Wer durchs Bergische Land streift, der merkt schnell: Hier ist alles „e bessje grüner, hügeliger und gemütlicher“. Zwischen de Wälder, der Wupper, Agger und Sülz haben die Menschen früher oft
gefragt: „Wat kütt hück op de Tisch?“ Fleisch? Das war damals nur etwas für die Reichen und bei uns einfachen Leuten eher selten. Aber langweilig wurde es nie! Stattdessen flogen Äädäppel (das
sind Kartoffeln, falls jemand es nicht wusste), Wurzelgemüse, Zwiebeln und Hülsenfrüchte in de Pott – Zutaten, die richtig satt machten, gesund waren und direkt „vor de Döör“ wuchsen.
Linsen, grüne Bohne, Erbsen oder weiße Bohne waren nicht nur bezahlbar, sondern och schlau: Voll mit Eiweiß, halten sie lange vor und lassen sich mit allem möglichen kombiniere. Dazu kamen die
kleinen Helden: Majoran, Petersilie, Lorbeer – Kräuter, die dem ganzen Ding Wärme und Tiefe geben, ohne dass wir dafür in die Sonne nach Italien oder sonstwo hin müssen. So einfach, so
bodenständig – so bergisch eben! Oder wie wir hier sagt: „Et es, wie et es – un dat es jot!“
Und manchmal sorgt selbst ein einfacher Eintopf für eine ganze Geschichte. So erzählen sie sich im Bergischen Land noch heute von Kurfürst Jan Wellem, der sich bei einer Jagd mal richtig
verlaufen hatte. Nach stundenlangem Umherirren landete er bei einer einfachen Bäuerin, die ihm eine herzhafte Erbsensuppe mit Einlage hinstellte. Der Fürst, halb verhungert, hat das „wegjefuttert
wie nix“! Zu Hause in Düsseldorf ließ er den Hofkoch dieses Gericht nachkochen – Fehlanzeige. Dann holte er sogar die Bäuerin an den Hof – immer noch nichts. Auf die Frage, warum die Suppe im
Wald so viel besser geschmeckt hatte, sagte die Bäuerin trocken: „Hunger es de beste Koch.“
Die Anekdote, ist eine Sage aus dem 19. Jahrhundert, erfunden vom Heimatdichter Vinzenz Jakob von Zuccalmaglio (Montanus). Historisch nicht belegt, aber beliebt, weil sie die einfache, herzhafte bergische Küche perfekt beschreibt Sie bringt es auf den Punkt: Gute Küche braucht nicht hundert Zutaten, aber ein wenig Herz, Liebe und etwas Zeit – und am besten einen ordentlichen Appetit.
Genau so ein Gericht ist der „bergisch inspirierte“ Linseneintopf: deftig, rein pflanzlich, wärmend und so lecker, das es am nächsten Tag noch besser schmeckt. Wie wir sagen: „“
Bergischer Linseneintopf Rezept:
(rein pflanzlich):
Zutaten für 4 Bergische oder auch Düsseldorfer:
Zubereitung – einfacher geht es kaum:
„Wat hück nich jut es, es morjen umso besser!“
Serviert wird der Eintopf klassisch mit rustikalem Brot – am besten dick bestrichen. Und wie es im Bergischen so schön heißt: „Opjewärmt schmeckt et morjen noch besser!“ Also macht gleich eine
doppelte Portion, umd den Rest in den nächsten Tag zu essen. „Lat et eusch jot schmecken!“
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