"Wir" waren ja immer schon dafür!

Foto: Pressestelle Stadt Bergisch Gladbach
Foto: Pressestelle Stadt Bergisch Gladbach

(Vorbermerkung: Dieser BLOG ist ein öffentliches Logbuch, Tagebuch und Journal, in dem Aufzeichnungen geführt werden, Sachverhalte protokolliert sind oder persönliche Gedanken, Meinungen und Kommentare niedergeschrieben sind. Darunter sind manche wichtige Dinge. In dem privaten BLOG finden sich aber auch Merkwürdig-, Unsinnig- und Kleinigkeiten, aufgeblasenes Zeug, Erlebnisse, ganze Ideen und halbe Gedanken, die mich beschäftigen. Dafür gibt es diese Reihe mit dem Namen "Kaum zu glauben, aber wirklich "Wichtiges" aus Bergisch Gladbach!" Hier Teil 1)

Kaum zu glauben, aber wirklich "Wichtiges" aus Bergisch Gladbach!- Teil 1

Vor ein paar Tagen hat der Bau der Radstation am Busbahnhof Bergisch Gladbach Stadtmitte begonnen. Die Radstation wurde im Stadtrat lange diskutiert und nach zähen Ringen dann doch noch beschlossen und auf den Weg gebracht. Die Presse berichtete von diesem guten Projekt.

Die größten Skeptiker dieser Idee werfen sich überraschenderweise nun neben dem Bagger in Pose und man hat den Eindruck, dass alles ihre Idee gewesen war. Vor wenigen Stunden hat die CDU-GL in Facebook geschrieben: "Wir freuen uns, dass das Projekt Radstation, lange umstritten und lange geplant, nun endlich in die Umsetzungsphase geht und der Bau begonnen hat. Mögen die Räder bald rollen! /lh" Es war die CDU, die dieses Projekt ständig tropediert hat, während die Grünpartei sich immer dafür eingesetzt hat und dabei von den Linken unterstützt wurde.

Kann mir jemand erklären, warum auf dem Foto die "halbe" CDU-Fraktion zu sehen ist, während der Rest des Stadtrats offenbar einer Arbeit, einer Ausbildung oder familiären Pflichten nachgeht?

Von der Politik aus dem Stadtrat sieht man auf diesem Pressefoto neben den Passanten und ungebundenen Personen tatsächlich nur CDU-Politiker, während alle anderen Fraktionen wohl ganz bewußt nicht dazu eingeladen wurden. Selbst die grüne Fraktion, die das Thema und diesen guten Vorschlag immer wieder in den Stadtrat eingebracht hatte, fehlte. Auch andere Stadtverordente, die Vorschläge für die Radstation gemacht hatten, wie z.B. eine Solar-Ladestation für E-Bikes, etc. sind auf dem Foto nicht zu sehen. Doch wie ein Wunder standen ganz viele CDU-Stadtverordnete da und lachten. "Ein Schelm, wer "Böses" dabei denkt."
Schade eigentlich, aber so machen die CDU und ihr mit Steuergeld bezahlter städtischer Propagandastab eben Politik und Werbung für die CDU. In der Provinz will man damit den Eindruck von "Machern und Kümmerern" erwecken. Dass tatsächlich der gesamte Stadtrat an dieser Entscheidung beteiligt war, wird verschwiegen.

Foto: Pressestelle Stadt Bergisch Gladbach
Foto: Pressestelle Stadt Bergisch Gladbach

Mit der neuen kommunalen großen Koalition zwischen CDU und SPD werden sich die Bilder wohl kaum ändern, denn die städtische Presse- und CDU-Propagandastelle wird schon dafür sorgen, dass die Menschen den Eindruck haben, dass die anderen Parteien im Stadtrat mit solchen Debatten nichts zu tun hätten. So war es ja auch bei der Einrichtung der zweiten Gesamtschule am Ahornweg, denn dies war eigentlich ein Vorschlag der LINKSFRAKTION. Immer wieder tut man so, als hätte man die anderen Ideen, Anträge und Vorschläge nie gehört, hätte immer schon so gedacht, wie die Opposition und war auch nie dagegen. Und dann heisst es: "Wir waren ja immer schon dafür!", auch wenn man am Anfang mit "Nein" gestimmt hat.

Es ist ja nicht das erste mal, dass das Rathaus so eine Show für die CDU durchzieht. In der Diskussion um die BELKAW hat die Pressstelle sogar wissentlich und offenbar absichtlich falsche Informationen an die Bürger verbreitet und auch nicht damit aufgehört, als man sie dazu aufgefordert hat. Sicher ist es die Aufgabe der städtischen Pressestelle, die Stadt, die Verwaltung und auch den Bürgermeister gut aussehen zu lassen, aber die Stadt ist nicht nur die CDU. Die städtische Pressestelle ist nicht die Propagandabteilung einer Partei, sondern wird auch von den Steuern der anderen Hälfte (und mehr) der Wählerinnen und Wähler in dieser Stadt bezahlt. Im Rathaus sieht man diese Kritik anders und nutzt die dortigen Möglichkeiten und Finanzmittel aus.


Es nutzt nichts, sich darüber zu ärgern oder rumzumeckern, denn eigentlich freut es mich, dass sich gute und richtige Ideen dann doch durchsetzen und umgesetzt werden. Am Ende zählt nur, dass die Dinge in die richtige Richtung gehen und die Lebensverhältnisse der Menschen sich verbessern. Dazu muss man die Menschen überzeugen. Bei der Radstation und bei der zweiten Gesamtschule ist das ja gelungen. :-) ...

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Kommentare: 2
  • #1

    Lennart Höring (Mittwoch, 29 Oktober 2014 14:55)

    Tomas, mit diesem dämlichen Kommentar schießt sogar Du den Vogel ab. Die CDU-Fraktion war zu dem Termin nicht eingeladen, wohl aber alle Aufsichtsratsmitglieder der bauenden Stadtverkehrsgesellschaft. Und da sind nicht nur CDUler, sondern auch Mitglieder von SPD und, man mag es kaum glauben, GRÜNE!! Warum diese nicht da warenm entzieht sich meiner Kenntnis.
    Übrigens war das Projekt in der CDU lange umstritten, aber am Ende haben sich die Befürworter durchgesetzt und das ist auch gut so. Dein rückwärtsgerichteter Neid bringt also nichts, wir freuen uns heute, dass das Projekt umgesetzt wird, egal wer es von Anfang an oder auch erst später oder wie auch immer unterstützt hat.

  • #2

    santillan (Donnerstag, 30 Oktober 2014 02:50)

    Die genaue Aufteilung für die kommunale Große Koalition (CDUSPD) im Aufsichtsrat der Stadtverkehrsgesellschaft ist folgende:
    1x Bürgermeister (CDU), 3x CDU, 2x SPD, 1x Grün. Also nicht Grüne, sondern 1x Grün.
    Von den vier weiteren Oppositionsparteien des Stadtrats findest sich im Aufsichtsrat keine Spur und weil das so schön praktisch ist, wurden die auch gar nicht erst eingeladen.

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