Es gibt wunderbare Gerichte, die schreien einen quasi an, was drin ist. Kartoffelsuppe, Linseneintopf, Wirsing-Gedöns – ehrliche, transparente, durchschaubare Küche. Und dann gibt’s Pitter & Jupp. Ein Name wie eine Pointe. Wie zwei Kumpels, die zum Wochenende am Stammtisch sitzen, ihr Kölsch stemmen und erzählen, was im Dorf oder bei der Arbeit wieder schiefgelaufen ist. Wie ein Comedy-Duo, das am Freitagabend die örtliche Turnhalle zum Beben bringt. Wie zwei alte Hasen im Blaumann und weiße Männer, die sich seit Jahrzehnten kennen und trotzdem jeden Tag so tun, als würden sie sich zum ersten Mal aufziehen.
Und genau so fühlt sich das regionale Gericht an: warmherzig, vertraut, bodenständig, rheinisch – ein Eintopf, der schon riecht wie früheres Zuhause. Wer im Bergischen Land groß geworden ist oder dort mal ein paar Jahre die Luft geschnuppert hat, weiß: Hier wird nicht lang gefragt, hier wird gemacht. Und so ist auch der Eintopf. Kein Schnickschnack, kein Chichi, Schickimicki, kein Teller, der aussieht wie ein Kunstwerk auf Diät und immer politisch korrekt (zumindest denken das alle für sich und wir lassen sie an dieser Stelle mal in diesem Glauben)
Nein & Ja: Pitter & Jupp ist bergisches Essen, das man mit beiden Händen anfasst. Essen, das dich anpustet, weil es immer zu heiß ist. Essen, das man mit dreckigen Fingern nach der Schicht genauso dankbar inhaliert wie an einem verregneten Sonntag auf dem Kanapee.
Und trotzdem bleibt die große Frage offen: Warum zum Geier heißt dieses Gericht nach zwei Männern – und nicht nach Kohl, Kartoffeln oder irgendwas Essbarem da drin? Tja. Genau da fangen die Geschichten an …, egal ob wahr oder einfach nur Volksmund und egal, ob es stimmt..
Version 1: Die Sache mit den Heiligen, die vermutlich oder meist keine Ahnung von Kochen hatten
Im Bergischen Land standen wie heute früher Petrus und Josef hoch im Kurs – Schutzpatrone für Arbeiter, Handwerker, Malocher.
Aber irgendwer dachte wohl: „Wenn wir schon den ganzen Tag au die Arbeit kloppen, schleppen und malochen – dann wenigstens zum Essen ’nen Eintopf unter göttlicher Aufsicht.“ … als Belohnung für die viele Arbeit etwas verträumtes. Und so wurde aus Kohl, Kartoffeln und Karotten plötzlich „Pitter & Jupp“ – klingt wie: „Peter und Josef – powered by Gemüse mit Einlage.“
Version 2: Pitter, Jupp und der Döppen – eine Bergbau-Bromance
Stell dir die Frühschicht vor: müde, rußig, hungrig, ... oft kalt. Einer klappt seinen Henkelmann auf. Ein Dampfstoß. Wirsingduft. … lecker, warm … Ein Kollege brüllt quer durch die Bude: „Dat es widder dä Döppen vom Pitter un däm Jupp!“ Und weil im Bergischen Land alles, was einen zum Lachen bringt, quasi sofort zur Tradition wird, hieß der Eintopf ab da eben so. Historisch ist beides nicht belegt – aber wen interessiert das? Die Geschichten schmecken einfach zu gut, um sie nicht zu glauben oder das sich nur vorzustellen.
Das vegane Rezept für Pitter & Jupp
(Ja, selbst Pitter würde heute sagen: „Mach et vegan, Jupp!“)
Zutaten für 4 Portionen:
Zubereitung:
Schmeckt am besten mit kräftigem Brot, am liebsten so rustikal, dass man damit theoretisch auch Nägel in die Wand hauen könnte.
Warum "Pitter & Jupp" Kultstatus verdient? Weil es:
„Früher war alles besser – abba dä Eintopf, dä wor derselbe.“
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