?
Ich habe meinen Anwalt schon informiert und er hat herzlich gelacht.
Man sollte sich selbst nicht so wichtig nehmen!
Rechtliche Ergänzung und Update da es offenbar darüber juristische Unklarheiten und Falschmeldungen gibt
Wer darf was fotografieren?
Faschingsumzüge, Demonstrationen, Partei-Wahlveranstaltungen und sonstige solche Aktionen sind von dem Einwilligungserfordernis der Fotografierten grundsätzlich ausgenommen, wenn dabei Personen
fotografiert werden. Gruppenaufnahmen von solchen Ereignissen dürfen in aller Regel ohne Weiteres sogar veröffentlicht werden. Hält jemand bei einer politischen Veranstaltung (und das sind eben
auch Wahlkampf-Infostände der Parteien) ein Plakat hoch, so wird man meist davon ausgehen dürfen, dass auch eine herausgehobene Veröffentlichung zulässig ist. Denn durch sein Verhalten bekundet
er erkennbar den Willen, mit seiner Botschaft in die Öffentlichkeit hinein zu wirken. Privatpersonen, die einfach nur mitlaufen und rumstehen, sind dagegen nicht als Einzelpersonen zu
veröffentlichen, obwohl sie sich auf einer Demonstration und im öffentlichen Raum bewegen.
Hier geht es aber nicht um Einzelaufnahmen, sondern um ein Gruppenfoto unter dem FDP-Pavillion. (siehe ihr Foto) Das eben ist eindeutig zulässig. Man darf solche Fotos auch
veröffentlichen.
Die rechtliche Lage ist da eindeutig, auch wenn es Leute gibt die
andere Behauptungen verbreiten.
Mi
01
Apr
2020
Völlig überraschend hat Tomás M. Santillán, Mitglied des Stadtrat, heute seinen Beitritt zu CDU erklärt. In einer Presseerklärung zur 1.4.2020 begründet er seinen Übertritt mit dem anstehenden
Kommunalwahlkampf: „Man kann seine Herkunft nicht leugnen. Ich war und bin schon immer katholisch gewesen. Als ich 14 Jahre alt war, habe ich meine politische Tätigkeit bei der Schüler Union und
Jungen Union begonnen. Damals war ich sogar mit Wolfgang Bosbach und Rainer Deppe am Brandburger Tor und wir haben uns zusammen die Berliner Mauer angeschaut. Das sind bleibende Erinnerungen und
an diese Zeit werde ich jetzt wieder anknüpfen und kehre zurück in den fruchtbaren Schoß der Union. “
Santillán will weiter sozialpolitische aktiv bleiben und will sich der CDU-Fraktion im Stadtrat anschließen, wenn diese zustimmt. „Endlich werde ich Lutz Urbach duzen können. Es hat mich immer
geärgert, dass ich zu den wenigen Ratsmitgliedern gehört habe, die er mit Sie angesprochen hat. Außerdem waren die Jahre als Einzelratsmitglied ohne Information und Einbindung aus der Verwaltung
doch sehr sehr schwierig. Wirklich demokratisch war das nicht. Das ändert sich jetzt, denn jetzt endlich gehöre ich zu einer ausgewählten und privilegierten Gruppe dazu!“
Als Anlaß für diese Entscheidung nennt Tomás M. Santillán den Bürgermeisterwahlkampf und die Kandidaten, die zur Wahl stehen. „Mein Wahlentscheidung steht nun fest, aber ich bin ein Anhänger des
Wahlgeheimnisses“.
Fr
27
Mär
2020
Nicht alles was erlaubt ist, ist auch moralisch richtig. Wenn jetzt bei wichtigen Produkten und Gütern von gestiegenen Preisen die Rede ist, dann wird schnell klar, dass es offenbar eine Menge
Personen gibt, die sich an in der Corona-Krise bereichern wollen.
Doch besonders in Krisen gilt es sich moralisch richtig zu verhalten und nicht alles erlaubte zu tun, auch wenn die kapitalistischen Bedingungen der Marktwirtschaft es ermöglichen.
Nachfrage steigert Profitinteresse
Zentrale Faktoren bei der Preisbildung im Markt sind die tatsächlichen Produktionskosten, Angebot und Nachfrage. Die Produktionskosten haben sich auch in der Krise kaum verändert und auch das
Angebot ist noch vorhanden. Was bleibt ist die gestiegene Nachfrage. Es sind reine Profitinteressen der Hersteller und Händler, welche die Preise bei manchen Produkten in die Höhe treiben, um die
Not und Ängste auszunutzen.
„Moral ist schlecht fürs Geschäft!“
Ganz besondere Zeitgenossen sind Spekulanten, die je nach Krise und Marktlage dort aufspringen, wo es etwas zu holen gibt. Vor der Krise hatten sie nie etwas damit zu tun und wussten auch nichts
darüber, denn vorher waren sie noch bei Aktien oder Immobilien. Doch wenn es nach fetten Renditen stinkt stürzen sie sich wie aasfressende Geier auf alles was nach Blut, Angst und Tot riecht. Sie
werden dann „ganz plötzlich“ auf die großen Gewinnspannen aufmerksam und steigen „völlig uneigennützig“ in die lukrativen Märkte ein. Dabei ist es ihnen egal, worum es geht, denn „Moral ist
schlecht fürs Geschäft“. Das alles ist völlig legal und üblicherweise auch nicht gesellschaftlich geächtet, solange keiner etwas über diese schmutzigen Geschäfte weiß und nur die Gewinne zur
Schau gestellt werden.
Und trotzdem wollen wir alle nicht, dass unsere Unternehmen mit Waren aus Kinderarbeit handeln, die Umwelt vergiften oder das Klima zerstören. Das ist kein esoterisches Gutmenschentum, sondern
Teil unserer alltäglichen humanistischen Moral.
Gute oder schlechte Geschäfte in der Krise
Der Verweis auf einen Textilhersteller, welcher in der Corona-Krise Mundschutzmasken produzieren, einen Autozulieferer, der aktuell Beatmungsgeräte baut, oder ein Plexiglashersteller, der jetzt
Schutzscheiben für den Einzelhandel herstellt, hingt gewaltig. Diese Unternehmen handelten immer schon mit Textilien, Elektronik, Mechanik oder Kunststoff und liefern auch weiter zu angemessenen
Preisen. So auch die Schnapsdestille, die ihre Produktion von Gin auf preiswertes Desinfektionsmittel umstellt, um ihre laufenden Kosten in der Krise zu decken, denn ihren Schnaps können sie zur
Zeit nicht an die Gastronomie verkaufen.
Es ist nicht unmoralisch jetzt mit Toilettenpapier zu handeln, denn niemand infiziert sich mit Viren oder stirbt an Lungenversagen, wenn es kein Toilettenpapier geben sollte. Hier hat der große
Nachfrageeffekt keine preissteigernde Wirkung von mehr als 300%. Die Spekulanten wissen sehr genau, dass die Angst vor Infektion wie ein Turbobooster für die Preistreiber wirkt.
Gierige und unsoziale Spekulanten, die in der Krise bei lebenswichtigen Dingen mit überhöhten Preisen abräumen wollen, um damit ihre Konten zu füllen, haben die Moral von Waffen- oder
Drogenhändlern. Waffenhändler liefern ihren Waffen ganz legal in ein Kriegsgebiet, weil da ja Bedarf besteht. Im Kapitalismus ist das erlaubt, doch moralisch bewegt man sich damit auf dem Niveau
von Drogenhändlern, die die Abhängigkeit ihrer Opfer schamlos ausnutzen, um ihre Taschen mit Geld zu füllen. Sicher besteht ein Unterschied zwischen legal und illegal, doch moralisch gibt es
diesen nicht.
Es gab auch mal Zeiten, in denen der Handel mit Sklaven legal war und nur von den Kirchen und Humanisten verurteilt wurde. Die Legalität machte das Unrecht der Sklavenhändler und deren moralische
Schuld nicht besser. Ähnlich verhält es sich mit Händlern, die in Nazideutschland Immobilien oder Kunst zu absoluten Niedrigpreise aufgekauft haben, damit die jüdischen Vorbesitzer ihre Flucht
vor den faschistischen Mördern bezahlen konnten. Nach dem Krieg haben sich manche sogar noch gebrüstet, dass sie ihren „jüdischen“ Freunden angeblich geholfen hätten. Warum haben sie dann nicht
einen ordentlichen Preis bezahlt? Oder warum haben sie den in notgeratenen Menschen nicht uneigennützig und ohne eigene Profitinteressen geholfen?
Es ist zum Glück nicht so, dass „jeder Selbständiger das macht“, wenn er die Gelegenheit dazu bekommt. Es gibt noch Moral. Manche Menschen haben mehr und manche weniger davon.
Wir haben die Freiheit moralisch richtig zu handeln.
Wir können uns selbst entscheiden, wie und was wir tun und wie und was wir nicht tun. Wir müssen immer prüfen, welche Folgen bestimmtes Handeln hat und ob diese Folgen erwünscht oder nicht
erwünscht sind.
Menschen, denen es an Ethik und Moral mangelt, qualifizieren sich möglicherweise als aasfressende und gierige Spekulanten, wenn sie ihre Profitinteressen vor die Interessen der des Gemeinwohls
stellen, aber sie eignen sich nicht als Politikerinnen und Politiker. Denn Ziel und Sinn von Politik ist es immer, moralisch zu sein.
Diesen moralischen Imperativ erwarten wir nicht nur von Politikerinnen und Politikern, sondern auch von Unternehmen, Selbstständigen und Freiberuflern. Diese können selbst entscheiden, was sie
produzieren, mit was sie handeln und an wen sie was zu welchen Preisen verkaufen.
Und es ist auch unsere Entscheidungen mit welchen Menschen mit welcher Moral wir uns abgeben und mit wem wir zusammenarbeiten.
Ich habe mich entschieden und will mit unmoralischen Unternehmen, unsozialen Selbstständigen und menschenfeindlichen Politikern nichts zu tun haben! - Ich bleibe
Mensch!
„In der Krise zeigt sich der Charakter“
(Zitat: Helmut Schmidt - Ehemaliger Bundeskanzler)
Di
07
Mai
2019
Pressemitteilung, 7.5.2019: DIE LINKE. Rheinisch-Bergischer-Kreis hat einen neuen Vorstand gewählt
Auf der Kreismitgliederversammlung am Sonntag, 5. Mai wählten die zahlreich erschienenen Parteimitglieder einen neuen Kreisvorstand für die Partei.
Zum gleichberechtigten Vorstand wurden Alexandra von der Ohe, Andrea Persy, Tomás M. Santillán, Thomas Döneke und Klaus Reuschel-Schwitalla gewählt.
Sprecher Tomás M. Santillán zeigte sich zufrieden mit dem sozialen Kurs der Partei im Rheinisch-Bergischen Kreis. An diesen sozialen Schwerpunkten festzuhalten "sei genau richtig und in
Deutschland und Europa bitter nötig, das soziale Ungleichgewicht sei unerträglich." Entschlossen zeigte sich der Vorstand mit dem Wahlkampf für die Europawahl 2019 Ende Mai.
Auch die immer häufiger in Anspruch genommenen kommunalen Beratungs- und sozialen Hilfsangebote der Partei in den Städten und Gemeinden des Kreises würden weiter ausgebaut. Die Basisarbeit der
Ortsverbände und der Mandatsträger in den Räten und im Kreistag soll weiter gestärkt werden, da diese die Interessen der Menschen vor Ort am besten vertreten.
Fr
19
Apr
2019
Die Debatte um das hohe Spendenaufkommen für Notre-Dame zeigt die Spaltung und Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas auf.
In der deutschen Diskussion um das hohe und sehr schnelle Spendenaufkommen für die Beseitigung der Brandschäden von Notre-Dame wird deutlich wie tief die gesellschaftliche Spaltung tatsächlich
ist. Die einen zeigen sich erbost über die hohen privaten Spenden von Superreichen und die anderen beschimpfen diejenigen, die die Helfer (egal wie reich) entmutigen würden. Da werden
Straßenhunde in Bulgarien, Brunnenbauten in Afrika oder Flutopfer bemüht, denn der Mensch sei wichtiger als ein altes Bauwerk während andere den Symbolwert der über 850 Jahre alten Kirche in
Paris nicht hoch genug einschätzen.
Verlogenheit und peinliche Polemik.
Die zahlreichen polemischen und unreflektierten Kommentaren in den sozialen Medien werden nur noch von gleichlautenden Texten überschattet, die von „Journalisten“ in der deutschen Presse in
schwarzer Druckerfarbe auf Papier verbreitet werden. Da werden die Urheber von Kritik an den hohen Spenden als antichristlich diffamiert, die ausschließlich negative Themen verbreiten würden und
schon immer alles miesmachen würden, was ihnen nicht in ihr Weltbild passen würde. Es werden sogar Namen von Prominenten genannt, die öffentlich Kritik geäußert haben und dazu auch deren Bilder
ähnlich wie Fahndungsfoto von Tätern verbreitet. Auf der anderen Seite wird die 100-Millionen Euro Spende kritisiert, die nur von einer einzigen Familie stammt, andere erinnern sogar an die Opfer
der Hexenverbrennung oder die Verbrechen der Kreuzzüge, die die Kirche zu verantworten hat. Auf allen Seiten ist es entweder Neid aber offensichtlich Unverständnis gegenüber anderen Positionen zu
spüren.
Wer soll das bezahlen?
Üblicherweise hören wir sonst immer von einer Seite das Argument, das dafür "kein Geld da sei" und das man das bei der "engspannten Haushaltslage" nicht bezahlen könnte. Zu Notre-Dame hört man
das nur unterschwellig. Interessant ist, dass es diesmal andere sind, die den Zeigefinger in die Finanzwunde legen, während die üblichen Verdächtigen dazu schweigen oder Finanzunterstützung
einfordern.
Die Fronten sind verhärtet und kaum jemand lässt sich ganz nüchtern und sachlich die Frage ein, wem Notre-Dame eigentlich gehört und wer die Verantwortung für eine Rekonstruktion übernehmen
sollte oder sogar muss. Der Erhalt von Kulturerbe ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und tatsächlich gibt es eine große Einigkeit darüber, dass man das französisch-europäische Wahrzeichen
wiederherstellen sollte und muss. Auch diejenigen, die sich über die Spendenexplosion verwundert zeigen, befürworten dies.
Tatsächlich kann es nur darum gehen, wie man es finanziert und woher das Geld kommen soll. Werden staatliche Mittel also Steuereinnahmen verwendet oder soll der Restauration privatisiert und
durch Spenden finanziert werden? Würde man den Staat zu 100% in die Verantwortung nehmen, würden diesem Geld an anderen Stellen fehlen, wo es dringend benötigt wird. Bezahlt man alles aus
privaten Spenden bleibt aus dem Spendenkuchen weniger für andere soziale Projekte und Herausforderungen übrig.
Was bleibt ist die Verwunderung, dass es Menschen gibt, die 100 Millionen Euro Spenden aus ihrer Portokassen zahlen können und über die daraus folgende zunehmenden Vergiftung und Spaltung unserer
Gesellschaft. „Enteignung“ rufen die einen und fordern eine soziale Umverteilung während die anderen von Freiheit und Privatsache sprechen und Verwunderung direkt als Neid interpretieren.
Niemand ist gegen private Spender und alle freuen sich über Menschen, die ein Teil ihres privaten Vermögens für soziale, kulturelle oder ökologische Projekte und Aufgaben einsetzen. Das ist nie
schlecht, sondern immer gut. Trotzdem stimmt es nachdenklich, dass der Staat sich selbst immer stärker einschnürt und finanziell kastriert und damit die oben genannten gesellschaftlichen
Herausforderungen immer weniger aus eigenen Mitteln finanzieren kann. Es darf nicht sein, dass man das Wohl der Menschen, den Schutz unseres Kulturerbes oder unserer Umwelt denjenigen überlässt,
die es sich leisten können diese mit Privatspenden zu übernehmen.
Ganz zu Ende und sehr überspitzt gedacht entscheiden die Privatspender (ob kleine oder große Spender) darüber, was mit Notre-Dame gemacht wird und was nicht. Es darf nicht sein, dass der ganze
Rest, Schrott und Abschaum, welche für Spender nur wenig Prestige oder Gewissensberuhigung einbringt, dem Staat überlassen wird, der aber selbst dafür längst keine Mittel mehr hat.
Die Frage, warum man diejenigen, die eh schon über große Vermögen verfügen, nicht schon vorher so besteuert, dass der Staat wieder über genug Einnahmen verfügt, wird zwar gestellt, aber
widersprüchlich beantwortet. Dieses versinkt in politischer Polemik und dogmatischen Sprechblasen.
Freundliche Helfer versus Miesmacher ...
Und dann ein ganz anderes Gedankenspiel: Wir können uns kaum vorstellen was passieren würde, wenn keine 800 Millionen Euro Spenden für Notre-Dame zusammengekommen wären. Würde der französische
Präsident Macron sich dann schon wenige Tage nach dem Brand medienwirksam und unter Applaus in Szene setzen, um lauthals zu verkünden, dass in nur fünf Jahren (in seiner möglichen zweiten
Amtszeit) alles wieder heil ist?
Wir würden uns darüber streiten, wer nun für den „Fortbestand“ bezahlen soll und nicht über freundliche Helfer versus böse Miesmacher? Die heißgeliebten Fronten wäre die gleichen, möglicherweise
vertauscht, doch die Argumente wären alte Bekannte.
Mi
05
Sep
2018
Eigentlich will ich nicht nachtragend sein und bin es auch nicht, aber manche Lügen und Hinterhalte von manchen Menschen beschäftigen mich länger. Es geht dabei immer um Personen, die ich sehr gerne oder sogar geliebt habe und denen ich volles Vertrauen entgegengebracht habe. Von solchen Menschen hintergangen oder enttäuscht zu werden schmerzt sehr und ganz besonders. Alle anderen sind egal. Und selbst wenn der Schmerz lange vergangen ist, stelle ich mir auch noch viel später die Frage, warum diese Menschen sich so niederträchtig und unverschämt selbstsüchtig verhalten haben. Ich kommen dann nur zu drei möglichen Antwort: "Weil sie es konnten und ich ihnen zu sehr vertraut habe." oder "Weil sie einfach so abgewichst und falsch waren, dass man es nicht hätte merken können." oder "Weil ich einfach zu doof war und noch bin auf sie reinzufallen." Wahrscheinlich ist es einer Mischung von allen drei Varianten ... bei dem einen mehr und bei der anderen weniger ....
Mi
26
Jul
2017
Ich werde es nie verstehen, warum Menschen sich von negativen Neid zerfressen lassen. Ich erlebe das bei manchen Zeitgenossen, aber mir fällt es schwer diese Kategorie des Hasses
nachzuvollziehen, denn ich denke und fühle nicht so. Ich versuche es trotzdem täglich zu ergründen:
Ich beneide Menschen um ihre großartigen Fähigkeiten, wie z.B. Musiker, Schriftsteller oder Sportler, aber dieses hat keine negativen Aspekte, sondern ist ein Ausdruck von aufrichtiger
Bewunderung und Zuneigung. Ich liebe diese Menschen, denn sie bereichern mein Leben, machen es bunt und vielfältig. Diese tollen Menschen zeigen uns immer wieder etwas Neues und geben uns damit
jedesmal ein Geschenk. Danke!
Doch erlebe ich es immer wieder wie Menschen regelrecht Hass aus Neid entwickeln, weil sie anderen Menschen solche Fähigkeiten oder schlicht ihr Glück nicht gönnen. Sie sind mit sich selbst
unzufrieden, sie sind sich über Unzulänglichkeiten bewusst, ärgern sich darüber, statt sich auf ihre Stärken zu besinnen. Jeder Mensch hat seine eigenen Vorzüge, doch viele haben überzogene
Wünsche, zu hohe Ansprüche und geben sich mit nichts wirklich zufrieden.
Bescheidenheit würde helfen, denn wer nicht viel erwartet, bekommt meist mehr als sie oder er wirklich benötigt. Hier findet sich genug Glück für mehrere Leben. Es ist die Quelle für die Kraft,
die einen antreibt. Neider gehen ins Leere, auch wenn diese anderen ein Bein stellen wollen, um sich mit etwas Schadenfreunde vermeintliches Glück zu erschleichen.
Her mit dem schönen Leben! Keine halben Sachen!
Ich erfreue mich an den kleinen Dingen im Leben ohne dabei ein Asket oder geizig zu sein. Ich trinke gerne Champagne und esse Austern, wenn ich es kann, doch wenn es nicht möglich ist, reichen
auch Wasser aus der Leitung und ein Käsebrot um satt zu werden. Ich teile gerne was ich habe, egal wieviel oder wenig es ist. Was zählt ist nicht der Überfluss und die Menge des „Haben“, sondern
was man aus dem macht, was man hat und kann. Schöpfe aus dem Vollen und genieße das pralle Leben, zu jedem Zeitpunkt, an jedem Tag und mit jeder Faser. Dazu braucht es keinen materiellen
Reichtum, sondern nur einen freien Geist, ein offenes Herz und Liebe zu den Menschen. Der Rest kommt dann ganz von allein.
Doch immer wieder treffe ich auf Menschen, die ihr Glück in Statussymbolen suchen, Geld horten und damit rumprotzen wollen. Ich mag schöne Dinge, ein übiges Leben und gutes Essen, gebe mein Geld
aus, manchmal ist es zu teuer, doch die größte Schönheit liegt in der Natur und im Menschen selbst und das kann man mit Geld nicht bezahlen. Ein Sonnenuntergang mit einem Glas Rotwein und einer
Pizza, ein Frühstuck mit einem guten Kaffee und einem Brötchen mit Marmelade, ein Spaziergang im Wald und der Blick in ein lachendes Kindergesicht sind mehr wert als jedes fette Konto auf der
Bank.
Auch Erfolg macht neidisch, denn manche Menschen ärgert es, dass andere den Erfolg oder die Beliebtheit erreichen, die sie selbst gerne hätten. Sie haben dann das Gefühl, dass die Erfolgreichen
ihnen etwas weggenommen hätten, was doch eigentlich ihnen zustehen würde. Eine solche Selbstsucht und Selbstüberschätzung führt oft zu neidischen Hass, der sogar soweit reicht, dass die Neider
andere attackieren, angreifen und schlecht machen.
Von solchen hasserfüllten Menschen sollte man sich fernhalten, sie auf Distanz halten und ihnen kein Vertrauen schenken. Sie nutzen jede Gelegenheit aus, um sich selbst über andere zu erheben.
Sie glauben darin ein Teil ihres Glücks zu finden, nachdem sie suchen. Doch tatsächlich kommen sie kein Stück weiter, denn der Hass und der Neid zerfressen, lähmen sie, ketten sie fest,
versperren die klare Sicht und verhindern ein schönes und glückliches Leben für sie.
Es gibt nur eine Chance dem zu entkommen, um das finden, was sie suchen ....
Di
27
Jun
2017
Frische Pfifferlinge im El Gaucho - Original argentinisches Restaurant & Steakhaus Köln
Do
09
Mär
2017
Immer wieder trifft man auf Menschen, die unhöflich oder respektlos sind und es ist schwer zu wissen, wie man damit umgehen soll. Soll man diese respektlose Person einfach
ignorieren oder ist man dann ein Fußabtreter, wenn man das tut? Sollte man für sich und seine Würde eintreten und wenn ja, wie? Würde das die Situation nur weiter eskalieren weil der andere eine
angemessene Antwort vielleicht nicht versteht?
Immer wieder geschieht es auch in der Politik, dass Menschen den Respekt verlieren, weil sie andere Meinungen und andere Positionen nicht akzeptieren können oder an ihren eigenen Vorteil denken.
Manche fühlen sich auch einfach nur unverstanden und selbst respektlos behandelt.
Sachlicher und auch polemischer Streit gehört manchmal und besonders in der Politik dazu. Auch wenn dabei mal über die Stränge geschlagen wird, bewahren die meisten
Beteiligten den Respekt voreinander.
Doch leider verlieren auch manche die Contenance im menschlichen Miteinander. Mir ist das leider auch schon passiert und ich bedauere das sehr und entschuldige mich dann auch bei denjenigen, die
ich falsch behandelt habe. Eine ehrliche Entschuldigung gehört zum Respekt dazu, denn es zeigt die Einsicht darin, dass man selbst einen Fehler gemacht hat. Umgekehrt gehört es dazu, dass
man eine Entschuldigung annimmt, denn auch das zeigt Respekt vor dem anderen Menschen. Wer anderen nicht vergeben kann, schadet damit vor allem einer Person: sich selbst.
"... seine Schergen ..."
Vor wenigen Tagen wurde ich beschimpft und der Lüge bezichtigt, weil ich öffentlich andere Positionen und politische Einschätzungen vertrete. So ist das in der Politik, doch die Wortwahl mit des
Gegenüber war dann doch bemerkenswert: Er verwendete für meine politischen Bündnispartner, Freunde und UnterstützerInnen das alte Wort
"Schergen", was man heute nur sehr selten hört. Scherge wird im heutigen Sprachgebrauch abwertend verwendet und man bezeichnet damit oft einen „Henkersknecht“, einen Büttel,
einen käuflichen Verräter oder generell eine Person, die einem Schurken als Handlanger dienstbar ist und seine Befehle und Aufträge gegebenenfalls auch unter Anwendung von Gewalt
ausführt. (siehe Duden und Wikipedia) Das ist schon
harter Stoff, denn es trifft auch mich. So geht man im politischen Diskurs eigentlich nicht miteinander um, wenn man sich sonst Solidarität auf die Fahnen geschrieben hat.
Natürlich ist das barer Unsinn, aber macht an dieser Stelle keinen Sinn, diese sehr harten Anschuldigungen zu widerlegen, denn diese wurde nicht inhaltlich oder mit Argumenten untermauert oder
begründet. Mit Geld lassen sich andere kaufen und niemand wendet Gewalt an.
Auch wenn ich bisher keine Entschuldigung für diese Beschimpfung gehört habe, verzeihe ich ihm, denn ich vermute, dass es ihm wohl nicht ganz klar war und ist, was
er da über meine Freunde und mich sagte. Für mich ist Verzeihen ein Akt der aktiven Lebensgestaltung, denn man übernimmt damit Eigenverantwortung. Wer verzeiht, lässt nicht zu, dass
andere Menschen das eigene Leben dauerhaft beeinflussen und bestimmen können. Wer vergeben kann, öffnet sich für Veränderungen im Miteinander und für Neues. Das ist gelebte Solidarät und
Verbundenheit und nur so kann man nach vorne schauen!
Mo
13
Feb
2017
Die rechten im "Mitte-Links-Bündnis" im Stadtrat Bergisch Gladbach drehen völlig durch und haben mich am Dienstag für tot erklärt.
Das ist wohl keine Drohung, aber auch kein Spaß mehr, den der stellv. Fraktionsvorsitzender der Stadtratsfraktion "DIE LINKE.mit Bürgerpartei GL" einer Bürgerin als Telefonauskunft aus dem
Rathaus heraus gegeben hat.
Die zwei Ratsmitglieder der Partei DIE LINKEN. in dem funktionalen Fraktionsbündnis mit der rechten Bürgerpartei GL sind aufgefordert, die rechten Mandatsträger der Bürgerpartei GL aus ihrer
Fraktion auszuschliessen und zu einer inhaltlichen und politischen Diskussionskultur zurückzukehren.
Auch wenn andere mich für tot erklärt haben, bleibe ich weiterhin aktives Stadtratsmitglied für DIE LINKE. (fraktionslos). Mit geht es gut!
Hier die ganze Geschichte im Bürgerportal lesen: >>
http://in-gl.de/2017/02/03/frank-samirae-erklaert-tomas-santillan-fuer-tot/
Siehe auch:
So
22
Jan
2017
Das El Gaucho - Original argentinisches Restaurant & Steakhaus Köln hat eine neue WEBSEITE.
Das El Gaucho Köln besteht seit 1971 und ist das erste und immer noch älteste argentinische Restaurant & Steakhaus in ganz Deutschland.
Nach dem Umzug vom Barbarossaplatz an den Hohenstaufenring 29-37 am Zülpicher Platz in Köln wurde auch eine neue Webseite erstellt.
http://www.el-gaucho.de
Mi
26
Okt
2016
Ich kann Menschen nicht verstehen, die große Energie aufbringen, um ihren Hass zu entladen, damit ihr eigenes Ego befriedigt wird. Wahrscheinlich ist es der blanke Neid über die, die ihr Leben meistern, glücklich sind und dabei gerade und aufrecht bleiben. Solch ein Hass hat oft seine Ursache in einem Frust über die eigene Unzulänglichkeit und einem Gefühl des Versagens am eigenen Leben. Bei manchen Menschen bekomme ich den Eindruck, dass der Kampf gegen andere zu ihrem Lebensinhalt wird und sie dabei ihr eigenes Leben, ihre Ziele und ihre Prinzipien völlig aus den Augen verlieren, um sich über andere zu erheben. Das schlimmste ist, sich davon mitreißen zu lassen und es ihnen gleichzutun. Es schmerzt, doch kann man nichts tun und nur zusehen, wie sie sich selbst zerfressen und dabei verkrüppeln. "Niemals in der Welt hört Hass durch Hass auf. Hass hört durch Liebe auf." sagt Buddha.
Mo
18
Jul
2016
Es ist schon schwer mit manchen Menschen, die keine Kritik vertragen können. Statt zu prüfen oder einzugestehen, dass sie einen Fehler gemacht haben könnten, verschließen Sie sich. Dabei steht es
uns gut an Fehler zuzugeben oder anderen Recht zu geben. Mit einem Schuss zuviel egozentrischer Überheblichkeit dürfen sich manche nicht wundern, dass Menschen sich abwenden und distanzieren.
Arroganz war und ist nie ein guter Ratgeber für das Leben. Wahrscheinlich machen wir alle mehr Dinge falsch, als wir selbst sehen wollen. Dieses zu erkennen und
dann auch noch einzugestehen ist nicht immer leicht. Das tut nicht weh, sondern bringt Erkenntnis, Selbstsicherheit und damit Lebensfreude, denn es befreit von Lügen, Unsicherheit und
Selbstbetrug? Doch manche schaffen es leider nicht nachzugeben, sich zu entschuldigen oder einfach auch nur zu erkennen und dann ihr Handeln zu verändern. Sie bleiben auf einem falschen Weg.
Selbst wenn sie mehr darüber wissen und verstehen, kehren manche nicht um, sondern bleiben stur auf dem einmal eingeschlagenen unkorrekten Kurs. Manche aus Dummheit, manche aus Hochmut oder
falsch verstandener Ehre und Stolz, andere aus Unsicherheit, Angst etwas zu verlieren oder menschliche Schwäche zu zeigen. Ich kann da nur den Kopf schütteln, etwas Zweifel anmelden, doch dagegen
kann ich nichts tun, ich schweige, schaue zu und halte mich zurück, wenn es mich nicht wirklich betrifft oder notwendig ist dagegen zu sprechen. Traurig für sie, bedauerlich für andere, aber eben
nicht zu ändern. ....
Bleibt offen!
Mo
11
Jul
2016
Erstaunlich, das der eine oder andere Mensch von anderen häufig nur über ihr äußerliches Erscheinungsbild definiert werden und nicht über das was sie vertreten oder tun. ...
Diesen scheint ihnen nichts auszumachen und manche treiben es bis auf die Spitze. Sie wollen sich nur in ihrer gepimpte Hülle darstellen und auch so gesehen werden. So verstecken sie sich und
geben sich auf, suchen ständig weiter, hadern und werfen ihre Werte im Zweifel weg, wenn es gerade so passt. Manche davon degradieren Menschen zu Störfaktoren,
wenn sie keinen Nutzen für sie bringen. Ihnen ist der schöne Schein und die "glatte", "starke" oder "wunderbare" Äußerlichkeit wichtiger als das was sich wertvolles und schönes in Ihnen verbirgt.
Sie sind geübt darin und am Ende sind sie nicht mehr sie selbst. Das verkaufen sie gut.
Oder sind sie innen drin genauso oberflächlich, kalt und mit einem gefühllosen Eigenleben versehen, wie es beim zweiten unverblendeten Hinsehen den Anschein erweckt?
So betrachtet ist es vielleicht besser, dass wir Ihre wahren Charakter nicht erkennen können, sondern nur die Maske sehen, auch wenn diese dem Alltag nicht wirklich standhält und es dann doch
durchschaubar wird.
Schade, aber nicht meins!
Di
03
Mai
2016
Mi
06
Apr
2016
Vor wenigen Tagen wurde ich Bergisch Gladbach wiedermal durch einen Rechten auf offener Straße verbal bedroht. So etwas häuft sich in letzter Zeit überall im Land und die reale Bedrohungssituation gegen Antifaschisten und linke Aktivisten nimmt deutlich zu und die Rechten werden immer unverhohlen dreister. Auch wenn manche sagen, dass dies vielleicht auch an einem selbst liegen könnte, bleibt meine Antwort die gleiche: „Jetzt erst recht!“, man darf sich nicht davon verängstigen lassen, denn genau das ist das Ziel der Rechtsextremen. Leider erreichen sie genau das bei vielen Menschen, von denen man dies eigentlich nicht erwarten würde. Mit verbalen Attacken am Arbeitsplatz, in der Kneipe, in der Bahn oder auf offener Straße fängt es an und hört auf mit handfesten Angriffen auf Wohnheime und direkter Gewalt gegen Menschen. Ich kann die verstehen, die sich eingeschüchtert etwas zurücknehmen, doch für diejenigen, die sich endsolidarisieren oder sogar um Nachsicht für rassistische Wutbürger oder rechte Drohungen ersuchen, habe ich kein Verständnis. Sie stehen nicht nur schweigend daneben und schauen ängstlich zu, sondern mit dieser Haltung werden sie zu Helfern und Helfershelfern der Täter. Niemand darf wegsehen, sondern muss der rechten Gewalt und schon den Drohungen couragiert entgegentreten. Eine wehrhafte Demokratie braucht aktive Demokraten.
Mo
04
Apr
2016
Die Welt durcheinander, die Basis wankt, der feste Stand verloren, schwankend, die Fahne hängt, die Suche dahin, taumelnd. Weiß nicht was passiert ist, weiß nicht wie, auf einem anderen Weg, kann nichts tun, nur zurücksehen, hilflos zuschauen, Dinge zerbrechen. Schade um die Ideen, die Träume, das Gewonnene. Eine Chance vertan, neue in Sicht, kein Zurück, voran. Das Herz schlägt, Leidenschaft, Leben, Liebe, der Atem kräftig, das Blut kocht.
Steh wieder auf!
Di
15
Mär
2016
Man erwartet von Freunden, dass sie sich gegenseitig in Schutz nehmen und gerade dann nicht wegducken wenn es eng wird. Doch es ist erstaunlich wie manche Menschen tatsächlich ticken. Sie verletzen andere und erklären sie zu Persona non grata und glauben später, dass sie so tun könnten als wäre das nie passiert und erwarten mit einem Lächeln, dass diese das verstehen. Oft sind es die gleichen, die sonst von Werten, Prinzipien und Respekt schwärmen. Diese werden nach eigenem Gutdünken und wenn es gerade opportun ist neu formuliert, angepasst, für unwichtig erklärt oder die Ursachen dafür bei anderen gesucht. Dann können sie nicht mehr anders, stecken in ihrer Widersprüchlichkeit fest, bewegungslos, achtlos und ...
... menschlich!
Di
16
Feb
2016
Manche Menschen sind nur solange dein Freund, wie sie einen Nutzen von dir haben. Dann muss ich darüber nachdenken wie es um die Persönlichkeit und die Ehrlichkeit der Personen bestellt ist. Ich
könnte mich dazu entscheiden, niemanden mehr zu vertrauen und dem Risiko aus dem Weg zu gehen. So könnte ich nichts verlieren, doch so kann ich auch nichts gewinnen. Es gehört zum Leben, dass die
Enttäuschung immer dann am größten ist, wenn ich es am wenigsten erwartet hätte. Ich lerne aus diesen Erfahrungen, doch das Vertrauen in Gott und in mir selbst war und ist immer stärker. Mir ist
klar, dass sich Enttäuschungen noch oft wiederholen werden. Doch Angst vor neuen Erfahrungen und dem Unbekannten erzeugen Stillstand, Starre und Misstrauen und verdrängen Vertrauen, Schönheit und
Leidenschaft. Das Leben sucht immer nach neuen Wegen. Angetrieben von der Leidenschaft zu leben kann ich nicht damit aufhören.
Ich gewinne damit mehr gute Freunde als ich scheinbare verliere. Das bringt mehr, als sich nicht zu trauen und in seinem Schneckenhaus zu verstecken, um nicht verletzt zu werden.
Ich habe Glück unter lieben Menschen zu sein, die offenherzig sind, die in schlechten Zeiten zu einem stehen, Stürme gemeinsam ertragen und mit denen ich dann auch die schönen Dinge er- und
ausleben und die Sonne genießen kann.
Ich liebe Euch!
Di
02
Feb
2016
Heute morgen wurde ich in der Straßenbahn nach Köln von einem mir unbekannten jungen Mann angesprochen , leise aber direkt ins Gesicht, mit den Worten: „Wir kriegen Euch alle!“. Dann verschwand
der Mann in einer Lonsdale Jacke durch die Tür und verließ die KVB-Linie 1 so schnell, dass ich keine Gelegenheit hatte zu reagieren. So überrascht war ich. Vermutlich hat er sich von Kippekausen
an bis zum Neumarkt überlegt, was er mir sagen könnte, denn er saß schon in der Bahn als ich mich ihm unbekümmert quer gegenübergesetzt hatte. Aktuell häufen sich Nachrichten über das Internet,
in denen ich mit rechten Aussagen konfrontiert werde, obwohl die Sender meine humanistische und antifaschistische Haltung kennen und auch wissen, dass ich DIE LINKE im Rat der Stadt Bergisch
Gladbach vertrete. Möglicherweise senden sie mir aber genau deshalb rassistische Propaganda, weil sie wissen, dass ich nicht nur links stehe, sondern selbst Migrationshintergrund habe. Erst
letzte Woche rief man mir in der Fußgängerzone Bergisch Gladbach hinterher „Santillan, Du linkes Sch … .“. Ich habe mich schnell entfernt, da ich in
der Menge der Menschen den Rufer nicht erkennen konnte und ich mich eh nicht darauf einlassen wollte. Ähnliche Situationen, in denen man nicht nur beschimpft wird, sondern von "normalen" Bürgern
sogar körperlich angegangen wird, häufen sich. Die Polizei rät in Bedrohungssituation, dass man dem Angreifer klare Ansagen gibt und sich auch bei anderen Anwesenden laut bemerkbar macht, um
deutlich anzuzeigen wo die Grenzen liegen.
Das kann auch sehr peinlich werden und ich musste Kritik einstecken, dass das doch alles nicht so schlimm sei, das meine Reaktion übertrieben sei und ich mich nicht so aufregen sollte. Die
meisten Zuschauer bekommen die tatsächliche körperliche Drohung nicht mit und hören danach nur eine harte aber auch sehr bestimmte Reaktion. Das kann nicht nur zu Missverständnissen kommen,
sondern auch zu einer Entsolidarsierung mit dem Angegriffen und noch schlimmer dazu führen, dass sich manche mit dem gemein machen, der die handfeste Drohung ausgesprochen hat. Unverständlich und
unverzeihlich. Damit muss man leben, solange ein direkter Angriff auf die körperliche Unversehrtheit abgewehrt werden kann. Schließlich geht es dabei um mich und nicht um die Zuschauer oder schon
gar nicht um andere, die es später vom Hörensagen erzählt bekommen und gerne Gerüchte verbreiten.
Langsam befürchte ich, dass diese Attacken auf Menschen, die sich klar gegen rechte und rassistische Propaganda stellen oder sich in Flüchtlingsarbeit engagieren, noch mehr zunehmen werden.
Überall in Deutschland gibt es immer mehr gewaltsame Angriffe gegen Unterkümfte, gegen Flüchtlinge und ihre ehrenamtlichen Helfer und die Verunsicherung und Angst nimmt deutlich zu.
Es scheint mir nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis ich mich nicht mehr abgrenzen oder entziehen kann und „sie mich wirkliche kriegen“, so wie man mir in der Bahn prophezeit hat. Das macht
mich unsicher und ich zweifle ein wenig, ob ich möglicherweise zu hart reagiere und stattdessen besser weglaufen, mich verstecken soll oder den Kopf in den Sand stecken möchte. Ich habe mir sogar
überlegt mein Namensschild an der Haustür zu entfernen. Anderseits sagt mir mein Verstand, dass ein Wegducken und Ignorieren, wie es zu Zeit viele tun, genau das Ziel der rechten Kampagne ist.
Ich will mein positives Denken, meine Menschenfreundlichkeit und meine demokratische Überzeugung nicht aufgeben. Selbst wenn ich das verstecken könnte, bleibt meine kulturelle Identität
offenkundig.
Mit der zunehmenden Duldung rassistischen Gedankenguts indem man schweigt oder nett dazu lächelt ist eine Sache. … aus Unsicherheit, Angst, aus Dummheit oder einfach weil man harmoniesüchtig kein
Lust auf Streit hat oder glaubt, dass es schon wieder vorbei gehen wird. Die andere Sache ist die schleichende Entsolidarisierung von den Menschen, die den Angriffen konkret ausgesetzt sind oder
sich rassistische Übergriffe nicht gefallen lassen und sich gegen rechte Gewalt an sich oder andere zur Wehr setzen.
Die Strategie des Wegduckens, der gelassen „Ignoranz“ und „Akzeptanz“ ist gescheitert und es zeigt sich unübersehbar, dass die Spaltung der Gesellschaft nicht durch die zivilisierten
„Gutmenschen“ erzeugt wird. Es wird leider nicht einfach vorbeigehen indem man zuschaut und zur Tagesordnung übergeht und gute Miene zum bösen Spiel macht. Die Rechten und Rassisten eskalieren
ihre Provokationen immer weiter und gewinnen damit täglich neue Unterstützung. Und das nicht, weil man sie zu heftig bekämpft, sondern weil es ihnen gelungen ist „hoffähig“ zu werden und ihre
Inhalte Anerkennung bei vielen Menschen finden.
Statt dieses schweigend zu dulden und die Drohungen und die nackte Gewalt hinzunehmen, müssen wir uns offensiv, natürlich friedlich, damit auseinandersetzt, die eigenen Positionen formulieren und
den Mund aufmachen. Tatsächlich muss die Zivilgesellschaft Geschlossenheit zeigen und diejenigen, die nun wie Ratten aus den Löchern kriechen und ihre Chance wittern, in ihre Schranken weisen.
Wir dürfen nicht zulassen, dass wir uns spalten und auseinandertreiben lassen. Es ist schwer gegen die eigene Furcht anzugehen, aber wenn wir das heute nicht tun, werden wir die Angst und
Verunsicherung nicht loswerden.
So
17
Jan
2016
Es ist wohl ein Urinstinkt und Trieb des Menschen, dass diejenigen, die Härte oder egoistische Stärke zeigen oft beliebter sind, als Menschen, die sich zurückhalten, selbst zurücknehmen
oder anderen den Vortritt lassen. In der Wildnis garantieren die Durchsetzungsfähigen und Starken die Nahrung, Schutz und gesunde Nachkommen. Bis heute sind es solche Archetypen, die in dieser
Welt nicht nur die Macht haben, sondern auch mehr Geld und mehr Erfolg für sich einsammeln. Sie werden bewundert und sogar geliebt.
Spätestens seit der Entwicklung von Kultur reihen sich nicht alle Menschen in diese Riege ein oder eifern den Reichen, Schönen und Mächtigen nach, sondern setzen auf andere Werte und
Konzepte der Lebensführung. Diese versprechen zumindest hypothetisch etwas Glück. Das nicht nur weil sie sich einfach als bessere Menschen fühlen dürfen, sondern weil der Kopf ein mächtiger
„Muskel“ ist, der ganze Berge versetzen kann.
Jammern ist verboten, Bitterkeit oder Neid sind unangebracht, denn wir entscheiden uns selbst dafür üble Egoisten zu sein oder dagegen, weil wir uns über unsere Existenz bewusst
sind.
Es ist eine Frage des Vertrauens und der Ehrlichkeit. Fairness im Umgang mit den Menschen bedeutet, sich selbst auch etwas zurücknehmen und die anderen zulassen, etwas zu geben und
nicht nur zu nehmen. Und es bedeutet sich an Absprachen, Kompromisse und Regeln zu halten, gemeinsam zu leben, zu arbeiten, zuhören, Ideen entwickeln, solidarisch kämpfen, barmherzig sein und
lieben. Das geht alles nie zu 100% und wer dabei mit Erbsen zählt, wird es nicht verstehen und sollte spätestens hier aufhören zu lesen.
Manchmal ist es gut und richtig sich nur noch um sich selbst zu kümmern. Das bedeutet nicht zu einem Egomanen zu werden, andere auszugrenzen, zu verunglimpfen, zu verletzen, Menschen
zu belügen, um etwas von ihnen zu bekommen, zu hintergehen oder Dinge zu verschweigen. „Bewusst an sich denken“ und ein Ego-Arschloch sein ist ein Unterschied. Auch Menschen, die sehr stark auf
sich orientiert sind, sich selbst im Mittelpunkt sehen und alles auf sich beziehen, auch wenn es gar nicht um sie geht, müssen keine schlechten Menschen sein, solange sie niemanden schaden oder
andere verletzen. Es ist nicht immer leicht sich in die Rolle eines Anderen hineinzuversetzen oder die Perspektive eines Anderen anzunehmen sowie die eigene Sichtweise als eine unter mehreren
aufzufassen. Die Dinge sind fließend und jeder Mensch hat diese Neigung, manche mehr und andere etwas weniger. Egoismus und Egomanie schließen nicht das soziale zusammenleben
aus.
Gefährlich sind diejenigen, die sich mit Ellenbogen durchschlagen, anderen gezielt schaden, sie an den Rand drücken, schlecht über andere reden, um ihre narzistische Sucht oder Geldgier
oder Sexbesessenheit oder Lust über anderen zu stehen auszuleben. Alles Dinge, die in unserem zivilisierten Köpfen geächtet sind, doch diese brutale Seite der menschlichen Natur zieht genug
Menschen magisch an. Und selbst wenn sie sich darüber bewusst sind, können viele nicht davon lassen und sie scharen sich um diese „durchsetzungsfähigen“ Egomanen. „Je größer und stärker, desto
besser und beliebter“. Und genau dieses macht sexy, gibt ihnen Macht, Geld, Erfolg und Zuneigung. Es bleibt unsere Entscheidung, wem wir folgen, wen wir unterstützen und wen wir lieben. Bringen
sie uns weiter in unserem Streben nach Glück, passen sie zu unseren Werten oder schaden sie uns?
Und dann gibt es auch noch Menschen, die wenig für sich selbst tun, sondern in der Welt um sich herum denken und dabei verlieren. Oft werden sie benutzt und hintergangen, sie werden
gemocht, doch wirklich beliebt sind sie nicht. Auch wenn sie Gutes tun, wird das selten gewürdigt, während andere im Rampenlicht stehen und über ihre Köpfe bestimmen. Doch diese Menschen sind
nicht schwach, im Gegenteil, denn es sind die eigentlichen Starken unter uns. Genau diese sind es, die uns zusammenhalten, die uns Kraft und Wärme geben, Frieden verbreiten, in die Zukunft
blicken und Träume wahr werden lassen, … Liebe geben. Diese Menschen führen keine Kriege. Und trotzdem sammeln sie auf den Schlachtfeldern die Trümmer, die Verletzten und die Toten ein und sie
bauen auf dem Übriggebliebenen neues Leben für ein fruchtbares Miteinander.
Sie geben uns Vertrauen zurück, nachdem wir am Boden lagen und nie wieder aufstehen wollten und es alleine nicht konnten. Wenige Jahre später landen sie dann sogar auf dem Mond.
Wir leben mit den Urinstinkten, den Trieben und dem Wunsch nach Bestätigung und Geborgenheit.
Irgendwann kommen dann wieder beliebte Ego-Arschlöcher, die Menschen jubeln ihnen zu, lieben sie, liegen ihnen zu Füssen und wir brauchen nicht lange zu warten und irgendwo werden wieder
Häuser niedergebrannt, Menschen vertrieben, Kinder verhungern, …
Es ist schwer sich da selbst zu verorten, doch ein Arschloch will ich nicht sein und ein defensiver „Gutmensch“ passt auch nicht zu dem wie ich lebe,
Forstetzung folgt.
Sa
02
Jan
2016
… das Leben genießen, Freude erleben, Liebe geben, Schönheit schätzen, auf Werte beharren, im Herzen offen sein, gerade stehen, widerstehen, nicht unterkriegen lassen, selbst vertreten, Kraft sammeln, Grenzen überfinden, neu denken, Kompromisse suchen, barmherzig handeln, Menschen mitnehmen, umarmen, verbünden, nach vorne gehen, ...
... kämpfen.
Fr
01
Jan
2016
Unter den vielen klassischen Vorsätzen zum Jahresanfang finden sich Wünsche, wie gesünder leben, beruflicher Erfolg, Anerkennung oder eine erfüllte Partnerschaft. Das stärkt das Selbstbewusstsein
und spendet Kraft. Niemand gibt sich Vorsätze etwa wie Rückschläge, Angst, Krankheit, Versagen oder eine unglückliche Trennung.
Wichtig ist freundlich und sorgsam mit lieben Menschen und Freunden umzugehen, zuzuhören, auf sie einzugehen und deutlich zu zeigen, dass sie wichtig sind und das man sie mag. Am deutlichsten
kann man das mit einem Kuss zeigen. Ein Kuss ist immer etwas Schönes, ein Zeichen der Liebe, ein Ausdruck von Freundschaft oder die Bestätigung von Zuneigung und Wertschätzung. Das fängt beim
Luftkuss an, geht über einen Handkuss weiter und endet mit einem innigen Liebeskuss. Man kann für jede und jeden etwas finden, ohne das die oder der andere das Gefühl hat, dass man zu nahe käme,
keinen Respekt hätte oder nur „geil“ sei. Laut einer Studie küssen Männer aus anderen Gründen als Frauen. Ein Kuss sei für eine Frau eine schöne Angelegenheit, die das Vertrauen zwischen den
Küssenden stärkt. Männer sähen darin lediglich ein Mittel zum Zweck, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, Sex zu haben. Dieser Eindruck sollte vermieden werden, denn darum geht es nicht, sondern
um Lebensfreude, Liebe, Schönheit und Vertrauen. Es wird sicher nicht leicht immer den richtigen Kuss zu finden, aber mein Leitsatz für 2016 ist „Mehr küssen!“ und Spass macht es
auch.
Mi
09
Dez
2015
Do
19
Nov
2015
Ihr seid feige Terroristen!
Ihr kämpft gegen Zivilisten und Jugendliche, die ihr einfach mit euren automatischen Waffen brutal und kalter Gefühlslosigkeit abschlachtet, ohne dass sie sich wehren können. Ihr schlagt Menschen
den Kopf ab, ermordet willkürlich Frauen, Männer und Kinder und sprengt Flugzeuge in die Luft und glaubt dabei, dass dies mutig sei.
Tatsächlich seid ihr Feiglinge. Ihr habt nicht den Mut dazu sich dem Leben zu stellen und sich für eure Taten hier und jetzt zu rechtfertigen, sondern tötet euch vorher selbst, um sich der
Verantwortung zu entziehen. Ihr denkt, dass ihr als Märtyrer ins Paradies eingehen werdet, doch da irrt ihr euch sehr, denn für Feigheit, hinterhältigen Mord und Ungerechtigkeit wird man von Gott
nicht belohnt.
Wir werden der Angst und der Gewalt nicht nachgeben.
Wir sind wütend und zornig und wir haben Angst, dass es morgen wieder geschehen wird. Es ist Euer Ziel, dass wir unsere Werte wie Freiheit, Gleichheit und Barmherzigkeit aufgeben sollen. Doch das
wird Euch nicht gelingen, denn auch wenn wir um die Opfer trauen und uns vor dem nächsten blutigen Anschlag fürchten, werde wir die Angst überwinden und uns von dieser nicht als Geiseln nehmen
lassen Wir bewahren einen kühlem Kopf. Gemeinsam treten wir dem Terror entschlossen entgegen, nehmen uns an die Hände und füllen unsere Herzen mit Liebe und Mut.
Wir werden der Gewalt mordlüsterner Fanatiker nicht nachgeben und wählen weiterhin die Freiheit. Die Menschenrechte werden sich nicht von Terror beeindrucken lassen.
Ja, wir kennen eure zynische Logik und euren kalten Plan. Der nächste Anschlag wird kommen und es wird leider noch viele Opfer geben. Es fällt uns schwer es den Müttern, den Vätern, den
Geschwistern, den Söhnen und den Töchtern zu erklären, Auch wenn wir vorbereitet sind, gibt es keinen wirksamen Schutz gegen zu allem entschlossenen Mörderkommandos.
Nein, wir nehmen das nicht einfach in Kauf. Wir weinen, denn wir empfinden das Leben derer, die ihre getötet habt und die ihr zukünftig in den Tod reißen werdet, wie unser eigenes Leben.
Unsere Antwort bleibt die Freiheit. Keine Kompromisse!
Wir müssen dem Wunsch nach Rache widerstehen, denn es gibt nur diesen Weg, wenn wir das Leben, unser Menschsein und unsere Werte ernst nehmen. Auch wenn wir Mitleid für euch verpüren dürfen wir
dabei keine Kompromisse machen und nicht nachgeben. Die richtige Antwort ist nicht Hass, Gewalt oder die Einschränkung der Freiheit, sondern es ist mehr Offenheit, mehr Freiheit und mehr
Humanität.
Euer Kampf wird keinen Erfolg haben, denn eine Idee lässt sich nicht töten.
Überlegt es Euch gut, was ihr morgen tun werdet, denn irgendwann wird ein Anderer über Euch und euer teuflisches Werk urteilen. "Ungerechtigkeit bedeutet Dunkelheit am Tag des Gerichts."
Gott sagt: „...und seid gerecht. Wahrlich, Gott liebt die Gerechten.“ (Quran, 49:9)
Mi
18
Nov
2015
Fr
13
Nov
2015
In der letzten Nacht habe ich die Facebook-App und Facebook-Messenger von meinem Smartphone gelöscht. Ich will mal für ein paar Tage sehen
wie es ohne geht. Auch werde ich Facebook erstmal und ab sofort aus meinem Browser ausschließen. Wie lange, werde ich sehen.
"Das Internet verändert die Welt." Diesen Satz haben meine Kunden immer wieder gehört, als ein Freund und ich 1995 eine der ersten Internetfirmen in Köln gegründet hatten. Die meisten schauten
uns ungläubig an und hielten uns für völlig verrückt und einer fragte uns sogar nach Marihuana. Zwanzig Jahre später würde man uns natürlich auch ohne Drogen glauben, denn in der Zwischenzeit
sind Google, Apple, Facebook und Co. nicht nur milliardenschwere Konzerne, sondern auch allgegenwärtig in unser Leben eingedrungen und bestimmen immer mehr unseren Alltag.
So auch die Facebook-Anwendungen, die nicht nur alle meine Kontakte und Daten auf meinem Smartphone ausspähen kann, sondern mich auch ständig auf Trapp halten. Es blinkt, es tönt und ständig gibt
es neue Nachrichten, die man sehen soll, auf die man sich beziehen könnte oder die beantwortet werden möchten. Der FB-Messenger geht sogar so weit, dass er ständig anzeigt, wer online ist und wer
die deine Nachrichten gelesen hat und wer nicht. Das gilt natürlich auch umgekehrt und alle meine Facebookfreunde können sehen, wann ich zuletzt da war. Will ich das wirklich?
Wenn meine Geschwister und engen Freunde mich ansprechen, ob ich das Smartphone nicht einfach abschalten könnte, sollte man nachdenklich werden. Ich habe das meistens dann so getan, um es nach
dem Treffen wieder anzuschalten und in FB nachzusehen. Tatsächlich beobachte ich in meinem engen Freundeskreis eine sehr ausgedehnte Nutzung von Facebook und dem Facebookmessenger, welche die
Grenze zur Unhöflichkeit regelmäßig überschreitet. Interessanterweise respektieren die meisten den Griff des Gegenübers zum Smartphone, als wäre es ein Griff zu einer Zigarette, die man
mindestens 1x die Stunde am Abend rauchen muss. So greifen immer mehr Menschen nicht nur in der Bahn oder dem Bus zum Smartphone sondern überall wo sie sind. Bei der Arbeit, in der Pause, in der
Kneipe, mitten im Gespräche mit Freunden und manche sogar im Theater.
Es erinnert mich an eine Vision aus einer bekannten utopischen TV-Serie, in der ein süchtigmachendes elektronisches Gedankenspiel die Kontrolle über die Menschen übernimmt, den die Spieler werden
mit einem körperlichen Glücksgefühl belohnt. Facebook vermittelt nicht solche Glücksgefühle, aber die Kommunikationsbreite, die Facebook ermöglichen macht Freude, aber sie übt auch Druck auf die
Teilnehmer aus. Ich bin mir sicher, dass sich heute schon die ersten FB-Freunde bei mir melden werden, um mich zu fragen, warum ich den Facebook-Messenger gelöscht hätte, denn gerade dieser war
in meinem Smartphone die aufdringlichste Anwendung. Und so lange hatte ich den FB-Messenger noch nicht installiert (nur wenige Wochen).
Eigentlich einfach. Die ständige Verfügbarkeit meiner Person, die über dieses Medium vermittelt wird, verletzt meine Integrität. Ich bin eben nicht immer da, ständig verfügbar und abrufbar und
man kann mich nicht einfach abstellen und dann in Facebook gehen und da ist er dann. Nein!
Dadurch, dass die Chatpartner sofort sehen können, dass man deren Texte gelesen hast, warten einige auf Antworten, die man aber vielleicht nicht geben will.
Wer etwas von mir möchte, muss sich zukünftig ein klein wenig mehr bemühen und im Zweifel ein paar mehr Sekunden Zeit nehmen. Und das ist gar nicht schwer, denn meine Rufnummer und Mailanschrift
sind leicht im Internet zu finden. Ich halte das für durchaus zumutbar und das hatte jahrzehntelang gut funktioniert. Man kann mir leicht SMS oder über Mail lange Briefe senden. Telefonieren geht
mit dem Smartphone auch. Meine Postanschrift und mein Hausbriefkasten ermöglicht es sogar Postbriefe auf Papier oder kleine Päckchen zu empfangen.
Ich habe Facebook jetzt jahrelang exzessiv genutzt und ich werde es auch weiterhin nutzen. Ich bin also nicht jemand, der das nicht kennt oder wie ein Maschinenstürmer ablehnt. Ganz im Gegenteil.
Doch will ich für mich ausprobieren, wie die Welt ohne Facebook ist. Geht das überhaupt? :-)
Das fängt erstmal damit an, dass man zumindest denjenigen, mit denen man viel über Facebook geschrieben hat, erklären muss, dass ich aus dieser Variante miteinander zu schreiben aussteige. Am
besten macht man das über Facebook selbst und weißt dabei auf andere Möglichkeiten hin, um jemanden zu erreichen.
Und dann muss man auch noch erklären, dass es gar nicht um sie als Person, Freund oder Kollegen geht (ich mag die alle sehr), sondern schlicht um mich selbst.
Chat ist eine durchaus spannende Möglichkeit miteinander zu schreiben. Auch wenn meist durch die Geschwindigkeit etwas Tiefe verloren geht (da Rand- und Zwischentöne fehlen), kann man eine Menge
Dinge austauschen, die man sicher ohne Chat nicht ansprechen würde. Chat erweitert unsere Möglichkeiten enorm.
Ich werde an diesem Wochenende und vielleicht auch noch länger sehen, wie meine Umgebung darauf reagiert. Ob sie es einfach hinnehmen und sagen: „Ok, dann bist Du eben da raus und wir sehen uns
in einem anderen Leben wieder“ oder vielleicht sagen sie: „Du hast ja völlig recht, aber ich ändere das nicht“ oder vielleicht schalten sie ab und versuchen es auch mal wieder anders und an der
Basis orientiert.
Bericht folgt!
So
01
Nov
2015
Sind unsere Ansprüche an das Leben zu groß oder kann man eigentlich nicht zu viele Ansprüche an das Leben haben?
Wieso soll man zurückstecken und wieso soll man warten? Es ist viel zu wenig Zeit, als dass man die Zeit damit Verschwenden sollte darüber nachzudenken, dass man zu anspruchsvoll sein könnte, um
dann genügsam zu werden.
Schon bei langen Schlangen an einem Postschalter oder im Wartezimmer eines Arztes fühle ich mich genervt. Ich erdulde das Warten, doch hadere ich damit wieder zu gehen und ein andermal zu kommen. Wenn es nicht wichtig ist, tue ich das auch. Doch bei den notwendigen Dingen, so auch im Leben, stelle ich mich hinten an, warte beharrlich und freue mich dann doch, wenn ich vom Schalter oder der Arztpraxis wieder weg bin.
Irgendwie fühlt man sich manchmal wie ein einsamer Berglöwe, der sein ganzen Leben alleine führt und nur während der Paarung und der Aufzucht der Nachkommen sein Revier teilt. Als Mensch glauben
wir, dass wir so nicht sind. Wir brauchen Menschen, die man lieben kann, die einen küssen, die Erzählungen lauschen und deren Geschichten man gerne hört, mit denen man lachen kann, mit denen man
zusammen weint oder mit denen man sich in den Armen liegt, sich wärm und einfach zusammen freut.
Doch am Ende ist es so wie es bei allen Menschen ist, denn tatsächlich sind wir allein auf dieser Welt und müssen alleine sehen, wie wir klar kommen, wie wir weiter gehen und wohin uns der
Sturm treibt. Das ist a eigentlich nichts Neues, aber es tut immer wieder weh, wenn man an solch einem Punkt im Leben gekommen ist; wenn ein Freund geht, ein naher Verwandter stirbt oder man
einfach abends alleine vor dem Fernseher sitzt.
Und dann kommen wieder die Tage, an dem man aus Überschwang und Leidenschaft fast platzen möchte und an denen man im Rausch der Gefühle und der Lust am Leben fast die Besinnung verliert. Nie
erlebt man das alleine, sondern immer zusammen mit anderen Menschen und dann ist man doch Teil einer Gemeinschaft, in der man glücklich werden möchte.
Ich habe einen hohen Anspruch an das Leben. Und das sage ich auch immer in alle Deutlichkeit. Ich will das pralle und das Schöne leben und nicht einfach nur zusehen, abwarten und von den Resten leben. Und genau das macht es besonders schwer, denn man erkennt schnell, dass es so leicht nicht geht. Dabei ist harte Arbeit und konzentrierter Fleiß die einfachere Herausforderung, denn das führt zu den Zielen, die man anstrebt. Und trotzdem oder gerade deshalb werde ich mich damit nicht zufrieden geben. Sicher kann man sich nicht einfach alles nehmen, sich vordrängeln und andere damit verletzten, doch man sollte sich nicht in eine Ecke oder an den Rand drängen lassen. Man muss nicht einfach anstehen, sondern aufstehen, dem Gegenwind und Attacken trotzen, sich Gleichgültigkeit und Verständnislosigkeit erwehren und jeden Tag für seine Ideale, seine Wünsche und sein eigenes Glück kämpfen.
Und dann kommen die anderen, die behaupten, dass man zu laut sei, dass die Forderungen zu hoch oder die Wünsche zu viele seien, dass man sich mit viel weniger zufrieden geben solle und man besser
schweigen sollte, statt seine Stimme zu erheben, Doch dieses sind immer nur diejenigen, die entweder alles haben oder sich nur mit dem zufrieden geben, was an der Tischkante
herunterfällt. Das bin ich beides nicht und das sind die meisten Menschen auch nicht. Und genau deshalb werde ich immer ganz laut sagen, was ich vom Leben will, denn es ist unser aller Welt,
und gehört nicht nur ein paar wenigen starken, reichen, schönen und mächtigen. Und auch wenn es denen oder auch Euch nicht passt: "Ich will das ganze schöne Leben und das ganze
Glück!"
Ich denke nicht, dass meine Ansprüche an das Leben zu hoch sind. Vielleicht spreche ich nicht deutlich genug, dass alle Menschen mich verstehen oder vielleicht ist es den anderen zu
viel, was ich sage, schreibe und möchte? Niemand muss mir etwas abgeben, niemand muss mich umarmen und niemand muss zuhören oder meine Texte lesen, wenn man nicht will. Es ist genug
davon da und dass gehört uns allen.
Bin ich zu weich, um die Realität zu ertragen? Nein, denn das Streben nach Glück ist ein Menschenrecht und das lasse ich mir nicht nehmen. Wir alle und auch ich haben einen Anspruch darauf. Ich
weiß was und wohin ich will und dabei bin ich unnachgiebig und hart!
P.S.: ... und so lebe ich glücklich ...
"Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich." Zitat von André Gide.
Siehe auch:
Fr
18
Sep
2015
Zitat von Peter E. Schumacher
Do
10
Sep
2015
Seit dem 3. September 2015 bin ich Mitglied des Stadtrats Bergisch Gladbach für DIE LINKE. Ich rücke damit für meine gute Freundin und Genossin Catherine Henkel in den Stadtrat nach. Ich danke
Ihr für ihre gute Vorarbeit und bedaure sehr, dass sie ihr Mandat aus persönlichen Gründen niedergelegt hat. Ich selbst hätte es mir anders gewünscht, doch es kommt immer anders man denkt. Ich
möchte die Arbeit der LINKEN Basisgruppe Bergisch Gladbach im Stadtrat im Sinne von Catherine weiterführen.
Die Entscheidung das Mandat anzunehmen ist mir nicht leichtgefallen, denn ich habe in der Zwischenzeit einen neuen beruflichen und privaten Lebensweg eingeschlagen. Auch ist die Arbeit im
Stadtrat nicht nur mit politischer Verantwortung und viel Arbeit verbunden, sondern auch mit privaten Unannehmlichkeiten und politischem Streit. Streiten kann ich mich gut, solange es um
politische Inhalte geht, denn nur so kann man für linke Positionen kämpfen und diese durchsetzen.
Was mir immer schwerfallen wird, ist der Umgang mit persönlichen Diffamierungen, geldgierigen Neidern, rassistischen und sexistischen Souffleuren. Doch genau diese sind schon unmittelbar nach dem
Rücktritt von Catherine aus ihren Löchern gekrochen und haben ihr Gift versprüht. Es gab die ernsthafte und erklärte Absicht zu verhindern, dass ich das Mandat im Stadtrat für DIE LINKE
übernehme.
Ich mache keine Mördergrube aus meinem Herzen, dass mich das menschlich sehr verletzt hat und seine Spuren in mir hinterlässt. Das wird verheilen, doch leider hat diese persönlich motivierte
Schweinekampagne und die damit verbundene private Fehde gegen mich, meiner Partei geschadet. Ich habe ganz bewusst zu allen erfunden Anschuldigungen geschwiegen, denn gegen solche Gerüchte
kann ich mich nicht wirklich wehren, ich kann sie nur aushalten und ertragen.
Ich danke meiner Familie, den guten Freunden und lieben GenossInnen, die solidarisch zu mir halten und mich bei der Übernahme der nun neuen Aufgaben im Stadtrat bestärkt haben. Das hat mir
geholfen ruhig und sachlich zu bleiben und die Schmutzkampagne durchzustehen. Sie haben mich ermutigt und sie geben mir die Kraft für die anstehende Aufgabe. Danke! Ich liebe Euch.
Besonders erstaunt hat mich der Zuspruch und die Unterstützung einiger freundlichen Menschen aus dem Lager des politischen Gegners, die mir unmissverständlich und ganz offen zu verstehen gegeben
haben, dass sie es begrüßen würden, wenn ich im Stadtrat die Opposition (gegen sie) verstärken würde. Auch diesen Menschen gilt mein Dank, denn gerade aus dieser Richtung hätte ich das am
wenigsten erwartet. Sie/Ihr habt meinen großen Respekt und meine hohe Achtung.
Leider hat Stadtratsfraktion DIE LINKE bisher meiner Bitte nicht entsprochen, in die Linksfraktion GL aufgenommen zu werden, den(n) ich vor nun drei Wochen schriftlich an diese gerichtet habe.
(Offener Brief an die LINKSFRAKTION vom 19. August 2015)
So musste ich die erste Sitzung des Stadtrats noch als fraktionsloses Mitglied(s) des Stadtrats für DIE LINKE. absolvieren. Ich hoffe, dass dieser Zustand schnellstmöglich beendet wird, denn
diese Spaltung schwächt nicht nur linke Politik im Stadtrat, sondern es ist auch ausdrücklich der Wunsch der Wählerinnen und Wähler und der Mehrheit der Mitglieder der Partei DIE LINKE, dass DIE
LINKE geschlossen und kraftvoll im Stadtrat Bergisch Gladbach auftritt. Dieses sind wir den Menschen schuldig, die uns unterstützen und für die wir Politik machen.
Aber auch als fraktionsloses Ratsmitglied für DIE LINKE. werde ich mich der Aufgaben im Stadtrat stellen, denn ich kann auf die Unterstützung der Basisgruppe DIE LINKE.Bergisch Gladbach und
der Bündnispartner, die für die "Offenen Liste DIE LINKE" zur Kommunalwahl angetreten sind, bauen. Tatsächlich ist es deren Mandat im Stadtrat, was ich für diese nur ausfüllen werde.
Eine Stadt für ALLE! Außerparlamentarische Politik stärken!
Der Schwerpunkt fortschrittlicher Kommunalpolitik darf nicht sein, nur noch Sitzungsgeld, Verdienstausfall und Aufwandentschädigungen zu kassieren, um sich damit auf parlamentarischen
Formalitäten auszuruhen und immer nur überstimmt zu werden. Ich werde meine gesamten Entschädigung aus der Arbeit im Stadtrat GL für verschiedene Projekte spenden. Linke Kommunalpolitik muss auf
der Straße aktiv werden, politische Bewegung formieren, bürgerschaftliche Bündnisse unterstützen, konstruktive Ideen entwickeln und diese im Interesse der Menschen erkämpfen.
Der Schwerpunkt meiner politischen Arbeit wird sich nicht in den Stadtrat verschieben, sondern eindeutig außerhalb dieses Parlaments in den Stadtteil- und Bürgerinitiativen bleiben. Wir brauchen
eine "Stadt für ALLE!" und
nicht nur für diejenigen, die sich eh schon alles nehmen und andere Menschen in die Ecke treiben und damit vom sozialen und kulturellen Teilhabe ausschließen. Orientierungpunkte dafür gibt das
Kommunalwahlprogramm von DIE
LINKE. Bergisch Gladbach aus dem Jahr 2014. Dieses gilt es zu verfolgen.
Denjenigen, die weiter unappetitliche und erfundene Diffamierungen über mich verbreiten, sei folgendes gesagt. "Stellt Euch einer ehrlichen, demokratischen und inhaltlichen Auseinandersetzung,
statt Euch weiter hinter Schmutz, Scham, Schande und Lügen zu verschanzen!"
Tomás M. Santillán
Mi
19
Aug
2015
Offener Brief an DIE LINKE Fraktion im Stadtrat Bergisch Gladbach zum Rücktritt von Catherine Henkel aus dem Stadtrat und dem Nachrückverfahren der Reserveliste DIE LINKE. Bergisch
Gladbach.
Liebe Lucie,
Lieber Thomas,
mit großen Bedauern nehme ich den Rücktritt meiner guten Freundin und unserer Genossin Catherine Henkel zur Kenntnis. Mit Respekt schaue ich auf ihre politische Arbeit, welche sie als
fraktionsloses Ratsmitglied für DIE LINKE geleistet hat. Ihr Rücktritt bedeutet einen großen Verlust für die Kommunalpolitik in dieser Stadt.
Nachdem mich die Basisgruppe DIE LINKE Bergisch Gladbach einvernehmlich aufgefordert hat, das freie Ratsmandat anzunehmen, will ich mich als nächster Nachrücker auf der Reserveliste der Partei DIE LINKE dieser Herausforderung stellen.
Diese Entscheidung fällt mir nicht leicht, denn ich habe die Zeit im Stadtrat auch als sehr belastend empfunden. Ich will mich nicht davon ausnehmen, denn es ist mir nicht immer gelungen meine
Menschlichkeit und die nötige Gelassenheit zu bewahren und ich bedauere es, dabei auch viele Fehler gemacht zu haben.
Für die Übernahme des Ratsmandats von Catherine Henkel stelle ich nur Anforderungen und Bedingungen an mich selbst, denn ich möchte die inhaltliche Arbeit von Catherine Henkel nahtlos und in
ihrer respektvollen und dabei sehr sachlichen Art und Weise fortsetzen. Im Mittelpunkt linker Politik steht nach meiner Überzeugung der Mensch.
Eine Stadt für ALLE
DIE LINKE blickt auf eine erfolgreiche Arbeit im Stadtrat von Bergisch Gladbach zurück. Leider konnten die drei Stadtratsmitglieder 2014 keine gemeinsame Fraktion bilden und so hat unter allen
Parteimitgliedern in Bergisch Gladbach keine solidarische Zusammenarbeit mehr stattfinden können.
Seit Februar 2014 ist es uns nicht gelungen eine Mitgliederversammlung für Bergisch Gladbach zu organisieren, um den Konflikt gleichberechtigt zu diskutieren und beizulegen. Daraufhin hat sich
Ende 2014 eine Basisgruppe DIE LINKE Bergisch
Gladbach gegründet, in der sich nicht nur Mitglieder der Partei DIE LINKE organisieren, um Politik für die Menschen in dieser Stadt zu machen.
Mit diesem Engagement möchte die Basisgruppe die Menschen motivieren, für ihre Interessen aktiv werden. Ziel ist es mit der Arbeit beispielhaft aufzeigen, dass eine sozial gerechte Politik
möglich ist und die Lebensverhältnisse vieler Menschen verbessert werden können. Eine bürgernahe Kommunalpolitik bezieht sich nicht nur auf die Diskussionen des Stadtrats, sondern muss deutlich
darüber hinausgehen und alle BürgerInnen in die Entscheidungen einbeziehen.
Die Basisgruppe will sich für die BürgerInnen unserer Stadt einsetzen: für die Ermöglichung und Förderung von sozialer und kultureller Teilhabe wirtschaftlich benachteiligter BürgerInnen. Die Entwicklung von Politik in basisdemokratischen Prozessen ist eines der wichtigsten Ziele in der Kommunalpolitik, die es zu etablieren gilt. Hier müssen wir alle bei uns selbst anfangen. Der Mensch geht vor Geld und Profit.
Für eine basisdemokratische Fraktion der LINKEN
Die Basisgruppe strebt eine einheitliche „DIE LINKE Fraktion Bergisch Gladbach“ an, denn wir sind gemeinsam als offene Liste zur Kommunalwahl angetreten, bei der auch KandidatInnen aus anderen Parteien und Parteilose kandidiert haben. Ich wünsche mir, dass sich dieses basisdemokratische Konzept in einer gemeinsamen Ratsfraktion und -arbeit wiederfindet. Gemäß den Statuten und der Programmatik der LINKEN strebt die Basisgruppe an, alle Entscheidungen und Konfliktregelungen gleichberechtigt und solidarisch herbeizuführen.
Das heißt, wir bemühen uns darum, Entscheidungen im Konsens zu treffen, denn alle Aktiven haben eine Stimme. Sollte dies nicht möglich sein, sollte die Auffassung der Minderheit in die
Entscheidung der Mehrheit einfließen und unterschiedliche Meinungen zulassen und einbeziehen. Leider ist es bisher nicht gelungen diese notwendigen basisdemokratischen Voraussetzungen für eine
solche Zusammenarbeit zu schaffen. Die Basisgruppe wünscht sich dieses Prinzip linker Politik in einem sachlichen Gespräch umzusetzen.
Respekt, Sachlichkeit und Offenheit
Formal und unter anderen Umständen wäre ich sofort Mitglied der Fraktion. Da DIE LINKE Fraktion mein Angebot und formalen Antrag auf Mitarbeit im letzten Jahr nicht wahrgenommen hat, nehme ich
als zukünftiges Ratsmitglied zunächst eine abwartende Haltung ein. Ich wiederhole meine freundliche Bitte, dass mein Antrag beraten wird, in die Fraktion aufgenommen zu werden und den Ausschuss
für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr als ordentliches Mitglied zu besetzen.
Wir stehen gemeinsam in der Verantwortung gegenüber unseren Wählerinnen und Wählern und gegenüber allen Bürgerinnen und Bürgern in unserer Stadt. Persönliche Verletzungen, öffentliche
Diffamierungen und polemische Angriffe von allen Seiten müssen aufhören.
Die Basisgruppe DIE LINKE Bergisch Gladbach freut sich auf eine sachliches Diskussion respektvolle Zusammenarbeit und ein offenes Gespräch auf Augenhöhe!
Mit solidarischen Grüßen,
Tomás M. Santillán
Bergisch Gladbach, 19.8.2015
Siehe auch:
Sa
08
Aug
2015
Jeden Tag begegnen wir anderen Menschen, gehen an ihnen vorüber, sehen sie an, reden mit ihnen, gehen ein Stück mit ihnen, tun gemeinsam, einige wenige umarmen wir und noch weniger küssen wir.
Dann bewirken wir nichts Negatives, keiner weint oder hat Zweifel. Niemand ist gemein zu dem anderen oder spricht schlecht übereinander. Meist nehmen wir an das miteinander reden Gewalt
verhindern kann – dass sich Gewalt und Sprache also ausschließen. Doch tatsächlich wirkt man mit seinem Handeln und mit Worten auch anders. Manche Menschen reagieren verwirrt, ablehnend, sie sind
verärgert oder beginnen zu weinen, wenn man widerspricht, ihnen Nein sagt oder an ihrer Arbeit Kritik übt. Das wirkt wie ein Stich in ihr Herz und in deren Psyche, denn es trifft den Menschen aus
dem Nichts, unvorbereitet und zunächst kaum verständlich. Denn bis zu diesem Punkt, denken sie „Alles sei gut und richtig“ und alle sind zufrieden mit dem was man selbst tut, denn iemand hat eine
andere Meinung dazu geäußert. Dann kann Sprache verletzen, die was anderes ausspricht, denn sie stellt die eigene Rolle infrage. Eine fundiertes „Nein“ kann „gewaltig“ wirken.
Worte können eine Waffe sein!
Worte der Kritik können eine scharfe Waffe sein und Menschen empfindlich verletzten. Diese Waffe muss mit Vorsicht geführt werden, wenn man verantwortlich und integer handeln möchte.
Viele Menschen setzen Worte wie ein brutales Schwert ein, um andere zu besiegen, zu übertölpeln oder sogar hinterrücks niederzuknüppeln. Einige verlassen die Ebene der Sachlichkeit und beginnen
mit hässlichen Beschimpfungen und gezielten Angriffen, mit denen sie egoistische Ziele verfolgen. Einem argumentativen Diskurs sind sie tatsächlich nicht gewachsen.
Andere reagieren darauf mit Ablehnung, Schreierei, Stampfen, sie verlassen den Raum, sie beschimpfen, sie lügen, verbreiten Gerüchte und Unterstellungen und Hass, antworten mit Sexismus und sogar
mit knallharten Rassismus, wenn Ihnen die guten „Argumente“ ausgehen. Manche verlieren dabei jegliche Art von zivilisierten Umgang und ihre "gute" Erziehung. Dann wird Sprache zu Attacke gegen
den Feind, ohne Rücksicht auf die Menschlichkeit des Gegenüber und ohne Rücksicht auf die eigene Würde.
Oft scheint es auch die beste Methode zu sein einfach zu schweigen, um damit einen vorhandenen Konflikt auszusitzen, statt auszudiskutieren und zu klären. Damit glaubt man eine Eskalation zu
vermeiden, doch das Gegenteil ist der Fall. Diese Form des Aussitzen und Schweigens friert den Streit und Diskurs zwar zweitweise ein, aber sie löst ihn nicht auf. Die Argumente sind nicht die
besseren, und diejenigen die berechtigte Kritik aussitzen, nutzen ihre mächtigere Position schamlos aus, um ihre egoistischen Ziele umzusetzen. Bei Partner- und Freundschaften wirkt das
verheerend. Und auch die Herrschenden, die berechtigte Kritik ihrer „Untergebenen“ aussitzen oder ignorieren, werden irgendwann davon eingeholt werden.
Oft treffen kritische Worte (geschrieben oder gesprochen) die falschen Menschen und diese fühlen sich sehr verletzt, angegriffen, beleidigt und als Mensch missverstanden, obwohl die Ansprache
nicht gegen sie persönlich gerichtet war. Trotzdem empfindet viele diese als Beleidigungen und Provokationen und das lässt kaum jemanden ungerührt. Manchmal reagieren Betroffene sogar mit Gewalt.
Die Wirkung, die die Kritiker erfahren, ist deshalb häufig menschliche Ablehnung und Missgunst.
Ein Sprichwort sagt: „So wie man wirkt, so ist man!“ Freuen sich alle und lachen, dann bist du ein "guter und netter Mensch". Weinen die Menschen, wenn du ihnen begegnest, bist du
möglicherweise ein "böser und gemeiner Mensch" und hinterlässt nichts Gutes. Bei wem liegt nun der fehler? Bei Dir, weil du nicht richtig die richtigen Worte gefunden hast oder bei den anderen
weil sie dich nicht verstehen?
„Worte können eine Gesinnung, eine Haltung, eine Atmosphäre vermitteln und schaffen – oder ein Erwachen herbeiführen.“
J.F.Kennedy.
Es ist wichtig seine Worte mit Bedacht auszuwählen und sachliche Kritik genau zu adressieren. Dann können diejenigen, die es betrifft diese auch annehmen und nicht einfach ausweichen, indem sie
mit dem Finger auf andere zeigen. Sind wir zu unbedacht und zu wild, geht es am Thema und Inhalt vorbei oder wir provozieren die Gegenüber. Dann werden Menschen möglicherweise unnötig verletzt
und wir verfehlen am Ende unser Ziel und bewirken nicht das Gewünschte. Öffnen wir die Fäuste und vermeiden Verletzungen, indem wir die Wirkung von Sprache erkennen und verletzende Sprache
vermeiden, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vertreten.
Klarheit und Direktheit in der Sprache kann aufrüttelt oder überzeugen. Dabei vereinfachten sie nicht, sondern setzt die Dinge auseinander; vertuscht nicht, sondern erhellt; erhebt sich nicht
über andere, sondern kann um Verständnis werben. Wir müssen uns gegenseitig zuhören, Kritik annehmen, Konflikte lösen und unsere Sprache anpassen, um sie dazu einzusetzen Gewalt, Mißverständnisse
und "Gegeneinander" zu verhindern. Sprache muss aufklären und dazu beitragen zu verstehen, anzunehmen, zu kooperieren und Wege zu finden, um gemeinsam die Dinge zu bewegen!
Erkenntnis ist ein Schritt zur Veränderung.
Di
04
Aug
2015
Auf vielen arrangierten Fotos von Familienfeiern sehen wir gestellte Freude und alle Lachen. Riesige Werbetafeln zeigen uns „glückliche“ Menschen. Im Fernsehen wird immer gelacht. Überall müsste
die pralle Freude und erfülltes Glück nur so sprühen, doch schauen wir die Menschen auf der Straßen an, sehen wir Angespanntheit, Stress oder Unruhe in unglücklichen Gesichtern. Nur selten ein
Lächeln. Wie auch, denn Tag ein Tag aus werden wir als Menschen auf unsere Funktion reduziert, zu arbeiten und uns Zwängen zu unterwerfen. jeden Tag treibt uns etwas anderes an, peitscht
uns nach vorne und läßt uns nicht zur Ruhe kommen. Wirklich wichtige Dinge, wie Liebe, für sich und andere da zu sein oder einfach nur Denken verlieren zunehmend an Bedeutung und der Mensch wird
zum Instrument und Ressource, um der Wirtschaft zu dienen. Nur Kinder lachen unbeschwert, freuen sich über Kleinigkeiten und tragen Glück im Herzen. Manche Menschen bewahren sich etwas davon bis
zu ihrem Tod auf und verstecken es, wie einen verbotenen Schatz, den niemand entdecken darf.
Nach Erich Fromm geben die meisten Menschen nur vor, glücklich zu sein, denn wenn sie es nicht sind, entsprechen sie nicht den Anforderungen, sie glauben krank zu sein oder einfach nur
unfähig ihr Leben zu meistern. Tatsächlich finden wir nur wenige Menschen, die wirklich glücklich sind. In der Bibel ist die größte Anklage gegen die Hebräer: „Ihr habt keine Freude
gehabt, in der Fülle der Dinge" Für Erich Fromm trifft kein Satz besser auf unsere heutige Gesellschaft zu. Es gibt Lust, die Befriedigung dieser Lust, die Angebote zur Befriedigung und die
kurzweilige Stillung der Lust. Genauso wie es Vergnügen gibt, ein ebenso kurzweilige Emotion ohne andauernder Wirkung.
Der moderne Mensch kann sein Leben in der Fülle ausleben und treibt die Lust zu immer mehr „Ekstase“ bis ins Extreme. Wir verstümmeln uns selbst, quälen uns und unsere Partner, suchen immer neue
Reize oder bringen sogar unser Leben in Gefahr. Doch auch dieses vergeht und wird irgendwann zu wenig. Was so vielen Menschen fehlt ist ein viel nachhaltigeres Gefühl. Die Freude. Das ist
zwar noch kein Glück, aber es ist ein guter Anfang, um dorthin zu gelangen.
In der deutschen Nationalhyme heißt es: »Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand«. Für Hoffman von Fallersleben waren Einigkeit, Recht und Freiheit der Garant für Glück.
Konservative Politiker und die Medien erzählen uns heute das Märchen, dass Deutschland diese Ziele erreicht hätte. Doch warum sind dann nicht alle Menschen glücklich? Zumindest sollte sich doch
der Teil der Gesellschaft freuen und lachen, der in sozialer Sicherheit lebt und sich ihre Wünsche erfüllen kann. Man könnte an dieser Stelle darüber streiten, wer wo wirklich in sozialer
Sicherheit lebt, aber tatsächlich wird die Frage des Glücks in den sozialen Kämpfen fast immer als untergeordnet ausgeblendet, obwohl es doch das Ziel ist, dass die Menschen glücklich werden.
Tatsächlich wurde noch keine "Freiheit, Gleichheit und Bürderlichkeit" erreicht, so wie es die französiche Revolution gefordert hat und von einer sozialen Sicherheit für alle sind wir weit
entfernt.
In Umfragen gibt eine Mehrheit an, dass sie glücklich und zufrieden sei. Stellt sich die Frage, womit, denn viel ist es ja nicht. Und warum lachen sie nicht, wenn sie in der U-Bahn fahren oder
von der Arbeit nach Hause kommen? Viel brauchen wir für Glück eigentlich nicht, wenn nicht ständig ein mediales Trommelfeuer auf uns niedergehen würde, was uns einreden will, was uns angeblich
„glücklich“ macht. I-Phone, Urlaub auf der anderen Seite der Erde, ein großes Auto oder besser zwei davon, teure Möbel, ständigen und wechselnden Sex, nackte oder verunstaltete Haut, schöne
Kleidung, etc.
Die Forderung nach „Glück“ mutet auf den ersten Blick esoterisch libertär an, aber tatsächlich trifft sie den Kern unserer Existenz und die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen. Wenn wir schon
vorgeben glücklich zu sein, dann wünschen wir uns das ja auch! Wir brauchen eine Kampagne für das Glück, die den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt.
Sa
25
Jul
2015
Fünf Jahre als Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Bergisch Gladbach waren rückblickend betrachtet eine Torture wie in einem Schützengraben bei ununterbrochenen Beschuss mit vielen Treffern ins
Herz. Ein positives Denken und eine offene Haltung gegenüber Menschen wurden auf eine harte Probe gestellt, wenn man sein Mandat ernst nahm und sich für seine Aufgabe eingesetzt hat. Bei so viel
Gift musste man aufpassen, dass man nicht krank davon wurde. Wahrscheinlich ist dieser Art der Politik nichts für mich, denn ich kann mein Mensch sein nicht abschalten, so wie es andere Politiker
tun. Andere lehnen sich zurück und betrachten ihr Ratsmandat als eine Art lockeren Ferienjob und warmen Platzhalter mit angenehmer Aufwandsentschädigung, für die man nichts tun muss, außer an der
„richtigen“ Stelle die Hand zu heben.
Neben den vielen schlechten Dingen, Angriffen und Bösartigkeiten konnte ich auch viele gute und gute ehrliche Menschen kennenlernen. die ich nicht vermissen will. Davon übrigens mehr bei dem
politischen Mitbewerbern und "Gegnern" als in meinen vorgeblich „eigenen“ Reihen. Für die hat sich die Arbeit gelohnt. Danke!
Doch viele andere haben feste zugetreten und einige tun es bis heute. Die Seele weint still. Wer seine Prinzipien nicht aus den Augen verliert, verliert auch nicht die Kraft jeden Tag von neuen
gegen solche Respektlosigkeit oder sogar Hass anzutreten. Hass, Rassismus und Sexismus sind in den fünf Jahren offen zu Tage getreten und auch die Mobber sind bis heute am Werk.
Heute bin ich zum Glück nicht mehr dazu gezwungen, mich mit Menschen auseinandersetzen, die mich beschimpfen, mir böse an den Karren pinkeln wollen oder sich unverhohlen über mich lustig machen,
weil sie mich nicht ernst nehmen.
Heute kann ich diese ignorieren, ausweichen und mich abwenden, wenn ich das will und genau das tue ich. Leider geht das nicht immer locker gelassen. Es bedeutet auch nicht, dass man sie
unbehelligt ziehen lassen sollte, doch man muss ihre Impertinenz und Respektlosigkeit nicht mehr stoisch über sich ergehen lassen. Man kann sich an einen Nebentisch stellen, denn man muss sich
nicht dazusetzen oder man kann sich in der S-Bahn einfach in den nächsten Waggon begeben, statt sich dumme Sprüche anzuhören.
In den letzten Wochen und Monaten haben sich viele neue Chancen im Privaten, Beruf und auch politisch ergeben. Es ist wichtig zu wissen, wofür man das alles angefangen hat und wofür man das heute
noch weiterhin tut. Dazu muss man sich die richtigen Partner, Freunde und liebe Menschen suchen, mit denen man die Dinge tun kann, die ein schönes Leben, einen erfüllten Beruf und die notwendige
politische Arbeit ermöglichen. Die habe ich gefunden und die anderen bleiben zurück.
„Wir sind noch da!“ meinte mein guter alter Freund Oliver und motivierte mich mit diesem kurzen Satz weiter politisch zu arbeiten und nicht aufzugeben. Wir kennen uns seit unserer Jugend.
Tatsächlich hat er mich 1980 dazu „angestiftet“, an meiner ersten Friedensdemo in Mönchengladbach teilzunehmen. Wir sind noch da!“ trifft es ganz gut, denn „Aufgeben“ ist keine Option.
Ich liebe Euch! Vencermos!
-
Siehe dazu auch Beitrag im Bürgerportal GL vom 18.12.2013:
Mo
20
Jul
2015
Vor ein paar Tagen hat mir ein "Freund" erklärt, dass er sich nicht mehr öffentlich mit mir sehen lassen will, weil mein politisches Engagement (was er sehr schätzt) seiner Karriere in Bergisch
Gladbach schaden würde. ... Ich habe das erstmal schweigend zur Kenntnis genommen und brauchte ein paar Tage das zu verarbeiten.
Erst war ich ziemlich überrascht und verwundert, aber irgendwie kann ich ihn verstehen. Eigentlich ist er unpolitisch, hat eine Familie, muss sein Haus abbezahlen und seine Frau hat Probleme im
Job. Sein Chef ist ein ausgesprochen rechter Zeitgenosse (irgendwo zwischen AfD und NPD) und hat ihn auf mich angesprochen. Es ist nicht persönlich gemeint und es geht meinem Freund nicht darum,
dass er die Freundschaft kündigen möchte, wie das andere ja tun würden, sondern nur, dass wir uns nicht mehr öffentliche treffen sollten. Er meinte, dass ich jedes Mal als linker ehemaliger
Kommunalpolitiker erkannt und darauf angesprochen würde. Auch sein Chef hat uns schon zusammen getroffen und war nicht sehr darüber erfreut, dass einer seiner „freien“ Immobilienberater mit einem
"Roten" durch Bergisch Gladbach zieht. Das war zwar eher selten, aber offensichtlich oft genug.
Leben und leben lassen! Ich werde seinen Wunsch respektieren und ihn nicht dafür verurteilen. Er bleibt ein Freund, der seine Priorität verständlicherweise auf die finanzielle Sicherheit seiner
Familie legt. Da muß man seine politische Überzeugungen zwar nicht aufgeben aber zu Gunsten von Menschlichkeit etwas zurücknehmen. Zukünftig treffen wir uns vielleicht in Köln.
(Besonderen Dank an die vielen Kommentare und Unterstützung auf meiner Facebookpinnwand, insbesondere von Menschen, die nicht politisch linke stehen, so wie Bürgermeister Lutz Urbach. Es gab aber
auch andere Stimmen, wie die des AfD-Ratsmitglied Torsten Jungbluth aus Bergisch Gladbach, der sich tatsächlich öffentlich entblödet hat und folgendes über mich schrieb: "... seine Freunde wollen
sich aus beruflichen Gründen nicht mehr mit ihm blicken lassen und er versteht wohl nicht, warum..." Oberpeinlich, doch von rechten Kommunalpolitiker der AfD ist wohl kein höheres politisches
Niveau zu erwarten.)
Mo
29
Jun
2015
Die Webseite www.el-gaucho.de wird überarbeitet und vollständig erneuert.
Der Anlaß ist der Umzug des EL GAUCHO vom Barbarossaplatz, an dem das Steakhaus 44 Jahre betrieben wurde, an den Hohenstaufenring 29-37. Der Vermieter hat für die Räume eigenen Bedarf angemeldet
und den Pachtvertrag nicht verlängert.
Im September wird das EL GAUCHO deshalb am HOHENSTAUFENRING 29-37 eröffnen. Bis dahin wir umgezogen und umgebaut.
Informationen zur Eröffnung erhalten Sie aus dem El Gaucho Newsletter - hier
anmelden!
Sa
27
Jun
2015

Am Geburtstag meines Vater geht die Familie heute Pizza essen, Das war immer so und es gibt keinen Grund diese schöne Tradition zu verändern. Du bist mit dabei, Carlos!
Mi
17
Jun
2015

Do
09
Apr
2015
Die erste geheime Wahl, an die ich mich erinnern kann, war die Wahl der Klassensprecher in der fünften Klasse. Damals mussten wir in eine provisorische Kabine inkl. Vorhang hineingehen, um dort
einen Namen auf einen Zettel zu schreiben. Wir waren stolz endlich in einer neuen Schule zu sein und durften sogar wählen. Anbetracht dieser wichtigen Entscheidung, die wir im Alter von zehn
Jahren in geheimer Abstimmung getroffen haben, erscheint die Erfahrung, die ich kürzlich bei einer Mitgliederversammlung machen musste, geradezu grotesk.
Bei der Abstimmung über den Vorstand suchte ich nach der obligatorischen Wahlkabine und fragte bei der Wahlkommission, wo denn diese sei, um geheim abstimmen zu können. In der Vergangenheit hatte
ich schon aus Prinzip in einer Kabine oder in einem dafür vorgesehenen nahen Raum abgestimmt. Die erste Antwort war, dass ich mich ja auf den schmutzigen Boden in die Ecke setzen könnte. Ein
anderer erklärte mir, ich könnte auf dem Klo meine Stimme geheim abgeben und ein dritter schreite herum, ich sollte zum Psychiater gehen. Daraufhin erklärte ich dem Versammlungsleiter, dass ich
die Wahl anfechten würde, da keine Möglichkeit der geheimen Abstimmung bestehen würde, die aber zwingend vorgeschrieben ist. Der verwies auf einen Raum, der ca. fünfzig Meter in einem anderen
Gang entfernt sei und den meisten Teilnehmer nicht bekannt war. Nun begann ein Teil der Versammlung lauthals gegen meine Forderung zu schimpfen. Wegen meiner Beharrlichkeit wurde dann in einer
leicht verdeckten Ecke des Vorraums zwei Umzugskarton übereinandergestellt. Geheim war das nicht, denn diese provisorische Unterlage war leicht einsehbar. Unter Druck stimmte ich dort offen ab.
Zurück an meinem Platz im Saal beschwerte ich mich über diesen unzumutbaren Zustand in einer demokratischen Organisation und dass man dafür auch noch beschimpft wird, wenn man grundsätzliche
demokratischen Basics einfordert, wie geheime Abstimmungen bei Personenwahlen. Meine Tischnachbarin begann mit lauten und hässlichen Beschimpfungen und unterstellte mir ein
"Aufmerksamkeitssyndrom" und ich solle endlich Ruhe geben. Das erntete bei vielen Versammlungsteilnehmern Zustimmung und viele lachten vor Schadenfreude. Ein anderer Teil schwieg und nur wenige
waren peinlich berührt, schauten betroffen auf den Boden, schwiegen aber trotzdem.
Kurz darauf verließ ich diese Inszenierung ohne an weiteren Abstimmungen teilzunehmen. Auch zukünftig werde ich mir ersparen mit solchen Menschen, die andere wegen ihrer demokratischen
Forderungen beschimpfen oder solches Mobbing dulden, meine Zeit zu verschwenden.
Da erinnere ich mich doch lieber an meine erste geheime Wahl in der fünften Klasse zurück. Gewählt wurde Daniel. Auch seine Stellvertreterin Petra hatte meine Stimme in einer Wahlkabine bekommen,
in die keiner reinschauen konnte.
Mo
30
Mär
2015
Politisch Aktive müssen regelmäßig erleben, dass völlig Fremde an den Infostand kommen und laut schimpfen, weil man für die angeblich „falsche Meinung" auf der Straße stände. Ich stelle dann
immer sehr höflich die Frage, was deren Eltern dazu sagen würden, wenn sie als Kinder solche Wörter gesagt hätten und ob sie dieses unerhörte Benehmen in ihrer Elternhaus oder in der Schule
gelernt hätten.
Offensichtlich merken viele nicht, dass ihre Beschimpfungen sowohl den Worten aus der Sonntagsmesse widersprechen, als auch mit ihrem ehrlichen und spießigen Lebensstill nichts zu tun haben.
Wahrscheinlich haben sie Angst davor, dass man ihnen etwas wegnehmen wollte. Plötzlich gehen sie auf offener Straße zum Angriff über und vergessen dabei ihre „gute“ Erziehung.
Ähnliches ist mir schon nachts passiert, als ich mit einem Messer angegriffen wurde und dabei als „Missgeburt“ tituliert und sogar angespuckt wurde. Vor Gericht erläuterte der Mann, dass er sich
das nicht erklären könnte, doch auch der Richter vermutete einen fremdenfeindlichen Hintergrund.
Die fremden Menschen, die einen auf der Straße angreifen sind eine Sache, doch es gibt auch bekannte Menschen, die ganz unverhohlen und unbehelligt Mobbing im privaten oder beruflichen
Umfeld betreiben. Wenn man Kritik äußert und Vorschläge macht, werden manche zu wilden Bestien und machen alles nieder ohne sich damit auseinanderzusetzen. Auch Sie befürchten den Verlust von
etwas. Andere, für die Geld im Mittelpunkt ihres Lebens steht, verlieren ihre letzte Menschlichkeit. Es geht ihnen nur noch ums abkassieren und es wird auf jeden geschossen, der anders
tickt.
Mobber sind nicht allein.
Nur so lässt sich erklären, dass manche wie in einem kollektiven Wahn über andere herfallen und dabei auch in rassistische und sexistische Ausbrüche gemischt mit wilden Beschimpfungen und Lügen
übergehen. In solchen Situationen geht nicht nur deren „gute Kinderstube“ den Bach runter, sondern sie verlieren die Fähigkeit die Wirklichkeit wahrzunehmen und das eigene Handeln zu
reflektieren. Sie sehen nur noch sich selbst und fühlen sich nicht ausreichend anerkannt, denn tatsächlich haben sie das Gefühl im Leben versagt zu haben und sehen nichts, was sie vorzeigen
können oder erreicht habe. Den Angreifern fehlt es an Selbstbewusstsein und sie versuchen sich durch Beschimpfungen anderer Menschen aufzuwerten um sich über diese zu stellen. Mobber werfen
anderen das vor, wovor sie selbst Angst haben. Das ist oft der Verlust von Einfluss der Ansehen, was sie nie gehabt haben.
Solche sektenhafte Verhalten wird häufig von ein oder mehreren Personen angeführt, welche verhindern sich mit dem Gegenüber und der Kritik auseinandersetzen. Dieses Phänomen kennen wir von
pubertierenden Jugendlichen, die hormonüberflutet bei ihren Mitschülern um Anerkennung buhlen. Ziel dieser Anführer ist es die menschlichen Verhältnis und Bande soweit zu zerstören, dass sie
nicht wieder hergestellt werden können. Dabei reißen sie Personen mit, die eigentlich nichts damit zu tun haben. Sie machen sie so zu Mittäter werden, weil sie die Attacken gegen andere dulden
und unwidersprochen lassen.
Wahrnehmungsverlust und Angst vor dem Versagen.
Erwachsene entziehen sich dabei bewusst oder unbewusst einem offenen Gespräch und verstecken sich wie in einer Wagenburg aus konstruieren Lügen und frei erfundenen Vorwürfen. Wie in einer
Sekte grenzt man andere aus, um sich dann selbst von dem Rest der Welt auszusperren. Man sieht sich und nur sich im Recht und der Rest sind Feinde.
Dabei werden grundlegende soziale Prinzipien des Zusammenleben und der Kommunikation über den Haufen geworfen und durch offenes Mobbing, Messerangriff oder Anspucken ersetzt. Eine
realistische Wahrnehmung wird durch Verschwörungsthesen und der Entmenschlichung des Gegenübers ausgetauscht.
Solidarisch mit dem Opfer sein.
Viele Opfer von Mobbing ziehen sich zurück und suchen den Fehler bei sich selbst, obwohl es nicht an ihnen liegt, wenn Rassisten, Sexisten, Geldgier und überzogenes Geltungsbewusstsein
anderer über sie herfallen. Das Opfer darf sich nicht einschüchtern lassen, dass andere sie oder ihn beschimpfen, Gewalt ausüben oder „juristisch“ bedrohen und davon defilieren, dass man
denjenigen „vernichten“ wird, oder lauthals empfiehlt, dass man zum Psychiater gehen soll.
Das Mobbing geht ins Leere wenn sich das Opfer wehrt und von Kollegen und Freunden unterstützt wird. Statt sich vor dem Angreifer zu verstecken muss man heraus gehen und den Kontakt zu anderen
Menschen suchen, die einem wohlgesonnen sind. Die meisten Mobber merken es nicht, aber frau oder man sind nicht alleine. Die Opfer müssen sich klar sein, nicht sie sind das Problem, sondern die
Mobber! Auch wenn ihnen möglicherweise andere Ratgeber und die Angreifer einzureden versuchen, dass etwas an ihnen nicht stimmt: sie sollten nicht daran glauben! Die Verantwortung für
Mobbing-Handlungen liegt niemals beim Opfer. Es kann sein, dass ein bestimmtes Verhalten das Mobbing ausgelöst hat. Aber mal ganz ehrlich: Rechtfertigt das Mobbing?
Man sollte immer zu den Opfern halten und ihnen nicht nur seine Solidarität bekunden, sondern auch offenen dagegen vorgehen und die Täter ins Rampenlicht stellen. Das umso deutlicher wenn es
dabei um sexistisches und rassistisches Mobbing geht.
Die Mobber dürfen sich nicht hinter anderen und freundlichen Menschen verstecken um damit eine Fassade aus erfundenen Scheinargumenten, Unterstellungen und eigener Angst aufrechtzuerhalten.
Doch genau diese Menschen nehmen die Mobber oft in Schutz, suchen Ausreden und Rechtfertigungen und werden damit selbst zu Tätern.
Dabei ist es egal, ob es eine rechte Messerattacke in der Nacht ist oder irgendwelche Fremden auf der Straße sind, die einen in die Ecke treiben wollen, oder ob es ehemalige Freunde und Kollegen
sind, die sich mit ihrer üblen Nachrede sich selbst aufwerten wollen. Es tut natürlich immer irgendwie weh, mehr oder weniger. Doch es gilt Selbstbewusstsein zu zeigen, statt sich zu
verstecken!
Ohne menschlichen Respekt.
Wenn ein Angreifer einem eine psychologische Behandlung empfiehlt oder ganz direkt ins Gesicht spuckt (wo ist der Unterschied?), um andere schlecht zu machen und herabzuwürdigen, sollten er oder
sie selbst darüber nachdenken, was an ihnen selbst nicht ganz stimmt. Mit Selbstreflektion kann man vielleicht die sozialen Umgang mit anderen Menschen wieder erlernen oder einfach die „gute
Kinderstube“ aufbessern. Doch manche werden das wohl nicht mehr kapieren und leider liegt das nicht nur an dem eigenen Willen. Sowas wird man wohl immer wieder am Infostand erleben, aber
von Kollegen und ehemaligen Freunden muss man sich nicht anspucken lassen. Dann wird es Zeit, dass man das nicht weiter erduldet und diese Dinge öffentlich macht.
Wehrt Euch!
So
15
Mär
2015
Heute habe ich meine 91jährigen Großmutter besucht, mit der ich zwei oder dreimal in der Woche Kaffee zusammen trinken gehe. Manchmal reden wir wenig, oft über unseren Alltag oder wir erzählen
uns alte Geschichten oder sprechen über Politik. Heute fragte mich meine Großmutter nach den letzten Tagen und ich berichtete ihr über eine eklig politische und negativ persönliche Erfahrung, die
sich gerade gestern am Samstag zugetragen hatte.
Da es keine familiären Sache waren, war das zwar kaum von Bedeutung für sie, aber sie hörte mir genau zu und antworte mit einer Geschichte aus ihrer Vergangenheit. Sie begann mit dem Worten: „Ich
bereue nicht die Dinge, die ich getan habe, sondern die Dinge die ich nicht getan habe.“ Damals hatte der zweite Weltkrieg begonnen und meine Mutter war schon geboren. Die Repressionen gegen die
deutsche Bevölkerung mit jüdischen Glauben wurden in Wiesbaden immer sichtbarer. So durften diese nicht mehr einfach Brot beim Bäcker einkaufen, sondern musste ihr Brot an einem bestimmten Platz
in der direkten Nachbarschaft meiner Großmutter abholen.
Meine Großmutter sah eine Schlange von Menschen, in der auch die Mutter einer guten Schulfreundin Irene auf ein Stück Brot wartete. Sie kannten sich, denn sie war als junges Mädchen gelegentlich
in deren großes Haus eingeladen worden. Sie traute sich nicht die Frau anzusprechen, denn sie befürchtet, dass es Ärger für die Frau geben könnte. An einem anderen Tag traf sie sie in einer
anderen Warteschlange und traute sich wieder nicht mit ihre zu sprechen, obwohl sie sich gegenseitig erkannten.
Heute bereut sie das sehr. Als sie diese Geschichte erzählte begann Sie zu weinen, denn sie hat bis heute ein sehr schlechtes Gewissen, dass sie so feige war und nicht nach ihrer Freundin Irene
und der Familie gefragt hat. Später hat sie gehört, dass Irene ins Ausland flüchten konnte, aber sie hatte nie wieder Kontakt zu ihr bekommen.
Das hat mich nachdenklich gemacht und ich dankte meiner Großmutter, denn ihre Erzählung bestärkt mich darin nicht feige zu sein, das was ich tue weiter zu tun und sich den Dingen und dem
möglichen Ärger zu stellen.
Um sie zu trösten sagte ich zu ihr, dass sie und ihre Tochter ja dafür gesorgt haben, dass sie einen Enkel hat, dem sowas nicht mehr passieren will. "Ich bereue nichts von dem, was ich bisher
getan habe und ich will nicht bedauern, dass ich etwas nicht getan habe. Dabei muss man immer geradeaus, offen und ehrlich sein! Es ist allerdings nicht der leichtere Weg, dafür zu kämpfen und
aufrecht stehen zu bleiben!" Da hat sie gelächelt und drückte mir meine Hand, um mich zu bestärken.
Sa
28
Feb
2015
"Si los perros ladran es señal de que avanzamos."
"Wenn die Hunde bellen, dann weil wir vorwärtsschreiten."
(Miguel de Cervantes)
Mo
16
Feb
2015
In den sozialen Netzwerken sammelt sich eine Menge Text und auch herablassende öffentliche Beschimpfungen und Attacken. Ein Kommentar von Herrn D. in Facebook vom
18.09.2014 um 19.02 Uhr hat durchaus "künstlerischen" Qualität, denn er ist so „gibberish“, dass
man sich das an die Wand hängen könnte. Mein Englisch ist wahrlich nicht gut und meine Rechtschreibung treibt so manche Blüte, aber dieses pseudo-englische Kauderwelsch ist schon ein Kleinod,
welches es wert genug ist aus künstlerischen Interesse in diesem BLOG dokumentiert zu werden. Der lange zeitliche Abstand vergrößert die gebotene Distanz und verbessert die sachliche Sicht auf
die Dinge.
Versuchen wir zu verstehen, was der Herr der Menschheit damit sagen will: „Trash puuuups trash. The dayly nobody interesting
blowings of TS. about unforgatable scandals Really, you made my day.“ wäre wörtlich übersetzt: „Müll Welpen Papierkorb. Die täglich niemand interessante Ausblasungen von TS.
Über unvergessene Skandale. Wirklich, du hast meinen Tag versüßt.“
Die vielen Fehler im Text (mind. 6 Schreibfehler, 2 Kommafehler, 1 Punktfehler, 5 Satzbaufehler und fehlende Artikel) sind bei der Kürze des Statements wohl kein Versehen, sondern ein
"künstlerisches Stilmittel". Beseitigen man ein paar davon, dann kommt folgender Satz heraus: „Trash, pups, trash. The
daily blowings of TS about unforgettable scandals interested nobody. You really made my day.” Mit „puuuups“ sind sicher keine Welpen gemeint.
Wahrscheinlich ist folgende Aussagen beabsichtigt: „Das ist stinkender Müll für den Papierkorb. Die täglichen Ausblasungen von TS über unvergessliche Skandale interessieren niemand. Du hast
meinen Tag wirklich versüßt.“
Eine gute Englischlehrerin hätte hier sicher die Note „ungenügend“ und "Thema verfehlt" vergeben. Vielleicht ist es aber auch die Absicht eines emotional aufgewühlten "Künstlers", der uns den Werteverfall einer brutalisierten Gesellschaft vor Augen führen will, indem der die Sprache bis zu Unkenntlichkeit verunstaltet. Hinter dem sehr kurzen aber sprachlich "originell" verfassten Text in dreckiger Gossensprache steckt der Versuch einer Beleidigungen. Es offenbart eine hasserfüllte und tief frustrierte Gefühlswelt. Durch die Selbstüberschätzung des Verfassers geht der Angriff kläglich nach hinten los. Anscheinend glaubt er, er wäre ein genialer Rhetoriker. Wenn die Leser der Faceboogruppe so einen Sprachschrott lesen müssen, kann man im besten Fall darüber schmunzeln oder einfach nur bedauernd mit dem Kopf schütteln. Ich empfehle, beides zu tun und dabei eine unüberhebliche und menschliche Bodehaftung zu behalten.
Der Vorwurf ist ohne Wert, denn der Verfasser selbst interessiert sich offenbar sehr für die "Ausblasungen". So schrieb er regelmässig Kommentare an meine FB-Pinnwand, die man ab und an auch löschen musste, weil unhöflich, unsachlich oder schlicht zu ekelig. Vielleicht meint er mit "nobody" die Besucher, die diesen Blog lesen und seine Aufmerksamkeit ist einfach nur eine verstohlene Anerkennung?
Danke an den armen alten und frustrierter Mann! Sie haben mir den Tag gerettet. ROFL!
P.S.: Mein neuer Blog
bei TUMBLR hat den den Untertitel "Tägliche Ausblasungen über unvergessliche Skandale, die niemand interessieren. ... außer einen ..." erhalten.
Mi
11
Feb
2015
Neue Webseite von Ulla Franke online!
Architekturfotografie, Baudokumentation, Porträt, Firmenporträt, Unternehmens-Erscheinungsbilder. Ulla Franke ist professionelle Fotografin in NRW, Bergisch Gladbach und Köln fotografiert für
Print und Web, authentisch und einzigartig.
Ulla Franke Fotografie - Bergisch Gladbach,
Köln, NRW - www.ullafranke-foto.de
Fr
06
Feb
2015
Die Überprüfung der für die nächsten Tage notwendigen Ausrüstung inkl. zweier Ersatzausrüstungen hat ergeben, dass alles ordnungsgemäß gelagert wurde und das Jahr unbeschadet überstanden hat. Es
ist alles gewaschen und muss nur gebügelt werden. Leider fehlen noch ein paar Utensilien, die in 2014 verloren gegangen sind. Da ich das heute abend für die Karenevalssitzung des CDH
benötige muss ich diese üblichen Kollateralschäden ersetzen und noch schnell zur Charlies-Karnevalshop in Refrath rüber. In der nächsten Woche muss das alte Kostum dann noch ergänzt werden. :-)
Do
05
Feb
2015
Zum Gerichtsurteil wegen der "Messerattacke" gegen mich im Kommunalwahlkampf 2014.
Am Mittwoch, den 5. Februar 2015 musste sich der Angreifer aus Refrath wegen des Angriffs vor dem Amtsgericht Bensberg verantworten.
Während der Attacke hatte der Angeklagte geäußert, dass die rechtsextreme „NPD die richtige Partei“ sei. Im Laufe der heftigen Auseinandersetzung, die eindeutig von ihm begonnen wurde, hatte er
mit einem Messer gedroht, mich bestohlen, beschimpft, bespuckt und geschlagen.
Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu sieben Monaten Haft, welche für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wurde. Damit sah das Gericht die Vorwürfe des "Diebstahls mit einer Waffe" als
erwiesen an und folgte der Forderung der Staatsanwaltschaft. Auch die Verteidigung räumte die Darstellung der Anklage weitestgehend ein.
In der Gerichtsverhandlung wurde deutlich, dass der Angeklagte schon vorher durch eine schwere ausländerfeindliche Gewalttat aufgefallen war und dafür zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Die
Tat aus 2014 fiel in die Bewährungszeit.
Der Angriff galt der LINKEN und mir.
Bei dem Angriff im Wahlkampf hatte der Täter eindeutig bekundet, dass er die NPD „gut findet“ und so seine klare Präferenz deutlich gemacht. Auch die Beschimpfung gegen mich als „Missgeburt“ kann
man nicht anders interpretieren. Für mich ist es eindeutig, dass es nicht nur um die Kabelbinder ging, die mir der Angreifer entwendet hatte, denn zuerst griff er die Plakate der LINKEN und mich
an.
Da der Angeklagte jedoch nicht politisch organisiert ist und bisher nicht als politischer Aktivist in Erscheinung getreten ist, konnte eine politische Motivation nicht nachgewiesen werden.
Auch wenn seine politisch rechte Haltung für mich deutlich und unbestreitbar ist, geht das Urteil in Ordnung. Für einige meiner Kolleginnen, Kollegen und Freunde ist das Urteil zu weich, doch für
mich ist die Sache damit erledigt und endlich beendet.
Die "Gerüchteschwätzer" müssen nun schweigen!
Ein paar wirre politische Gegner hatten behauptet und sogar verbreitet, dass der Angriff nie stattgefunden hätte und für den Wahlkampf erfunden worden wäre. Das eindeutige Gerichtsurteil straft diese Gerüchteschwätzer der peinlichen Lüge und üblen Nachrede. Die Damen und Herren haben sich nie dafür entschuldigt, dass sie diese Lügen verbreitet haben, selbst als sicher war, dass die Staatanwaltschaft Anklage erhoben hatte.
Selbstbestimmt und ohne Angst.
Wie ich schon damals angekündigt habe, habe ich selbst Kontakt zu dem Angreifer gesucht, weil ich das alles verstehen wollte und nicht jeden Abend mit Angst durch die Stadt gehen wollte. Durch
Zufall habe ich ihn im Sommer vor einem Supermarkt in Refrath getroffen. Das war schon merkwürdig, aber wir haben kurz miteinander gesprochen und vereinbart mit einem Pfarrer über das Geschehen
zu sprechen. Leider ist das so nicht gelungen und wir mussten dieses Gespräch dann ohne kirchliche Unterstützung durchführen. Ein Freund und Genosse war bei diesem langen und ruhigen Treffen
dabei. Auch da wurde klar, dass wir völlig unterschiedliche politische Positionen vertreten.
Ich habe Verständnis für seine Schutzbehuptungen und ausweichenden Begründunen, denn durch seine Vorstrafen stand er nahe vor einer Haftstrafe ohne Bewährung. Trotzdem hat Gespräch dazu
beigetragen sich als Menschen zu begegnen.
Ich bin nicht auf Rache aus, was ich auch vor Gericht deutlich gemacht habe. Deshalb habe ich auch meine Zeugenaussage nicht unnötig eskaliert. Die Wunde, die diese nächtliche Attacke (Diebstahl,
Messer, Anspucken, Beschimpfungen und Schlag an den Kopf) in meine Psyche geschlagen hat, wird irgendwann ganz verheilen und die Angst, die daraus folgte, vergeht.
Das beste Mittel dagegen ist, dass man seine Selbstbestimmung behält und sich nicht durch Angst beherrschen lässt. Das geht mit Liebe und indem man dem Menschen verzeiht, der einen Schmerzen
zugefügt hat. Der Angreifer hat sich entschuldigt, die Tat gegenüber mir und dem Gericht bereut. Dieses habe ich angenommen.
Ich hoffe für den Verurteilten, dass er daraus eine Lehre zieht und sein Leben so weiterführt, dass so etwas nie wieder passiert. Hoffentlich findet er einen guten Job, gründet eine Familie und
ändert seine politische Gesinnung. Das wichtigste ist aber dass er ein gerechtes und friedliches Leben mit sich und seinen Mitmenschen führt. Er allein hat das in der Hand.
So
14
Dez
2014
Ganz so einfach wie in dem Sprichwort in der Überschrift ist es nicht. Denn grundsätzlich gilt: „Eine Schenkung kann in bestimmten Fällen auch zurückgefordert werden“.
Als ein Freund von der Anekdote mit der Hundebox und Hundeleine gehört
hatte, verwies er auf einen kleinen unbeachtete Paragraphen aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB, über den sich viele wundern, wenn sie davon hören. § 530 BGB - Widerruf der Schenkung. Dort heißt
es wörtlich “Eine Schenkung kann widerrufen werden, wenn sich der Beschenkte durch eine schwere Verfehlung gegen den Schenker oder einen nahen Angehörigen des Schenkers groben Undanks
schuldig macht.“
Nach einer Recherche, was unter „groben Undank“ zu verstehen ist, wurde klar, dass diese im Fall der Hundebox zutreffen könnte, auch wenn diese nicht verschenkt wurde. Tatsächlich wurde die Box
nur verliehen und ist dabei kaputt gegangen. Einen kaputten Gegenstand will niemand zurück haben und man erwartet eigentlich Ersatz dafür. Siehe in diesem BLOG „Kaputt möchte ich das nicht zurück ..."
Der Undank muss in der Verfehlung eindeutig erkennbar sein. Beispiele hierfür sind Beleidigung, Morddrohung oder Misshandlungen und Demütigungen. Im Fall der Hundebox liegt das zum Teil vor, auch
wenn es keine Morddrohungen waren.
Der Beliehene, der sich selbst als Beschenkter versteht, hat vor wenigen Monaten eine üble und schwere Beleidigungs- und Verleumdungstirade geschrieben und ausgebreitet, die man immer noch im
Internet nachlesen kann. Darin wurde unter anderem behauptet, dass ein „Romanze“ mit einer Kollegin bestände. Diese Hasstirade und Verächtlichmachung folgten weitere Attacken und animierte andere
„angeblichen Freunde“ Gerüchte, Schmutz und Lügen auszubreiten, die auch die Kollegin sexistisch und rassistisch angingen.
Die Unterstellungen, Beschimpfungen und knallhartes Mobbing dieser Herren waren letztlich der Anlass für eine kleine interne Krise. Bis heute ist dieser Sachverhalt weder ausdiskutiert, geklärt
oder „verziehen“. Eine Entschuldigung hat es nie gegeben.
„Grober Undank“ in Bezug auf die Hundebox und Hundeleine liegt also vor, so dass der §530 durchaus angewendet werden könnte, wenn man behaupten würde, dass die Hundebox nicht entliehen, sondern
verschenkt wurde. Allerdings erscheint dann sofort das nächste Problem, denn die Box ist untergegangen und schon auf der Müllhalde.
Am Ende dieser Gedankenspiels über Paragraphen ist es wichtig, sich nicht über solche Menschen zu ärgern. Man sollte sie erst nicht ins Haus einladen und ihnen auch keine wichtigen Unterlagen und
Dokumente anvertrauen, die sie auch nicht zurückgeben wollen. Es bleibt nur der Erfahrungsaustausch mit Freunden und eine kurze Geschichte für den abendlichen Smalltalk über eine kaputte
Hundebox, eine Hundeleine, den §530 und menschliche Irrungen.
„Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“
Friedrich Nietzsche
Fr
05
Dez
2014

"Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen." Zitat von Jean-Jacques Rousseau
Es kann schon mal passieren, dass eine Sache, die man verliehen hat, bei dem Freund oder Bekannten verloren oder kaputt geht. Damit kann und müssen wir leben. Das ist alles halb so wild und
darüber werden Freundschaften nicht zerbrechen.
Natürlich möchte niemand einen defekten Gegenstand zurück haben, wenn er vorher funktionsfähig herausgegeben wurde. Es ist verständlich, dass man das gegenüber dem Leihnehmer zum Ausdruck bringt.
"Kaputt möchte ich das nicht zurück haben!" Wer will schon Schrott zurück nach Hause nehmen?
Das bedeutet nicht, dass man die Leihgabe "an für sich" verschenkt, nur weil sie kaputt ist. Eigentlich erwarten wir von denjenigen, die etwa entliehen haben, dass sie sich entschuldigen, Ersatz
leistet, eine Einladung zum Essen erfolgt, ein Tausch eingeleitet oder Geld angeboten wird.
Eine faltbare Hundetransportbox kostet 60,- € und der Preis für eine lange breite Schleppleine liegt bei 20,- €. Beides habe ich im letzten Jahr verliehen. Die Box wurde zerbissen und die
Hundeleine ist verschwunden.
Nach der Gepflogenheit hätte man erwarten können, dass derjenige, der in der Rückgabeschuld steht, einen Vorschlag dazu macht. Doch nichts geschah, was man als Kind für solche Fälle von seinen
Eltern gelernt hat.
Das Gegenteil trat ein und es wurde behauptet, man hätte doch beides an ihn verschenkt, weil es bei ihm "kaputt" gegangen sei. ... Da war ich sprachlos, denn ich hatte es nicht
verschenkt. ... Ein Missverständnis? Die beide Gegenstände werde ich wohl nicht zurückbekommen und schreibe sie nun ab. Warum soll ich mich über solch eine offenkundige Dreistigkeit auch noch
ärgern? Wahrscheinlich werde ich sowieso schon für meine Leichtgläubigkeit ausgelacht.
OK, OK, ... alles geschieht irgendwann zum ersten Mal, aber so tief sinken nur wenige Menschen. Denn nicht genug, statt einer Entschuldigung oder Ersatz erntete ich Beschimpfungen. Mein
ehemaliger Bekannter verhöhnte mich nicht nur, sondern er geht in die Offensive und bezeichnet mich auch als "kriminell". Und all das nur, weil ich es gewagt hatte bei ihm nach der Hundebox und
Hundeleine nachzufragen.
Für mich ist die Sache damit erledigt. Soll der Herr sehen wo er Freunde findet, die ihm etwas ausleihen.
--
„Aufbrausend und charakterlos, dumm und unaufmerksam, unwissend und unehrlich – was kann man mit solchen Menschen anfangen?“ Zitat von Konfuzius
Update: Vielleicht bin ich auch einfach nur zu kleinkarriert oder es fehlt mir an Großzügigkeit gegenüber solchen "Abzockern"? ..
Di
02
Dez
2014
Feinsinn.de ist mein BLOG über die Dinge, die Spaß machen, erfreuen, die Lust stimulieren und dem Leben erst einen Sinn geben.
In einer schnelllebigen Zeit nehmen wir uns viel zu wenig Zeit, für unsere Sinne.
Dabei geht es nicht um die Oberfläche und den Reiz, sondern viel wichtiger um Wirkung und Nachhaltigkeit.
Sa
29
Nov
2014
Do
27
Nov
2014
Eigentlich sollten Fitness und Gesundheit jedem von uns am Herzen liegen. Doch statt uns ausreichend zu bewegen, verschieben wir unsere sportlichen Einheiten wie Jogging, Laufen oder den Besuch im Fitness-Studio gerne auf einen anderen Tag. Joscha Bastians - Personal Trainer Bergisch Gladbach unterstützt Sie mit einem auf Sie individuell abgestimmten persönlichen Training und begleitet Sie bei Ihrem Weg in eine fittere und gesündere Zukunft.
Mi
19
Nov
2014
Die Farbe des Rahmens einer Brille ist nur ein Kriterium für die richtige Wahl. Natürlich ist nicht nur das Äußerliche und die Farbe wichtig, sondern eigentlich sind es die inneren Werte,
die die am Ende zur Entscheidung beitragen. Folgende Punkte sind zu beachten:
Material: moderner Kunststoff oder traditionelles Echtglas?
Einige Anbieter bieten ihren Mitglieder ausschließlich Kunststoffgläser und keine Gläser aus echtem Glas. Der Vorteil von Kunststoffgläsern: Sie sind deutlich leichter im Leben zu tragen und
bruchsicherer. Der Pluspunkt: Eingebaute Filter schützen sie vor „gefährlichen“ politischen Einflüssen von anderen Seiten. Das verringert das Risiko, dass man die einmal gewählt Weltsicht dann
doch irgendwann mal wieder ändert und zu einem neuen oder anderen Anbieter wechselt.
Hartschicht, Entspiegelung, Clean Coat, Lotus-Effekt… Was ist das?
An der Oberfläche sind Programme immer windelweich. Deshalb sind viele Brillengläser mit einer Hartschicht-Veredelung versehen, das die Mitglieder vor Kratzern im ihrem Weltbild schützt.
Zusätzlich wird das Brillenglas häufig mit einer Entspiegelung gegen störende politische Reflexe bei Freunden, Kollegen oder der Familie versehen. Mit einem Clean Coat gegen lästige
Geschichtsaufbereitung oder Zweifel und Eintrübungen aus aktuellen Konflikten veredelt. Als Option gibt es auch eine Lotus-Beschichtung, welche Funktionäre und Mandatsträger automatisch bekommen,
denn mit dem "Abperl-Effekt" wird auch berechtigte Kritik schon am Brillenglas abgewiesen.
Was ist ein Brechungsindex und was bedeutet das für meine Brille?
Damit die Brille auch bei höheren Werten ein dünnes Glas enthält und schön leicht wird und das Leben nicht zu sehr belastet und das Aussehen auch noch angenehm bleibt, gibt es verschiedene
Kunststoffarten, die sich in Glasdicke und Brechungsindex unterscheiden. Vereinfacht gilt: Je höher der Index, desto dünner das Glas. Daher sollte man bei höheren Korrektionswerten und
persönlicher Abweichungen zum entsprechenden Parteiprogramm einen entsprechend höheren Index wählen.
Mo
03
Nov
2014

Am Sonntag erreichte mich eine Mail, in der meine Kritik an der städtischen Flüchtlingshilfe im Bürgerportal Bergisch Gladbach (31.10.2014) als "reaktionären neoliberalen Bürgermeisterarschkriechparolen" bezeichnet wird. Im weiteren Verlauf wurden mir noch weitere unschöne Worte, Unterstellungen und Beschimpfungen mitgeteilt. Wer sich eines solchen Vokabulars bedient, sagt mehr über sich als über den anderen.
Dennoch möchte ich klarstellen, dass ich weit davon entfernt bin Bürgermeister Lutz Urbach (CDU) politisch zu unterstützen. Ich glaube aber dem Menschen Lutz Urbach, dass er es ehrlich meint im Umgang mit Flüchtlingen, auch wenn man das Handeln der Stadt mit Nachdruck kritisieren muss. Diese Kritik bringe ich im Interesse der Flüchtlinge sachlich vor und weise inhaltliche Alternativen zu aktuellen städtischen Flüchtlingspolitik auf.
Linke Positionen müssen den Menschen im Auge behalten und dürfen sich nicht in persönlicher Polemik verlieren. Ich weise einen politischen Stil zurück, der Mitmenschen zu Objekten degradiert und persönliche Unterstellungen in den Vordergrund stellt, statt den inhaltlichen Diskurs und sachliche Forderungen.
Im Mittelpunkt einer Flüchtlingspolitik muss die Verbesserung der Lebensverhältnisse stehen. Dabei gibt es verschiedene Ideen und Wege und ich lehne es kategorisch ab, Menschen zu beschimpfen und persönlich anzugreifen, nur weil sie eine andere Weltanschauung als man selbst hat. Dies gilt ausdrücklich auch für den politischen Gegner oder Mitbewerber, denn auch hier stehen Menschen dahinter.
Wer aber meint, dass es wichtiger sei, andere Menschen und sogar die eigenen Genossen anzupöbeln, Ihnen unwahre Dinge zu unterstellen und sie persönlich anzugreifen, ist weit von linker Politik entfernt. Er hat anscheinend nicht nur die programmatischen Ziele der Partei DIE LINKE aus den Augen verloren, sondern auch die notwendige Menschlichkeit, um die es uns gehen muss.
Auch wenn "Gleichgesinnte" es für politisch opportun halten, den "Andersdenkende" öffentlich persönlich zu diffamieren, ist ein solches Vorgehen nicht zu billigen. Insofern werde ich weiterhin die Politik dieser Stadt und die Vorschläge, die von anderen Seiten gemacht werden, mit der gebotenen Sachlichkeit betrachten, und wenn es sein muss auch mit scharfer Kritik belegen.
Bei allen Meinungsverschiedenheiten erwarte ich von meinem Gegenüber eine politische Auseinandersetzung und inhaltliche Gegenrede, statt wilde Beschimpfungen und unsachliche Unterstellungen, wie
ich sie zugesendet bekommen habe. Nur so kann man entweder eine gemeinsame Position erarbeiten oder gegenseitigen Respekt vor der anderen Meinung entwickeln.
Trotz solcher unnötigen Mails und Anfeindungen bleibe ich zuversichtlich, dass es gelingen wird, wieder auf eine inhaltliche und menschliche Ebene zurückzukehren, um eine gemeinsame linke
Kommunalpolitik zu entwickeln.
So
26
Okt
2014
Erstellung eines Verzeichnis von Anbietern für traditionelle Thai-Massage in Bergisch Gladbach als SEO Plattform für meine Kunden.
Weitere Anbieter können auf dieser Webseite für ihr Angebot werben.
Anfragen an:
[email protected]
Do
23
Okt
2014
Und noch ein Projekt, welches endlich erfolgreich abgeschlossen ist.
Umstellung eines gesamten Netzwerks Fakturen- und Warenwirtschaftssystems mit Online-Anbindung an einen neuen Magento-Shop. Inklusive eine automatisierten Verknüpfung zu ebay, Amazonmarketplace,
Google-Shooping und DPD-Delisprint. LGI Laminiersyteme Gross verkauft neben günstigen Laminierfolien auch Büro- und Werbmaterial online und in Köln.
Di
14
Okt
2014
Ehrlich gesagt habe ich mir erst nichts dabei gedacht, eine grüne Sonnenbrille zu tragen, doch dann fragte mich ein Freund, ob ich jetzt bei der „Grünpartei“ eingetreten sei. Ich antwortete, dass man dort rosa Brille tragen müsste, denn das passe besser zu deren Weltsicht. Worauf er meinte, das eigentlich nur die Sozis eine rosarote Sicht hätten. Das konnte es aber auch nicht sein, denn Sozialdemokraten sind weder rosa noch rot, sondern nur noch „leicht hellrötlich.“. Dann zeigte man mir die gleiche Brille in violett, aber damit konnten wir beide nicht wirklich etwas anfangen. Leider fanden wir kein rotes Gestell, mit der das scheinbare Problemchen schnell gelöst gewesen wäre. Nach kurzer Überlegung kam ich zu dem Entschluss, dass „eine Brille nur eine Brille“ und "eine Farbe nur eine Farbe" ist.
Doch weit gefehlt, denn nachdem ich ein Foto mit meiner neuen grünen Brille in meine Facebook-Seite gepostet hatte, bekam
ich eine private Anfrage, ob ich das politische Lager gewechselt hätte. Tatsächlich habe ich am gleichen Tag dazu ein nicht ganz ernst gemeintes Angebot bekommen. So stellte sich die Frage, ob
ich auch meinen neuen grünen Pullover nicht mehr anziehen könnte, denn es könnte den Verdacht schüren, dass ich aus meiner Partei ausgetreten wäre. Und was mache ich bloß mit meinem orangen Hemd
und meinen zwei T-Shirts in "RAL 1007 Narzissengelb" wenn man denken könnte, dass ich jetzt zum „OBI-Team“ übergetreten sei? Muss das alles zusammen mit den schönen schwarzen Jeans und dem
Trenchcoat als "schädliches" und hochgiftiges Material entsorgt werden?
Im Nachhinein bleibt es eine ganz normale Situation in einer Fußgängerzone, als uns eine Promoterin die Brillen als Werbegeschenk angeboten hatte. Da standen wir als rote gemeinsam mit grünen
Aktivisten und sammelten Unterschriften für eine gemeinsame Sache und trugen bunte Sonnenbrillen, ohne das wir uns etwas dabei denken müssten.
Jetzt kommt der Winter und die Sonnentage sind vorbei, die grüne Brille liegt in einer Schublade, mit samt der kleinen Stofftasche mit dem bunten Werbeaufdruck eines Wellenreiters. Da kann sie erst mal nicht "schädlich" werden, bis die Sonne wieder rauskommt.
Di
14
Okt
2014
Ehrlich gesagt habe ich mir erst nichts dabei gedacht, eine grüne Sonnenbrille zu tragen, doch dann fragte mich ein Freund, ob ich jetzt bei der „Grünpartei“ eingetreten sei. Ich antwortete, dass man dort rosa Brille tragen müsste, denn das passe besser zu deren Weltsicht. Worauf er meinte, das eigentlich nur die Sozis eine rosarote Sicht hätten. Das konnte es aber auch nicht sein, denn Sozialdemokraten sind weder rosa noch rot, sondern nur noch „leicht hellrötlich.“. Dann zeigte man mir die gleiche Brille in violett, aber damit konnten wir beide nicht wirklich etwas anfangen. Leider fanden wir kein rotes Gestell, mit der das scheinbare Problemchen schnell gelöst gewesen wäre. Nach kurzer Überlegung kam ich zu dem Entschluss, dass „eine Brille nur eine Brille“ und "eine Farbe nur eine Farbe" ist.
Doch weit gefehlt, denn nachdem ich ein Foto mit meiner neuen grünen Brille in meine Facebook-Seite gepostet hatte, bekam
ich eine private Anfrage, ob ich das politische Lager gewechselt hätte. Tatsächlich habe ich am gleichen Tag dazu ein nicht ganz ernst gemeintes Angebot bekommen. So stellte sich die Frage, ob
ich auch meinen neuen grünen Pullover nicht mehr anziehen könnte, denn es könnte den Verdacht schüren, dass ich aus meiner Partei ausgetreten wäre. Und was mache ich bloß mit meinem orangen Hemd
und meinen zwei T-Shirts in "RAL 1007 Narzissengelb" wenn man denken könnte, dass ich jetzt zum „OBI-Team“ übergetreten sei? Muss das alles zusammen mit den schönen schwarzen Jeans und dem
Trenchcoat als "schädliches" und hochgiftiges Material entsorgt werden?
Im Nachhinein bleibt es eine ganz normale Situation in einer Fußgängerzone, als uns eine Promoterin die Brillen als Werbegeschenk angeboten hatte. Da standen wir als rote gemeinsam mit grünen
Aktivisten und sammelten Unterschriften für eine gemeinsame Sache und trugen bunte Sonnenbrillen, ohne das wir uns etwas dabei denken müssten.
Jetzt kommt der Winter und die Sonnentage sind vorbei, die grüne Brille liegt in einer Schublade, mit samt der kleinen Stofftasche mit dem bunten Werbeaufdruck eines Wellenreiters. Da kann sie erst mal nicht "schädlich" werden, bis die Sonne wieder rauskommt.
Mi
01
Okt
2014
Und wieder habe ich eine neue Webseite für einen Kunden online gestellt. "Benyoga - Traditionelle Thaimassage Bergisch Gladbach" basiert auf Wordpress 4.0 und ist eine klare übersichtliche und kurze Darstellung des Angebots der neuen Thai Massage-Praxis in Bergisch Gladbach Stadtmitte für Yoga Massage als ganzheitliche Alternative. www.benyoga.de - Bergisch Gladbach Thai-Massage