Abriss für Luxus-Hotel und Wellness-Palast – Bergisch Gladbach lässt Wohnungssuchende im Stich!

Alte Stadthäuser Bergisch Gladbach Stadtmitte:

Während immer mehr Menschen in dieser Stadt ihre Miete nicht mehr zahlen können, plant die Verwaltung mit der Drucksache 0652/2025 (siehe Ratsinformationssystem) das genaue Gegenteil von dem, was wir brauchen: Statt dringend benötigtem bezahlbarem Wohnraum soll hier ein renditestarkes Kommerz-Projekt entstehen – „Hotel / Serviced Apartments“, Mikroapartments zu Höchstpreisen, Ärztehaus für Privatpatienten, Gastronomie und „Wellness/Fitness“ oder „Kino“. Das steht wörtlich als „mögliche Hauptnutzungsoption“ in der Vorlage zum Stadtrat.

Das ist kein Versehen. Das ist bewusste Politik gegen die arbeitende Bevölkerung, gegen Rentner*innen, gegen Alleinerziehende, die seit Jahren bezahlbaren Wohnungen in ihrer suchen – und gegen Klima, Geschichte und städtebauliche Identität.

 

Denn die „Alten Stadthäuser“ an der sogenannten "Stadtkante" in der Stadtmitte sind eines der letzten großen Ensemble der Bergisch Gladbacher Nachkriegsmoderne direkt in der Fußgängerzone, städtebaulich absolut zentral, prägend für den Übergang zwischen, Gorhmühle, Konrad-Adenauer-Platz und Hauptstraße. Mit der Konversion des Zanders-Areal gegenüber und der geplanten Umgestaltung der anliegenden Flächen, nimmt die Immobilie eine zentrale Rolle bei der städtebaulichen Entwicklung der Stadtmitte ein. 

 

Das Wandbild „Lebensfreude“ im Innenraum ist Erinnerung, Heimat, Identität – ein Stück lebendige Stadtgeschichte. Und genau dieses soll jetzt abgerissen werden, Millionen Tonnen gebundene graue Energie für immer vernichtet, nur damit Investoren ihre Rendite-Objekte in modernen Glas und neuen Beton hochziehen können.

 

Die Botschaft ist brutal klar:   

Wer unter 3.000 € netto verdient, hat in der Innenstadt und in Bergisch Gladbach nichts mehr verloren.  Und Klima, Geschichte und Grünflächen? Können warten. Und wieder soll das Ganze mit den üblichen Verwaltungstricks und Bürokratendeutsch in der Beschlussvorlage im Stadtrat durchgedrückt werden:

  • Punkt VI legt bereits jetzt verbindlich die Abriss-Variante fest und blockiert jede ernsthafte Prüfung von Sanierung, grauer Energie-Nutzung und alternativen Konzepten für bezahlbares und klimagerechtes Wohnen 
  • Punkt III will ein „entsprechende Büro“ freihändig mit der Konzeption beauftragen – also vermutlich wieder an die, die die Vorlage schon mitgeschrieben haben oder an andere „gute Freunde“, die am gleichen Strang ziehen  
  • Der "Ditsche-Vorschlag" mit bis zu 108 bezahlbaren, barrierefreien Wohnungen durch eine Bürger*innen-Genossenschaft wird komplett totgeschwiegen

Jetzt bezahlbarer Wohnraum für alle schaffen!

Kompromisslos und konkret zur Beschlussvorlage im Stadtrat:

  1. Punkt VI ersatzlos streichen – keine Vorfestlegung auf Abriss und Kommerz!  
  2. Punkt III transparent und europaweit und klimagerechten und sozialen Konzeptvorgaben ausschreiben – Schluss mit Hinterzimmer- und Amigo-Vergaben!  
  3. Verbindliche Festlegung des Stadtrats: Das Grundstück wird ausschließlich für klimagerechtes und soziales Wohnen genutzt – zu 100 % dauerhaft mietpreis- und belegungsgebundener, bezahlbarer und geförderten Wohnraum.  
  4. Diese Vorgabe wird bereits bei Konzeption und Ausschreibung zwingend vorgegeben – kein einziger Quadratmeter für Hotel, Serviced Apartments, Wellness, Kino-Palast oder andere Kommerz-Nutzungen!  
  5. Historisches Ensemble und bestehende Bausubstanz erhalten und als Wohnraum umbauen.
  6. Verpflichtende Priorität: Sanierung + Aufstockung + maximale Nutzung der vorhandenen grauen Energie vor jedem Abriss!  
  7. Jede Sanierung und jeder Neubau strikt nach Cradle-to-Cradle-Prinzipien: kreislauffähige, schadstofffreie Materialien, vollständig demontier- und wiederverwendbar!  
  8. Wandbild „Lebensfreude“ erhalten und unter Denkmalschutz stellen!  
  9. Der heutige Parkplatz wird dauerhaft entsiegelt und wird zur öffentlichen Grün- und Retentionsfläche – als Klimainsel, Hochwasserschutz und Erholungsraum für alle! One zusätzlichen Neubau.  
  10. Bevorzugte und wohlwollende Prüfung des bürgereigenen Genossenschaftsmodells (Ditsche-Vorschlag), ggf. in Kooperation mit der Rheinisch-Bergischen Siedlungsgesellschaft RBS oder anderen gemeinwohlorientierten Baugenossenschaften aus der Region!
  11. Nutzung von Fördermitteln (Städtebau, Kultur, Klimaschutz, Wohnungsbaus, ...)

Wer dieser Vorlage zustimmt, stimmt für  

  • die unsoziale Verdrängung  eigener Bürger:innen, die bezahlbaren Wohnraum suchen
  • weitere Klimazerstörung  in der Stadtmitte
  • fortlaufenden Identitätsverlust  für Bergisch Gladbach
  • und eine Innenstadt nur noch für Reiche und Kommerz

Stimmen sie dagegen – laut, klar und kompromisslos.

Kommt zur Ausschusssitzung, mach Druck auf deine Fraktion, teile diesen Text!  

Bergisch Gladbach bleibt grün, sozial, geschichtsbewusst und lebenswert – oder es hört auf, Bergisch Gladbach zu sein.

 

Tomás M. Santillán
Mitglied im Stadtrat Bergisch Gladbach Die Linke


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