Presseerklärung -Tomás M. Santillán, Mitglied des Stadtrats Bergisch Gladbach, Die Linke
Angesichts der weiterhin sehr angespannten Wohnungsmarktsituation in Bergisch Gladbach – steigende Mieten, fehlende Sozialwohnungen, steigende Lebenshaltungskosten und eine wachsende Zahl von
Haushalten mit geringem und mittlerem Einkommen ohne realistische Wohnperspektive – fordert Die Linke seit Jahren ein konsequentes Programm für bezahlbaren Wohnraum für Bergisch Gladbach. Vor
diesem Hintergrund bringen die von Ratsmitglied Tomás M. Santillán (Die Linke) eingebrachten Änderungsanträge zur
Vorlage Drucksache
0652/2025 einen dringend notwendigen sozial-ökologischen Gegenentwurf zur geplanten Abrissstrategie der „Alten Stadthäuser Stadtmitte“. Die Anträge eröffnen einen realistischen Weg, wie an
dieser zentralen Stelle der Stadt gemeinwohlorientierte Lösungen möglich werden.
Die Änderungsanträge enthalten zentrale Forderungen für eine soziale, klimafreundliche und demokratische Stadtentwicklung:
• Keine Vorfestlegung auf Abriss: Die Streichung von Punkt VI verhindert eine einseitige Bevorzugung der Abrissvariante und ermöglicht die gleichwertige Prüfung von Sanierung, Bestandserhalt und Nutzung grauer Energie.
• Transparente Konzeptvergabe: Punkt III soll neu und europaweit ausgeschrieben werden – mit klaren Kriterien für soziale Wohnraumentwicklung und Klimaschutz statt intransparenter Direktvergabe.
• Sozialgebundener Wohnraum: Festlegung, dass das Grundstück ausschließlich für dauerhaft miet- und belegungsgebundenen, bezahlbaren Wohnraum genutzt wird – ohne kommerzielle Nutzungen wie Hotel, Wellness, Kino oder Serviced Apartments.
• Erhalt der Bausubstanz: Vorrang für Umbau und Sanierung; Neubau nur dort, wo es bautechnisch notwendig ist. (Ditsche-Vorschlag)
• Nachhaltiges Bauen: Orientierung an ökologischen Cradle-to-Cradle-Prinzipien mit kreislauffähigen, schadstofffreien Materialien.
• Schutz des kulturellen Erbes: Das Wandbild „Lebensfreude“ soll unter Denkmalschutz gestellt werden.
• Mehr Grünflächen: Entsiegelung des Parkplatzes zugunsten einer öffentlichen Klimainsel und Retentionsfläche.
• Genossenschaftsmodell prüfen: Der bürgerschaftliche Vorschlag („Ditsche-Vorschlag“) mit bis zu 108 barrierefreien, sozialen Wohnungen für bis zu 200 Menschen soll aktiv in die Vergabe einbezogen werden.
• Fördermittel nutzen: Prüfung städtebaulicher, kultureller und klimapolitischer Förderprogramme.
Tomás M. Santillán betont: „Diese Änderungsanträge zeigen einen realistischen, wirtschaftliches und demokratisch tragfähigen Zukunftsweg: bezahlbarer und klimaneutraler Wohnraum, Erhalt statt Zerstörung, Bürgerbeteiligung statt Geheimvergabe. Hier entscheidet sich, wie ernst die Wahlversprechen zu mehr Wohnraum wirklich genommen werden. Wir stehen auf der Seite der Menschen – nicht der Spekulation. Wir benötigen stadtnahen Wohnraum für Senioren, die woanders meist doppelt so viel Wohnraum für andere Menschen freimachen. An dieser Stelle hat die Stadt die große Chance ein vorbildliches Projekt auf eigenen Grund- und Boden zu errichten, was für viele Menschen bezahlbaren Wohnraum schaffen kann, statt sich weiterhin an spekulativen Renditen auf dem Immobilienmarkt zu orientieren.“
Hintergrund: Am 27. November berät der Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss (SPLA) über den Entwicklungsfahrplan. Schadstoffuntersuchungen der Stadt zeigen bisher keine bedenklichen Werte. Die „Vorzugsvariante 2“ schließt laut Linken-Antrag alternative Nutzungsoptionen faktisch aus.
Leider wurde der Projektvorschlag von Johannes W. Ditsche (Stadthäuser GL) bei dem jetzigen Vorgehen nicht berücksichtigt.
Forderung: Santillán ruft Ausschuss und Stadtrat auf, die Änderungsanträge zu unterstützen und eine sozial gerechte und klimafreundliche Stadtmitte zu sichern.
Tomás M. Santillán
Mitglied im Stadtrat Bergisch Gladbach Die Linke
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