Jugend wird vertröstet, Investoren werden bedient – Bergisch Gladbach braucht endlich Druck von unten

"Quirlsberg der Jugend erhalten!"

Was sich aktuell rund um das geplante Jugendzentrum in Bergisch Gladbach abspielt, ist kein Kommunikationsproblem. Es ist ein politischer Offenbarungseid für diese Stadt.

 

Während junge Menschen für einen zentralen Ort kämpfen, wird hinter den Kulissen längst eine andere Priorität gesetzt: Vermarktung, Prestigeprojekte, Investorenlogik. Die Jugend? Wird vertröstet, an den Rand verschoben, ausgelagert.

 

Der Nebel lichtet sich – und zeigt Planlosigkeit

 

Die jüngsten Aussagen aus Politik und Verwaltung haben eine Sache klar gemacht: Es gibt keinen konkreten Plan für ein Jugendkulturzentrum im Herzen der Stadt, weder am alten Standort Q1 noch „auf Zanders“.

 

Was der Öffentlichkeizt lange als Perspektive verkauft wurde – ein lebendiger, offener Ort auf dem Zanders-Areal – entpuppt sich plötzlich als unklare Luftnummer. „In weiter Ferne“, „Jahre entfernt“ – so klingt es jetzt aus den Reihen der Verantwortlichen der politischen Mehrheit im Stadtrat. Diese plötzliche „Ehrlichkeit“ ist nichts anderes als das Eingeständnis kompletter Planlosigkeit.

 

Noch schlimmer: Das angebliche „Jugendquartier“, das nun ins Spiel gebracht wird, soll offenbar kein eigenständiger Raum exklusiv für Jugendliche sein, sondern ein mehrfach genutztes Provisorium – irgendwo zwischen Kindergartenmuseum und Resteverwertung. Kein Zentrum, kein Freiraum, kein politisches Signal. Sondern: Abschieben in klein.

Zanders-Areal: Filetstück für Profite statt für Jugend

 

Das Zanders-Areal ist das wichtigste Stadtentwicklungsprojekt in Bergisch Gladbach. Hier entscheidet sich, wem diese Stadt gehört. Und die Antwort der aktuellen Mehrheit könnte wohl werden: „Nicht der Jugend“.

 

Statt möglichst schnell ein starkes, sichtbares Jugendzentrum ins Zentrum zu setzen, werden andere Projekte priorisiert – teuer, repräsentativ, vermarktbar. Die offene Jugendarbeit dagegen bleibt solange auf Sparflamme, bis Zeit dafür ist. Das bestätigt auch die aktuelle Debatte um teure Sanierungen und Prioritätenverschiebungen: Geld ist da – aber eben nicht für die Bedürfnisse junger Menschen.

 

Jugend gehört in die Mitte – nicht an den Rand

 

Die Forderung ist so einfach wie grundlegend: Jugend gehört ins Zentrum der Stadt, nicht an ihren Rand. Ein echtes Jugendkulturzentrum mitten in der Stadt ist kein „nice to have“. Es ist soziale Infrastruktur. Es ist Demokratie. Es ist Teilhabe. Wer Jugendliche aus der Innenstadt verdrängen will, verdrängt sie auch aus politischer Sichtbarkeit.

 

Pfadfinder machen Druck – und das ist richtig so

 

Dass die Pfadfinder den Druck erhöhen und zur Demonstration aufrufen, zeigt, wie ernst die Lage ist. Hier geht es längst nicht mehr nur um Detailfragen – sondern auch um Vertrauen.

 

Denn was Politik und Verwaltung hier wiederholt abliefern, ist ein Muster:

  • Erst große Versprechen
  • Dann jahrelanges Hinauszögern
  • Und am Ende: Rückzug, Relativierung, Nebelkerzen

Transparenz? Fehlanzeige. 

Beteiligung? Wenn überhaupt als Feigenblatt.

 

Jetzt ist Druck von unten nötig

 

Die Jugend lässt sich das nicht länger gefallen. Und das ist gut so. Die Demonstration "Quirlsberg der Jugend erhalten" am Dienstag, 24. März 2026 um 16 Uhr vor dem Ratssaal in Bensberg (Rathaus) ist nicht nur legitim – sie ist überfällig.

 

Wer junge Menschen hinhält, wer sie mit vagen Perspektiven und Desinformation abspeist und ihnen gleichzeitig die zentralen Räume der Stadt verwehrt, darf sich nicht wundern, wenn der Protest kommt.


Die Forderungen sind klar

  • Sofortige vollständige Transparenz über alle Planungen zum Jugendzentrum
  • Ein verbindlicher Zeitplan für ein zentrales Jugendkulturzentrum am besten beim den jetzigen Standort Q1 am Quirlsberg oder zukünftig und angemessen auf dem Zanders-Areal
  • Echte Beteiligung von Jugendlichen, Trägern und Initiativen – mit Entscheidungsmacht, nicht als Alibi oder Schmuckwerk
  • Klare Prioritätensetzung: Soziale Infrastruktur und bezahlbares Wohnen vor Prestigeprojekten

Diese Stadt gehört uns ALLEN und auch der Jugend

 

Bergisch Gladbach steht an einem Scheideweg. Entweder wird weiter Politik für Investoren gemacht – oder endlich für die Menschen, die hier leben. Besonders für die, die keine Lobby haben. Die Jugend hat jetzt angefangen, sich diese Stadt zurückzuholen.

 

Unterstützt die Demonstration der Pfadfinder. Seid laut. Macht Druck.

UPDATE: 21.03.2026

Das Bürgerprtal in-gl.de berichtet am 20.03.2026: Das Jugendzentrum Q1 soll von 1.287 Quadratmetern am Quirlsberg auf zwei Räume mit insgesamt 201 Quadratmetern in der Zentralwerkstatt auf dem Zanders-Areal verkleinert werden. Die Räume müssen sich das Q1 künftig mit anderen Akteuren der Jugend- und Sozialarbeit teilen, während ein Teil der Angebote in den üffentlich zugänglichen benachbarten Gleispark verlagert werden soll. Die Stadtverwaltung sieht das Q1 als Teil eines geplanten soziokulturellen Zentrums, politische Beschlüsse stehen jedoch noch aus. Pfadfinder und andere Nutzer kritisieren die deutliche Verkleinerung der Flächen für die Jugendarbeit.

 

Für weitere Details zu dieser neuen Offenbraung: https://in-gl.de/2026/03/20/jugendzentrum-q1-soll-in-der-zentralwerkstatt-201-quadratmeter-bekommen/

K
ommentar:  

Es wird immer unverschämter!

Die aktuellen Pläne zum Jugendzentrum in Bergisch Gladbach bestätigen, was sich seit Wochen abzeichnet: Aus großen Wahlversprechen wird eine Politik der Verkleinerung und Kürzung. Statt eines zentralen Jugendkulturzentrums bleiben gerade einmal 201 Quadratmeter in der Zentralwerkstatt – ein massiver Rückbau. Während von „soziokulturellen Lösungen“ gesprochen wird, schrumpfen Räume und Angebote, ein eigenständiger geschützter Ort in der Stadtmitte rückt in weite Ferne. 

 

Gleichzeitig zeigt sich eine klare Prioritätensetzung: Für andere Projekte ist genug Geld da, die Jugendarbeit wird auf Restflächen am Rand reduziert. In meinen Augen ist Wählertäuschung. Im Wahlkampf wurde der Jugend ein starkes, zentrales Angebot versprochen – jetzt passiert das Gegenteil und reiche Lobbyisten bekommen den Zuschlag.

 

Statt Transparenz erleben wir widersprüchliche Aussagen und Informationen, die nur scheibchenweise und widerwillig an die Öffentlichkeit gelangen. Das untergräbt Vertrauen und nährt den Eindruck, dass Zusagen bewusst relativiert werden. 

 

Ein klares durchschaubare Konzept, Transparenz, Beteiligung und ein verbindlicher Plan für ein bedarfsgerechtes Jugendzentrum fehlen weiterhin – obwohl es sich um grundlegende soziale Infrastruktur handelt. 

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