Der 28-jährige Iraner hatte auf seiner Flucht vor dem iranischen Regime eine schwere Kopfverletzung erlitten. Dadurch litt er an Epilepsie und war auf lebenswichtige Medikamente angewiesen. Nach seiner Ankunft in Deutschland sagte er den Behörden, dass er diese Medikamente dringend braucht. Trotzdem bekam er sie offenbar nicht rechtzeitig. Zwei Tage später wurde er tot in seinem Zimmer in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Essen gefunden. Der WDR berichtete am 21.07.2026.
Die Ermittlungen laufen noch. Klar ist aber schon jetzt: Seine Erkrankung war den Behörden bekannt. Warum er trotzdem keine rechtzeitige medizinische Hilfe bekam, muss vollständig aufgeklärt werden.
Der Fall zeigt ein grundsätzliches Problem im deutschen Asylsystem. Flüchtlingsunterkünfte dürfen keine Orte sein, an denen Menschen wegen organisatorischer Fehler oder fehlender medizinischer Versorgung sterben. Wer Schutz sucht, hat ein Recht auf eine menschenwürdige Unterbringung und auf die notwendige medizinische Versorgung – unabhängig von Herkunft oder Aufenthaltsstatus. Es ist unsere Pflicht hilfesuchenden Menschen zu schützen und zu versorgen.
Aus humanistischer Sicht ist das kein tragischer Einzelfall. Seit Jahren wird an vielen Stellen gespart und gekürzt. Es fehlt an Personal, Ärzt:innen, Dolmetscher:innen sowie an einer guten Zusammenarbeit zwischen den Behörden. Gleichzeitig gibt der Staat immer mehr Geld für Grenzkontrollen und Abschiebungen aus. Der Schutz und die Versorgung geflüchteter Menschen geraten dabei oft in den Hintergrund.
Sollte sich bestätigen, dass Ashkan Rahimi trotz seiner bekannten Epilepsie keine rechtzeitige Hilfe erhielt, wäre das ein schweres Versagen der zuständigen Stellen. Sein Tod darf nicht einfach zu den Akten gelegt werden. Es braucht eine lückenlose Aufklärung, politische Verantwortung und Veränderungen, damit kein Mensch, der in Deutschland Schutz sucht, aus solchen Gründen sterben muss.