Die Gefängnisse im Iran sind seit Wochen Brennpunkte eines wachsenden Widerstands gegen das Regime. Ausgelöst durch die anhaltende Repression, die massenhaften Hinrichtungen und die
unmenschlichen Haftbedingungen, haben sich tausende politische Gefangene in den letzten Tagen zu Hungerstreiks zusammengeschlossen. Diese Proteste sind Teil der Kampagne No to Executions Tuesdays, die wöchentlich in Dutzenden Gefängnissen durchgeführt wird, um gegen die Todesstrafe und die systematische Unterdrückung der politischen Opposition
im Iran zu protestieren.
Allein in diesem Jahr wurden bereits mehr als 1.500 politische Gefangene im Iran hingerichtet, weil sie sich für Menschenrechte, Demokratie, Frieden, Frauenrechte oder als Gewerkschafter:innen eingesetzt haben. Während die Welt dazu schweigt, verhungern Menschen im Iran für ihre Würde. In mehreren Gefängnissen quer durch das Land haben Gefangene in den letzten Tagen ihren Protest gegen die tägliche Hinrichtungs- und Unterdrückungspolitik des Regimes weiter verschärft.
Aktuelle Entwicklungen in den Gefängnissen
Seit dem 13. Oktober 2025 befinden sich mehrere hundert zum Tode verurteilte Insass:innen der Einheit 2 (Hallen 1–4) des Ghezel Hesar Prison bei Karaj im Hungerstreik.
Am darauffolgenden Tag – 14. Oktober – wurden mindestens 38 Personen zwischen dem 13. und 15. Oktober hingerichtet, in einem Tempo von einer Exekution etwa alle zwei Stunden.
Unter der Kampagne No to Executions Tuesdays fand in der Woche vom 7. Oktober 2025 die 89. Woche mit Hungerstreiks in 52 iranischen Gefängnissen statt. Zahlreiche Solidaritätsgruppen schließen sich weltweit an und unterstützen diese Kampagne mit lokalen Aktionen – auch in Köln.
Diese Entwicklungen zeigen: Die Gefängnisse sind nicht Orte des Stillstands oder Schweigens, sondern Brennpunkte eines neuen Widerstands – inner- wie außerhalb der Mauern.
„Frau, Leben, Freiheit“ – auch hinter Gittern
Unsere Parole Jin, Jiyan, Azadî hallt in den Zellen mit. Sie steht nicht nur für den öffentlichen Aufstand der Frauen im Iran, sondern auch für die
namenlosen Heldinnen und Helden, die in Isolation, Hunger und Dunkelheit ihre Menschlichkeit verteidigen.
Ihre Kämpfe sind Teil derselben Bewegung, die 2022 mit dem Tod von Jina Mahsa Amini begann – eine Bewegung, die längst nicht gebrochen ist, sondern tiefer verwurzelt denn je.
Schweigen ist Komplizenschaft
Wir dürfen nicht hinnehmen, dass internationale Aufmerksamkeit nur dann entsteht, wenn Repression spektakulär genug wird. Das Leiden politischer Gefangener ist keine Schlagzeile, sondern tägliche
Realität. Europa, und auch Deutschland, tragen Mitschuld:
Durch Handelsbeziehungen mit dem iranischen Regime.
Durch Abschiebungen in Staaten, in denen Menschenrechte systematisch verletzt werden.
Durch Lippenbekenntnisse ohne konsequente Politik- und Menschenrechtsmaßnahmen.
Wer „Frau, Leben, Freiheit“ ernst nimmt, muss diese Doppelmoral benennen. Solidarität darf nicht selektiv sein.
Geplante Aktionen in Köln – Jetzt mitmachen
In Köln formiert sich Widerstand – wir möchten euch zur Teilnahme einladen. Aktuell finden täglich Aktionen statt.
Jeden Dienstag ab 17 Uhr wollen wir mit einer Mahnwache vor dem Hauptbahnhof Köln (Domseite) die Gefangenen unterstützen: No to Executions
Tuesdays.
Denn die Gefangenen im Iran brauchen unsere Stimme.
Unsere Solidarität gilt den Hungernden
Wir, die Bewegung Frau, Leben, Freiheit im Rheinisch-Bergischen Kreis, stehen fest an der Seite der Gefangenen im Iran. Wir fordern:
🛑 Ein sofortiges Ende der Hinrichtungen im Iran.
👁️🗨️ Internationale Untersuchung der Haft- und Hinrichtungsbedingungen.
🆓 Freilassung aller politischen Gefangenen ohne Bedingungen.
🛂 Abschiebestopp für Iran-Flüchtlinge, denen Verfolgung droht.
🤝 Patenschaften für politische Gefangene durch deutsche Abgeordnete und Kommunen.
Der Hunger dieser Menschen ist ein Schrei nach Freiheit. Unsere Antwort darauf muss lauten:
Wir sehen euch. Wir hören euch. Wir kämpfen an eurer Seite.
Jin, Jiyan, Azadî – Frau, Leben, Freiheit.
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